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Ulm

27.06.2016

Mit voller Kraft zurück ins Leben

Fliegender Start: Wegen der starken Strömung war ein normaler Auftakt bei den Reggen nicht möglich.

127 Teams wetteifern bei „Rudern gegen Krebs“ um den Sieg, darunter viele von der Krankheit Betroffene. Dieses Jahr haben sie mit einer besonderen Herausforderung zu kämpfen.

Die Benefizregatta „Rudern gegen den Krebs“ hat gestern im dritten Jahr erneut Hunderte Menschen zu einem heiteren Fest mit ernstem Hintergrund in der Friedrichsau zusammengeführt. Im Doppelvierer mit Steuermann ruderten 127 Mannschaften zwar kräftig auf der Donau um die Wette, aber weniger für den persönlichen Sieg als für den guten Zweck.

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„Seit vier Jahren setzen wir am Universitätsklinikum Ulm auf Sport gegen Krebs“, sagte Professor Jürgen Steinacker als Leiter der Sektion Sport und Rehabilitationsmedizin zur Eröffnung der Regatta auf der Donau. Die heftige körperliche Betätigung eröffne ganz neue Perspektiven im Umgang mit der üblichen Kraftlosigkeit während und nach einer Krebsbehandlung. „Sportliche Aktivitäten onkologischer Patienten haben nachweislich einen positiven Einfluss auf ihren Krankheitsverlauf.“

Doch auf der Donau waren nicht nur Krebspatienten am Werk. Die weit überwiegende Mehrzahl bildeten Freizeitsportler, Vereinsmitglieder, auch einfach nur Menschen, die anderen beistehen möchten. Denn der Erlös der Veranstaltung, der sich aus Eintritts- und Startgebühren, aus Spenden und Sponsorenbeiträgen bildet, kommt der „Stiftung Leben mit Krebs“ und damit dem Projekt „Sport und Krebs“ der Uni Ulm zugute.

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Ein buntes Völkchen legte sich da für den guten Zweck in die Riemen mit Gruppennamen wie „DUU 2“ vom Uni-Klinikum, „Nokia Funkloch“, „Swordfish“ von Airbus, „Fleischeslust“ von Geydan-Gnamm, die „Schwabenkörnlis“ aus der Schapfenmühle und nicht zu vergessen die „Active Onco Kids“ mit ihren sechs Booten, darunter „Moby Dick“, „Unicorn“ und „Big Gig“.

Ziemlich viel Geduld mussten alle Ruderer mitbringen, weil nur eine einzige schwimmende Plattform fürs Besteigen und Verlassen der Ruderboote verfügbar war. Und noch ein Umstand machte den Ruderern zu schaffen – die heftige Strömung in der Donau nach all den Regentagen. So wurde denn, weil die überwiegend aus Laienruderern bestehenden Mannschaften die Boote nicht sicher in der Startposition halten konnten, jedes Rennen mit „fliegendem Start“ begonnen, was dem Vergnügen der Zuschauer durchaus zugutekam.

Großes Lob erfuhr Stephanie Otto, Diplom-Sportwissenschaftlerin am Klinikum Ulm, die das Projekt „Rudern gegen Krebs“ letztlich angestoßen hatte. Schon seit dem Jahr 2010 hatte sie in Kiel ähnliche Ruderregatten veranstaltet. Diese Erfahrung brachte mit ihrem Wechsel an die Uni Ulm mit und konnte sie bald darauf auch mit Unterstützung ihres Präsidenten Michael Weber und Sektionsleiter Steinacker verwirklichen. Sogar der Präsident hat mittlerweile schon neun Stunden im Ruderboot verbracht. Er halte, sagte er zur Eröffnung des Festes, die Veranstaltung für eine „ganz ganz tolle Gelegenheit, Lehre und Forschung mit den Menschen zusammenzubringen“.

„Rudern gegen den Krebs“, sagte Andreas Huber als Vorsitzender des veranstaltenden Ulmer Ruderclubs, „stellt eine ganz neue Herausforderung für uns dar“. Er habe erkannt, dass alle Helfer mit Begeisterung bei der Sache seien, weil alles doch einem guten Zweck diene. Allerdings sei der Club mit nun tatsächlich 127 Mannschaften an seiner Planungsgrenze angelangt.

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