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Ulm

27.05.2016

Mit dem Kuscheltier in den Operationssaal

Die Ulmer Teddyklinik öffnet wieder ihre Pforten. Zum neunten Mal laden angehende Mediziner der Universität Ulm ihre kleinen Patienten für zwei Tage ins Kornhaus.
Bild: Bärbel Schoen (Symbol)

Kinder sind am Mittwoch im Kornhaus mit ihren Teddys willkommen. Das hat einen Hintergrund.

Die Ulmer Teddyklinik öffnet wieder ihre Pforten. Zum neunten Mal laden angehende Mediziner der Universität Ulm ihre kleinen Patienten für zwei Tage ins Kornhaus. Im spielerischen Umgang mit ihren kranken Puppen, Teddys und Kuscheltieren sollen am Mittwoch, 1. Juni, die drei- bis siebenjährigen Kinder ihre Angst vorm Arzt überwinden lernen. Ob in den eigens dafür eingerichteten Behandlungsräumen, dem Teddy-OP samt Röntgensimulator oder lieber in der Teddy-Zahnklinik bleibt ganz den kleinen Besuchern überlassen.

Mittwoch- und Donnerstagvormittag sind für den angemeldeten Besuch der Kindergartengruppen reserviert. Am Mittwochnachmittag zwischen 13 und 16 Uhr können Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern aber unangemeldet vorbeischauen und ihre kleinen Patienten von künftigen Human-, Zahn- oder Molekularmedizinern behandeln lassen. Ausgerüstet mit Mundschutz und OP-Handschuhen können die Kinder den Teddyärzten bei der Behandlung helfen oder ihren Puppen und Lieblingstieren einfach zur Seite stehen.

„Die Kinder erleben den Besuch in der Teddyklinik in der Rolle der fürsorglichen Eltern oder der behandelnden Ärzte und nicht als hilflose Patienten“, erklären Alina Zerr und Marius Feilhuber, die in diesem Jahr die Organisation der Ulmer Teddyklinik übernommen haben, das Konzept der Veranstaltung. Jeder plüschige Patient erhält an der Anmeldung eine „Patientenakte“, wo der Name von Kind und „Patient“ sowie die „Beschwerden“ vermerkt werden. Wie in einer richtigen Praxis werden die Kinder und ihre Patienten dann von ihrem behandelnden Teddy-Arzt aufgerufen und zur Untersuchung abgeholt.

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Im Wartebereich stehen vielfältige Spielmöglichkeiten bereit. Um die – meist kurze – Zeit im Wartebereich zu vertreiben, sorgen dort Studierende der Fachschaft Zahnmedizin und die Klinikclowns von „Hieroniemuss Doktor-Clowns“ für Unterhaltung.

Die Teddyklinik ist eine Initiative der Ulmer Fachschaften Medizin, Zahnmedizin und Molekulare Medizin. Betreut werden die Kinder und ihre Kuscheltiere von gut vorbereiteten und pädagogisch geschulten Studierenden, die darin geübt sind, besonders liebevoll und geduldig mit den kleinen Patienten umzugehen. „Die meisten Kinder sind sehr aufgeschlossen und erzählen von sich aus, was ihr Kuscheltier für Symptome hat. Andere sind etwas schüchterner, und man muss vorsichtig nachfragen“, sagt Sophie Kiener, die im 6. Semester Medizin studiert. Besonders sensibel müssen die Teddy-Ärzte sein, wenn die Kinder bereits mit sehr ernsten Themen wie Krebs oder Tod konfrontiert wurden. „Dann ist es besonders wichtig, nicht den Wunderheiler zu spielen und zu versuchen, das Kind aufzumuntern“, sagt Kiener. Übrigens: Kaputtes Spielzeug wird in der Teddyklinik übrigens nicht repariert. (az)

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