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Ulm/Landkreis

05.01.2015

Närrische Ausstecherla

Die Präsidentinnen und Präsidenten mit den neuen Prinzenpaaren der Sieben-Schwaben-Vereinigung nach dem traditionellen Ordenstausch.
Bild: Manfred Deger

Zum närrischen Festakt auf dem Kuhberg in Ulm traf sich die Sieben-Schwaben-Vereinigung. Was hinter dem Ordenstausch steckt.

Die „Crème de la Crème“ des Fasnachtsadels der Region und die Präsidenten der neun Sieben-Schwaben-Gesellschaften trafen sich am Ulmer Kuhberg zum traditionellen Ordenstausch im Vereinsheim des vor 102 Jahren gegründeten Kuhbergvereins. Immer kurz nach der Adventszeit feiern die „Sieben Schwaben“ einen närrischen Festakt. In seinem Mittelpunkt steht ein Ordenstausch mit dem Hintergrund schwäbisch-alemannischen Brauchtums.

Wer glaubt, diese „Nachadventsfasnacht“ verstoße gegen kirchliche Regeln, der irrt. Der sollte sich zum Beispiel in den Klöstern über schwäbisches Brauchtum informieren, dann wird er schnell merken, dass die Fasnacht mehr mit der Vorweihnachtszeit zu tun hatte als Knecht Rupprecht. Der Ordenstausch soll an die Geschichte der Fasnachtsauszeichnungen erinnern, die im Mittelpunkt der Kampagne jedes Fasnachtsvereines stehen.

Die Orden haben ihren Ursprung in den Gebäckmodeln der süßen, schwäbischen „Ausstecherla“, die zum Brauchtum der Adventszeit gehören. Sie gleichen den Gebäckmodeln früherer Zeiten und sind Abbilder oder Motive der jeweiligen Fasnachts- oder Karnevalsgesellschaft. Fasnachtsorden sind Auszeichnungen für das ehrenamtliche Engagement in einer Narrengilde. Seit Jahrhunderten sorgte der Narr an Königshöfen und auf Volksfesten mit seinen Eulenspiegeleien für die Aufheiterung der Seelen und wurde dafür mit höchsten Ehren bedacht. Fastnachtsordensträger engagieren sich in Vereinen, welche die Menschen mit Frohsinn und guter Laune den Alltag vergessen lassen. „Sie sind eine Auszeichnung für das Ehrenamt“, betonte Kuhberg-Präsident Michael Lambacher. Wenn jemand bei der Sieben-Schwaben-Vereinigung einen Orden bekomme, dann verdiene er diesen für sein Engagement in den neun Fasnachts- und Faschingsgesellschaften. Der Kuhbergverein ist in der Kampagne 2014/15 federführend in der Karnevalsvereinigung. Er richtet am 1. Februar in der Weststadthalle die 35. Sieben-Schwaben-Prunksitzung, einen der Höhepunkte der schwäbischen Fasnacht, aus. Die Sieben-Schwaben-Vereinigung besteht seit 43 Jahren. Unter ihrem Dach finden diese Karnevalsgesellschaften ein närrisches Zuhause: Büttelzunft Nersingen, Carnevalsclub Illertal-Senden, Dornstadter Lachatrapper, Donauhexen der großen Karnevalsgesellschaft Ulm/Neu-Ulm, Kuhbergverein Ulm, Leipheimer Haufen, Oberelchinger Greane Krapfa, Pfuhler Seejockel und Unterelchinger Storchaneascht.

Der Ordenstausch dient auch dem Kennenlernen der neuen Prinzenpaare und der Koordination der Aktivitäten der neun Vereine in der neuen Fasnachtssaison, die zwar am 11.11. mit der Inthronisation der Prinzenpaare eingeläutet wurde, aber nach schwäbisch-alemannischem Brauch erst nach dem 6. Januar auf die Straße geht. 

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