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Ulm

14.05.2015

Trompetenzauber für Genießer

Zwei Trompeter mit Klasse: die Solisten Reinhold Friedrich (links) und Johann Konnerth beim Philharmonischen Konzert im Congress Centrum.
Bild: Florian L. Arnold

Das Philharmonische Orchester und Solist Reinhold Friedrich werden vom Publikum im CCU gefeiert – und das völlig zu Recht.

Im gleichen Duktus gelang Friedrich das 1803 entstandene Trompetenkonzert Hummels als überschwänglich-vitaler Ausdruck einer Konzertgattung, die zwar in Renaissance und Barock ihre Höhepunkte feierte, mit besagtem Hummel-Konzert aber noch einmal eindrucksvoll die solistischen Kapazitäten der Trompete vorstellt. Hummels Tonsprache im Übergang zwischen Klassik und Romantik ist durchaus moderner als die vieler Zeitgenossen, der Komponist selbst galt als aufgeschlossen für Neuerungen; sein Konzert gefällt mit geistreichen dramatischen Wendungen und einem spritzigen Finale, das die Philharmoniker mit Reinhold Friedrich vornweg bravourös umsetzten. Hier gab es schon Zwischenapplaus. Dabei hatte schon der Einstieg mit Johann Konnerth im Vivaldi-Doppelkonzert deutlich gezeigt, mit welchem Verve und welcher Begeisterung alle Beteiligten an diesem Abend bei der Sache waren.

Karl Ditters von Dittersdorf schrieb seine erste Sinfonie „Die vier Weltalter“ nach Ovids Metamorphosen. Die Philharmoniker verstanden es, die lebendige Deklamatorik des Werkes vital und detailscharf umzusetzen; bravourös die Feinarbeit in den Streichern, die dynamische Raffinesse, ohne die diese Sinfonie leicht in die Nähe beliebiger Tafelmusik hätte rutschen können.

Überhaupt hatten sich die Ulmer – wieder einmal – sehr um eine differenzierte und werkgerechte Tonkultur verdient gemacht. Da wurde auch Mozarts 39. Sinfonie durch die achtungsvolle und vielfarbige Umsetzung unter Handschuhs Dirigat zu einem erhebenden Erlebnis voll wirbelnder Bewegung. Dass sich Friedrichs fantastisch klarer Trompetenzauber noch einmal in Beethovens „Leonore-Arie“ und in einer kleinen Zugabe eines Renaissance-Tänzchens aus der Champagne erleben ließ, krönte den Abend.

Es gab großen Applaus – und noch ein wenig mehr Bravo-Rufe als sonst.

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