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Oberelchingen

27.01.2019

Stammzellen für Lukas: Die Unterstützung in der Region ist riesengroß

Im Konstantin-Vidal-Haus drängten sich am Sonntag die Menschen, um eine Speichelprobe abzugeben. Die Familie hofft, dass sich unter all den Freiwilligen ein Stammzellenspender finden lässt, der den leukämiekranken Lukas retten kann.
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Im Konstantin-Vidal-Haus drängten sich am Sonntag die Menschen, um eine Speichelprobe abzugeben. Die Familie hofft, dass sich unter all den Freiwilligen ein Stammzellenspender finden lässt, der den leukämiekranken Lukas retten kann.
Bild: Felix Oechsler

Plus Zur Typisierungsaktion in Oberelchingen kommen mehr Menschen als erwartet. Wie die Mutter die Chancen sieht, in der Region einen passenden Stammzellenspender zu finden.

Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist gewaltig: Lange Schlangen stehen am Sonntag an der Tür und auf den Treppen ins Obergeschoss des Konstantin-Vidal-Hauses in Oberelchingen, um eine Speichelprobe abzugeben. Schon am frühen Mittag sind sämtliche Parkplätze im weiten Umkreis vollständig belegt. Alle sind gekommen, um einem zu helfen: Der 17-jährige Lukas Hein aus Unterfahlheim braucht einen lebensrettenden Stammzellenspender, um seine Leukämie-Erkrankung zu besiegen. Auf bis zu 1000 Freiwillige hatten die Organisatoren gehofft – am Ende waren es viel mehr.

Michael Steck, Jugendleiter des Fischereivereins, war am frühen Abend, als die Aktion zu Ende ging, total glücklich. Sein Verein, dem Lukas seit sieben Jahren angehört, hatte zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung die Typisierungsaktion für mögliche Stammzellenspender im Vidal-Haus auf die Beine gestellt. Statt der erhofften 1000 Menschen waren mehr als 1300 gekommen, um sich testen zu lassen. Lukas Hein selbst, für den sich so viele engagieren, erlebte alles übers Handy in der Klinik mit.

Die Mutter von Lukas hofft auf Menschen der Region

„Lukas ist ganz begeistert“, sagte seine Mutter Silvia Hein. Sie verteilte Kuchen an die Menschen, die sich für die Stammzell- und Knochenmark-Spenderdatei mit einer Speichelprobe typisieren ließen. Den hatte der Kreis ihrer Freunde und Verwandten gebacken und gespendet. Silvia Hein trug einen Mundschutz, um Lukas durch den Kontakt mit so vielen Menschen nicht zu gefährden. Er bekomme gerade eine leichte Chemotherapie, erklärte sie, denn die Ärzte warteten und hofften, bald einen Stammzellspender zu finden. Bis dahin sollen sich keine neuen Krebszellen nachbilden. Weil ihre Familie seit Menschengedenken im Raum Nersingen-Elchingen lebt, ist nach Einschätzung von Silvia Hein die Wahrscheinlichkeit hoch, einen Spender in der Region zu finden. „Im Genpool einer Region bestehen wahrscheinlich die besten Chancen.“

Glücklich über die vielen Spenden

Glücklich ist sie über die vielen Spenden, die von Firmen, von vielen Menschen aus dem Umfeld der Familie und auch von seinen früheren Mitschülern der Anton-Miller-Schule in Straß kamen, die Lukas Hein vor seiner Ausbildung zum Industriemechaniker besuchte. Und über das Engagement des Fischereivereins. Dessen Jugendleiter Michael Steck erzählt: „Wir wollten alle helfen und haben uns gefragt, was wir tun können.“ Als einzige wirkliche Möglichkeit, aktiv etwas zu erreichen, erschien ihm und all den Vereinsmitgliedern, von denen etwa 25 als Helfer bei der Typisierungsaktion dabei waren, die Suche nach einem Stammzellspender für den 17-Jährigen zu fördern. „Und wir haben unglaublich viel Unterstützung erfahren“, berichtet er. Zudem habe sich ein großer Teil der Vereinsmitglieder selbst in die Stammzellspender-Datei eintragen lassen.

Für die Typisierung wird – nach dem Ausfüllen eines Spender-Fragebogens – mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe entnommen, deren Gewebemerkmale im Labor analysiert werden. Für Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren ist die Typisierung gratis, erklärt Steck. Ältere Teilnehmer mussten 40 Euro in ein Spendenkästchen stecken, denn mit 61 Jahren wird man aus der Kartei der potenziellen Stammzellspender gestrichen.

Die Freiwilligen kommen aus der gesamten Region

Über die Reichweite der Aktion ist Michael Steck begeistert: „Es sind Leute da aus Nersingen und Elchingen, aus Ulm und Unterfahlheim – aus der ganzen Region.“ Die Werbetrommel, die der Fischereiverein gerührt hatte, und die Social Media-Kontakte vor allem der jüngeren Vereins-Mitglieder zeigten Wirkung. Über das Internet hatte beispielsweise auch der 17-jährige Luis von der Typisierungsaktion erfahren. „Ich bin so alt wie Lukas, und ich wollte einfach helfen, deshalb bin ich hier“, erklärte er.

Damit Lukas Hein möglichst „live“ all das miterleben konnte, was für ihn am Sonntagnachmittag getan wurde, fotografierte seine Unterfahlheimer Nachbarin Tanja Hillebrand die Aktion. Per Whatsapp erhielt Lukas Bilder aus dem Vidal-Haus. „Ich glaube, dass es echt schön ist für ihn, zu sehen, wie viele ihm helfen wollen“, sagt sie. Außerdem möchte sich Lukas, wenn er die Leukämie-Erkrankung überstanden hat, ein Erinnerungsbuch an diese Zeit anfertigen. Auch dafür seien Bilder der Typisierungsaktion gedacht, erzählt Tanja Hildebrand.

Info: Am Sonntag, 17. Februar, findet im Sendener Bürgerhaus von 10 bis 15 Uhr eine weitere Typisierungsaktion für Lukas statt. Wer die Aktion als Sponsor unterstützen möchte, kann sich per Mail unter info@heartforlife oder telefonisch unter 0174/1708481 melden.

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