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Neu-Ulm/Pfuhl

20.10.2017

Neue Glocke in Pfuhl wird geweiht

Reinhard Raats (links) und Hermann Hillmann präsentieren stolz das neue Bronze-Glöcklein.
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Reinhard Raats (links) und Hermann Hillmann präsentieren stolz das neue Bronze-Glöcklein.
Bild: Inge Pflüger

Das bronzene Prachtstück für den Turm des Museums wird geweiht. Um ihren verschollenen Vorgänger rankt sich ein Gerücht.

 „…ziehet, ziehet, hebt! Sie bewegt sich, schwebt! ... Friede sei ihr erst Geläute“ … Dieser Auszug aus Schillers „Lied von der Glocke“ verdeutlicht, welch einen Stellenwert die Glocken schon anno 1799 hatten – und auch heute noch haben. Deshalb machten sich die „Museumsfreunde Pfuhl“ zu ihrem 30. Geburtstag im Mai diesen Jahres selbst ein Glockengeschenk: Wie einst soll wieder ein Glöcklein vom historischen Dach des Museums erschallen (wir berichteten). Mit einem großen Fest wird die Glocke am kommenden Sonntag, 22. Oktober, geweiht.

Nach der Glockenweihe erschallt dann am Sonntagnachmittag zum ersten Mal ihr Klang vom Turm des ehemaligen Pfuhler Schul- und Rathauses, dem heutigen Museum. Höhepunkt wird das gemeinsame Geläut mit ihren „großen Schwestern“ im Turm der nahe gelegenen Ulrichskirche sein. Bereits im Mai beim Glocken-Guss, hat nämlich Glockengießer Peter Glasbrenner den Ton der neuen Glocke so gestimmt, dass er sich im Einklang mit den Kirchenglocken befindet.

Nicht von ungefähr hatte Museumsfreund Reinhard Raats vor etwa eineinhalb Jahren die Idee, einen mobilen Glockengießer an Land zu ziehen, damit dieser wieder eine Glocke für das historische Gebäude gießt. Auf dem ehemaligen Amts-, Rats- und Schulhaus hing nämlich mehr als 120 Jahre ein Glöcklein, das zu bestimmten Anlässen geläutet wurde – vermutlich bis zum Palmsonntag 1941. Seit dieser Zeit ist das Kleinod spurlos verschollen. Fest steht nur, es wurde weder in Kriegszeiten abgeliefert, noch eingeschmolzen.

Bis zum heutigen Tag hält sich aber das Gerücht, die Glocke ist während den Kriegswirren im Rathauskeller vergraben worden. Deshalb buddelten auch vor etlichen Jahren Hermann Hillmann und sein Vereins-Kumpan Reinhard Raats im alten Rathaus-Kellergewölbe nach dem „Corpus Delicti“ – vergeblich. Damals wurde ihr Tun gar in die Nähe einer „spektakulären Raub-Grabung“ gerückt – alles verlief aber positiv im Sande.

Zurück zum neuen Bronze-Glöcklein: Nachdem der Guss im Mai gelungen war, schaltete Hermann Hillmann die Firma Philipp Hörz ein, die dann Klöppel und Holz-Joch für das Prunkstück herstellte. Ebenso hat Hillmann in Zusammenarbeit mit der Pfuhler Firma Holzbau-Hillmann den neu gezimmerten Glockenstuhl im so genannten Gucken-Hürle montiert, daneben wurde das „Hürle“ verputzt und die notwendigen Elektro-Leitungen verlegt.

Was die Aktion gekostet hat, bleibt (noch) ein Geheimnis, jedenfalls wird sie aus der Vereinskasse bestritten.

Ablauf Die Glockenweihe beginnt am Sonntag, 22. Oktober, um 15 Uhr, im Museumsstadel in Pfuhl (Hauptstraße) mit einem ökumenischen Gottesdienst, gestaltet vom evangelischen Pfarrer Robert Pitschak und einer Vertreterin der katholischen Kirche. Anschließend servieren die Museumsfreunde Getränke und ein schwäbisches Vesper.

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