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Ulm

12.12.2018

Mit Klangreich um die ganze Welt

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2 Bilder
Bei Klangreich wird nicht nur gesungen – die Inhalte werden auch schauspielerisch und choreografisch untermalt.
Bild: Dagmar Hub

Der Konzertchor Klangreich spannt in der Pauluskirche Ulm den Bogen vom chinesischen Volkslied bis Rammstein. Am meisten beeindruckt aber ein Werk aus Norwegen.

Die ganze Welt an einem Abend: In der fast ausverkauften Pauluskirche hat Markus Romes’ Chor Klangreich ein opulentes Konzert zelebriert, innerhalb dessen sich die präsentierten weltweiten Klänge zwischen dem schwedischen „Allt är nära“ („Alles ist nah“) und Hubert von Goiserns „Weit weit weg“ mit Nähe und Ferne befassten.

Der Bogen, den Klangreich von der Romantik Robert Schumanns bis zu Gegenwartskomponisten auffächerte, war weit gespannt von Ethno-Musik bis Rock, auch inhaltlich vom Schamanismus bis zur christlich-jüdischen Tradition. Besonderen Beifall gab es für Caroline Schlenkers wunderschönes Solo in „Dreamweaver“, einem ganz aktuellen 20-Minuten-Werk in sieben Sätzen des Norwegers Ola Gjeilo, und für den Oberton-Gesang von Timber A. Hemprich.

Die 17 Programmteile offerierten Musik für unterschiedliche Geschmäcker in schönen Arrangements, wie bei „Engel“ der Teutonen-Rockband Rammstein. Die Stücke in Gruppen zu präsentieren statt eines nach dem anderen vorzuführen, hätte dem Programm möglicherweise noch mehr Zusammenhang gegeben.

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Magischer Klang durch Oberton-Gesang

Spannend fürs Publikum (und von Margarete Lamprecht szenisch übersetzt) waren Lieder in wenig vertrauten Sprachen wie das litauische Volkslied „Es gulu gulu“ oder das in der auf den Philippinen gesprochenen Sprache Tao gesungene „Padayon“ – ein bisschen schade, dass der Chor nicht auch das chinesische Volkslied „Die Straße, wo der Wind wohnt“ in der Originalsprache sang. Schön zu den fernöstlichen Weisen: Yueliang Lis Soli auf der zweisaitigen chinesischen Laute Erhu. Timber A. Hemprich hat den Oberton-Gesang für sich als Methode der Dynamischen Entfaltung des Selbst entdeckt und brachte den Zuhörern den magischen Klang näher, zu dem die menschliche Stimme mit dieser ungewöhnlichen Technik fähig ist.

Höhepunkt des Abends war die 2014 in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführte Komposition „Dreamweaver“, in das Ola Gjeilo die hochmittelalterliche norwegische Ballade „Draumkvedet“ einwob. Der Norweger Gjeilo setzt in Musik um, wie der Protagonist der Ballade am Heiligen Abend in einen zwölf Tage dauernden Schlaf fällt, während dessen er Himmel und Hölle, das Fegefeuer, den Tag des Jüngsten Gerichts und Gottes Gnade erlebt. Starker Applaus für ein ungewöhnliches Konzert!

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