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Senden

29.08.2020

Seifen, Sport, Skyline Park: So arbeitet die Jugendhilfe Seitz in Senden

Die Mädchengruppe hat im Rahmen des Ferienprogramms unter der Leitung von Erzieherin Viviane Grau Seifen hergestellt.
Bild: Angela Häusler

Plus Im Ferienprogramm in Senden stellen Mädchen zum Beispiel Seifen her. Doch es gibt noch mehr Angebote bei der Jugendhilft.

Eine städtische Verwaltung ist breit aufgestellt, es gibt zahlreiche Aufgabengebiete – vom Betriebshof über Kindergärten und Finanzen bis zu öffentlicher Sicherheit. Doch wer macht eigentlich was im Sendener Rathaus? Und bei wem können sich Bürger mit welchen Anliegen melden? In einer Serie bieten wir einen kleinen Querschnitt. Heute: Die Jugendarbeit der Jugendhilfe Seitz in Senden.

Geschmolzene Kernseife, Kokosfett, Rosenblätter und Duftöle gehörten zu den Zutaten, mit denen Jugendliche im Sendener Jugendcafé „Style“ vor Kurzem Kosmetika herstellten – im Rahmen des Ferienprogramms.

Duftende, glitzernde Seifen hatten die sieben Teilnehmerinnen des Naturkosmetik-Workshops zum Trocknen in Förmchen eingefüllt, die sie später mit nach Hause nehmen durften. Unter Anleitung von Erzieherin Viviane Grau und Pädagoge Axel Conrady waren an diesem Nachmittag – ausnahmsweise – nur Mädchen im „Style“ versammelt, um gemeinsam Seife, Haarkuren und Lippenbalsam herzustellen.

Ferienprogramm in der Jugendhilfe Seitz in Senden

Andere Programmpunkte des Ferienspaßes sprachen Jungs und Mädels gleichermaßen an – da warteten etwa ein Ausflug in den Skyline Park im Allgäu, ein Freibadbesuch, Minigolfspielen oder auch einfach „Chillen am See“. Über fünf Wochen hinweg treffen sich die Jugendlichen während der schulfreien Zeit zu gemeinsamen Unternehmungen im Jugendcafé. Besonders beliebt seien die Sportangebote, berichtet Conrady über das Programm, das auch Jugendliche anspricht, die den Treff sonst nicht besuchen: „Im Ferienprogramm kommen immer noch ein paar Neue dazu“, so der pädagogische Leiter des Fachbereichs Jugendarbeit bei der Jugend- und Erwachsenenhilfe Seitz, die das Jugendcafé im Auftrag der Stadt betreut.

Seit Februar 2019 sind die derzeit vier Mitarbeiter für den Treff direkt beim Rathaus zuständig, der im Schnitt von 25 Jugendlichen pro Öffnungstag besucht wird. Im Sommer seien es weniger, im Winter eher mehr Besucher, so Conrady. Da könnten es auch mal bis zu 50 werden. Der Offene Treff richtet sich an Mädchen und Jungen ab 14 Jahren, Jüngere können den Jungs- beziehungsweise Mädchentreff besuchen, der einmal wöchentlich für Kinder ab neun Jahren organisiert wird.

Sowohl Aktivitäten in der Gruppe als auch persönliche Gespräche etwa wegen Konflikten untereinander oder mit der Familie haben im Jugendcafé ihren Platz. Häufig suchten Jugendliche Rat in Sachen Jobsuche und Bewerbung, so Conrady. Im Sinne der Treff-Besucher bemühen sich die Betreuer um gute Vernetzung nach außen, etwa zur Stadtverwaltung und den örtlichen Schulen, aber auch in die Stadtgesellschaft hinein. So arbeiten die Verantwortlichen beispielsweise an einem Konzept, um Kooperationen mit örtlichen Vereinen anzustoßen. Mit dem Sendener Boxklub etwa haben schon erste Gespräche stattgefunden.

Ein Sportpädagoge soll zur Jugendhilfe in Senden stoßen

Überhaupt, so Conrady, seien bei den Jugendlichen Sportaktionen beliebt, sodass ab Herbst ein Sportpädagoge zum Team stoßen wird, der regelmäßig entsprechende Angebote macht. „Die Jugendlichen haben viel Energie, aber oft wenig Möglichkeiten, sie rauszulassen“, berichtet der Erzieher. Auch zu den Bildungseinrichtungen halten die Pädagogen Kontakt und wollen etwa das im vergangenen Jahr begonnene Projekt „Pommes und Politik“ wieder veranstalten, wo Jugendliche und politische Amtsträger in Kontakt kommen. Auch Veranstaltungen wie Tischkicker-Turniere, Kochaktionen oder Graffiti-Workshops gehören zum Jahresprogramm im Jugendcafé. Die Ideen für solche Events stammten oft von den Teenies selbst, erklärt Grau.

Viele der jungen Besucher bleiben dem Treff lange Zeit treu, für sie bleibt er über Jahre ein Bezugspunkt. Die ältesten Gäste sind immerhin schon Anfang zwanzig.

Um die Jugendarbeit an beliebten Treffpunkten im Stadtgebiet kümmert sich Stadtjugendpfleger Benjamin Miller, mit dem das Jugendcafé-Team ebenfalls eng zusammenarbeitet. Für die kommenden Monate planen die Pädagogen, die Zusammenarbeit mit Vereinen zu intensivieren und durch aufsuchende Jugendarbeit weitere junge Leute zu erreichen. Bei der städtischen Jugendarbeit gehe es nicht darum, Konkurrenz-Angebote zu existierenden zu schaffen, sondern Lücken zu schließen, erläutert Conrady. Zudem hoffen die Betreuer, dass ihnen die Corona-Pandemie keinen Strich durch die Pläne macht.

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