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Ulm

03.04.2014

Vom Meister zum Master

Über das Projekt informierten (von links): Professor Ulrich Stadtmüller und Professor Hermann Schumacher von der Uni Ulm, Professor Wolfgang Schroer und Professor Achim Bubenzer von der Hochschule Ulm sowie Götz Maier von Südwestmetall und Otto Sälzle von der IHK Ulm.
Bild: Alexander Kaya

Universität und Hochschule Ulm starten ein gemeinsames Projekt zur Weiterbildung. Was dahintersteckt.

Meister, Techniker und berufstätige Bachelorabsolventen können schon bald weitere akademische Abschlüsse der Universität oder der Hochschule Ulm neben dem Job erwerben. Die beiden Einrichtungen starteten dazu ein gemeinsames Weiterbildungsangebot, das vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit 800000 Euro gefördert wird.

Die Hochschule ist mit dem Kooperationsvorschlag auf die Uni zugegangen. Hier fand man die Idee sehr gut. „Bei den vielen unterschiedlichen Angeboten von Hochschule und Universität ist das Programm für Studieninteressenten schwer zu durchschauen“, sagte Professor Hermann Schumacher von der Universität. Man brauche eine zentrale Anlaufstelle, betonte Professor Achim Bubenzer von der Hochschule. Die beiden Institutionen sollen am Ende eine gemeinsame Adresse und einen gemeinsamen Webauftritt haben. „Wir wollen die erste Adresse in der Region sein, wenn es um akademische Weiterbildung geht“, so Bubenzer.

Beide Institutionen haben bereits Startpotenzial, wenn es um das berufsbegleitende Studium geht. An der Hochschule gibt es den Bachelorstudiengang Maschinenbau auch für Berufstätige, und an der Uni können sie sich in Sachen Sensorsystemtechnik oder Wissenschaftsmanagement weiterbilden. Jetzt planen Uni und Hochschule gemeinsam weitere Studiengänge. „Nach außen hin sind wir eins“, sagt Schumacher. Was die Führungsstruktur betrifft, habe man sich bereits intern geeinigt. Was der gemeinsamen Institution noch fehlt, ist der Name. Hierzu wollen die Planer einen Ideenwettbewerb starten. Bis Ende des Jahres soll dann alles so weit sein und sich das Konzept etabliert haben. Bis dahin müssen Uni und Hochschule noch Einiges koordinieren und durchdenken. Zum Beispiel, wie die Studierenden, die berufstätig sind, vielleicht eine Familie haben, oder auch weiter weg wohnen, etwas lernen sollen – darum soll es schließlich gehen. Während man an der Hochschule eher dazu tendiert, in echten Räumen echte Vorlesungen zu halten, setzt die Uni auf das Lernen im Internet. Man habe bereits viel investiert. Während einer kurzen Vorführung der Lernplattform im Internet macht sich das auch bemerkbar. Mit Videoprogrammen können Studenten über das Internet mit ihren Betreuern reden. Sie müssen Übungsblätter abschicken und können sich Vorlesungen ansehen.

Den inneren Schweinehund überwinden

Ein besonderer Trick: Die Dozenten schreiben an eine durchsichtige Tafel aus Plexiglas, sodass sie in die Kamera sehen können. So sehen die Studenten ihren Dozenten von vorne und können seinen Erklärungen lauschen – abends, nach der Arbeit auf dem Sofa. Otto Sälzle von der IHK gibt zu bedenken: Nicht jeder habe auf dem Land gutes Internet, und nicht jeder wolle mit dem Internet lernen. „E-Learning heißt: Jeden Tag den inneren Schweinehund überwinden.“

Weiterbildungsprogramme der IHK haben es schon auf diese Weise versucht. „Wir können uns mal austauschen“, bietet Sälzle an. Grundsätzlich hält er das Projekt für den „idealen Weg“. Götz Maier von Südwestmetall stimmt ihm zu. So könne man dem Fachkräftemangel in der wirtschaftlich prosperierenden Region entgegenwirken.

Das Projekt von Hochschule und Uni trägt den Namen „Nachfrage-orientierte Weiterbildung bis zum Masterabschluss“, abgekürzt „Now: Master“. Berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Vorbereitungs- und Auffrischungskurse im Bereich Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) werden voraussichtlich an der Hochschule angesiedelt, Masterstudiengänge an der Uni. Projektpartner sind IHK und Südwestmetall, die Handwerkskammer unterstützt das Angebot.

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