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23.10.2009

Umweltzone: Ausnahmen bestätigen Regel

Neu-Ulm Am Allerheiligentag, 1. November, werden große Teile Neu-Ulms - nach langem Vorlauf - zur Umweltzone. Von diesem Datum an dürfen nur noch Autos in die Stadt, die eine rote, grüne oder gelbe Feinstaub-Plakette an der Windschutzscheibe pappen haben. Die Farben richten sich nach der Schadstoffklasse des Fahrzeugs: "Grün" gibt es für Karossen, die die Abgasnorm Euro 4 und besser schaffen, Euro 3-Wagen sind "grün" gekennzeichnet, den roten Aufkleber bekommen Fahrzeuge der Euro 2-Gruppe. Stinker - also Kraftfahrzeuge, die oben genannte Normen nicht schaffen - müssen künftig draußen bleiben.

Wer ohne Plakette erwischt wird, zahlt 40 Euro Bußgeld

Wer ab November ohne Umweltplakette in die durch Schilder gekennzeichnete Stadtgebiete fährt und erwischt wird, dem drohen 40 Euro Bußgeld und - was manchen Autofahrer vielleicht mehr treffen kann - einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei.

Soweit die Regel. Aber auch hier gilt, dass sie durch Ausnahmen bestätigt wird - nicht alle Stinker müssen draußen bleiben. Beispielsweise müssen Händler, die auf diversen Märkten in der Stadt ihre Ware feil bieten, keine Umweltplakette für ihre Gefährte haben.

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Unverhältnismäßige Härten sollen vermieden werden

Günther Baumgärtner von der Abteilung Umwelt und Verkehrsplanung im Neu-Ulmer Rathaus und Experte in Sachen Umweltzone begründet die Ausnahme damit, dass "unverhältnismäßige Härten" vermieden werden sollen. "Häufig haben die Händler ältere Fahrzeuge. Zugleich seien Marktleute nicht unbedingt der Gruppe der Besserverdienenden zuzurechnen, sodass sie nicht so einfach ein neues Fahrzeug anschaffen können.

Wenn sämtliche Fieranten ohne Pickerl nicht in die Stadt gelassen würden, könnte es sein, dass das Angebot auf den verschiedenen Märkten stark zurückgehen wird." Zudem weist Baumgärtner darauf hin, dass Markthändler - vor allem bei Veranstaltungen wie Töpfer- oder Kunsthandwerkermarkt - eher selten die Stadt ansteuern.

Auch Behinderte mit sogenannter Parkerleichterung können mit Plaketten-losen Autos nach Neu-Ulm fahren. Auch dabei wäre es nach Ansicht der Stadt unbillig, von diesen Personen zu verlangen, ihre oft für teures Geld umgerüsteten Spezialfahrzeuge zu verschrotten.

Auch Oldtimer brauchen kein Pickerl. Allerdings muss der Fahrer unter anderem nachweisen können, dass sein Schnauferl nicht mit einem Katalysator hätte nachgerüstet werden können.

Ausnahmsweise dürfen auch Kfz mit Kurzzeitkennzeichen (5 Tage Gültigkeit), die auf Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrt sind, straflos durch die Umweltzone kurven. Dasselbe gilt, wenn eine "rote Nummer" am Auto angebracht ist oder ein Ausfuhrkennzeichen.

Aus "Wettbewerbsgründen" dürfen KfZ ohne Plakette auch die Nutzfahrzeuge-Firma Wilhelm Mayer und den TÜV anfahren. Günther Baumgärtner: "Zur Firma Mayer fahren beispielsweise viele Unimogs zur Wartung. Das sind langlebige Fahrzeuge, die wegen ihres Alters die heutigen Abgasnormen nicht erfüllen. Wenn Unimog-Besitzern der Zugang zu dem Unternehmen versperrt wird, suchen sie sich unter Umständen eine andere Werkstatt - und bleiben dort."

Zufahrt zum TÜV auch "ohne"

Ähnliches gelte für den TÜV. Dem Wunsch des Neu-Ulmer Niederlassungsleiter, mit gesonderten Schildern die Zufahrt zu den Hallen an der Zeppelinstraße auszuweisen, habe nicht entsprochen werden können.

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