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19.07.2020

Street-Food-Festival in Senden: Cocktails, Crêpes, Corona-Masken

In diesen knallroten Wagen hat ein Wirte-Trio viel Geld gesteckt. Obwohl die Corona-Krise ein harter Schlag war, wollen die drei Unternehmer nicht aufgeben.
Bild: Andreas Brücken

Plus Beim ersten regionalen Street-Food-Festival nach dem Lockdown sind die Besucherzahlen verhalten. Trotzdem sind Wirte und Veranstalter mit dem Fest in Senden zufrieden.

Hygiene hat ihren Preis – für das Street-Food-Festival, das am vergangenen Wochenende auf dem Sendener Volksfestplatz stattgefunden hat, liegen die Kosten für zusätzliches Sicherheitspersonal, Desinfektionsmittel und Absperrungen im vierstelligen Eurobereich, berichtet Carolin Keller. Als Mitorganisatorin sitzt die Marketingmanagerin am Eingang und kassiert von jedem Besucher drei Euro ab. Gebetsmühlenartig bittet sie jeden Besucher am Ausgang, das Kontaktformular auszufüllen. „Damit wollen wir verhindern, dass es schon am Eingang zu Staus kommt“, sagt sie und ergänzt, dass die Besucher größtenteils mit Verständnis auf die Vorschriften reagieren würden. Auf dem gesamten Platz gilt die Maskenpflicht – außer an den Sitzplätzen. Hier stehen die Biertischgarnituren im großzügigen Sicherheitsabstand zueinander.

Alles auf Abstand: Viel Platz hatten die Veranstalter zwischen den Bierbänken gelassen. Die Besucherzahlen blieben verhalten.
Bild: Andreas Brücken

Das Rahmenprogramm mit Livemusik, Kinderschminken und Hüpfburg wurde aus Hygienegründen in diesem Jahr gestrichen, erklärt Keller und zeigt sich dennoch zufrieden: Mit rund 1500 Gästen in drei Tagen sei die Veranstaltung „gut voll“ gewesen. Dies sei auch eine durchschnittliche Besucherzahl unter „normalen“ Bedingungen gewesen. Gemeint damit sind die Umstände vor der Corona-Krise. Die Folgen hatte die Gastronomie besonders hart getroffen. Auch der Event-Barkeeper Dietmar Meyer, der Cocktails wie Pina Colada, Caipirinha oder Aperol Spritz verkauft, hat die vergangenen Monate in schmerzhafter Erinnerung: „Als Barkeeper habe ich keine geschäftliche Alternative, wie meine Kollegen am Grill, die einen Lieferservice anbieten können.“ Auf die Frage, wie zufrieden er mit dem Geschäft auf dem Sendener Volksfestplatz sei, zuckt der Gastwirt mit den Achseln: „Ich bin froh, überhaupt wieder für meine Kunden da sein zu dürfen“, lautet dann seine Antwort.

Senden: Erster regionaler Street-Food-Markt nach dem Corona-Lockdown

Etwa 20 Imbisswagen und Anhänger waren gewöhnlich in den vergangenen Jahren auf dem Platz gestanden – jetzt sei es noch ein gutes Dutzend, wie Carolin Keller sagt. Viele Foodtrucker hätten ihr Fahrzeug unter dem Druck der Corona-Krise für diese Saison abgemeldet. Dennoch dürften die Besucher kulinarisch auf ihr Kosten gekommen sein. Zart gegartes Fleisch vom Schwein, Huhn oder Büffel, vegane Alternativen oder exotische Spieße vom Känguru sind im Angebot der Händler. Zum Nachtisch locken süße Crêpes oder Donuts. Mit dem Versprechen „einmal probiert, immer verführt“ werben drei junge Köche vom Balkan auf ihrem knallroten Bus. Auf der Speisekarte machen deftige Spezialitäten wie Cevapcici oder Djuvec-Reis Appetit. Rund 30000 Euro hat das Trio im vergangenen Jahr für den Umbau des Foodtrucks investiert, im Frühjahr sorgte der Lockdown für Stillstand in der Geschäftskasse. Hochzeiten, Geburtstagspartys oder Firmenfeiern wären eigentlich zu dieser Zeit im Terminkalender gestanden. Aufhören sei, allen Katastrophen zum Trotz, jedoch niemals ein Thema für sie gewesen, ist sich das Trio einig. Schwierig sei es, sich nach den immer neuen Vorschriften zu richten, sagt einer der drei Gastwirte. Jedes Mal müsse individuell mit den Behörden geklärt werden, welche Abstandsregeln auf den jeweiligen Events gelten und wer sich um die Einhaltung kümmern müsse. Doch statt zu resignieren, wollen sie mit Hoffnung in die Zukunft blicken, wo sich bereits einige Buchungen andeuten.

Maskenpflicht galt auch auf dem Sendener Schmankerl-Markt.
Bild: Andreas Brücken

Auch die Veranstalter des Street-Food-Festivals wollen die Saison noch nicht als verloren wissen, sagt Mitorganisatorin Keller: „Auch wenn die wöchentlichen Veranstaltungen seit März größtenteils abgesagt wurden, hoffen wir jetzt auf die kommenden Monate.“

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