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Pfaffenhofen

08.11.2017

Von großen Projekten und kleinen Insekten

Nicht allen gefällt die neue Mitte Diepertshofen. Ein Bürger fragte, wie sich die Umgestaltung mit dem Klimaschutzkonzept vereinbaren lasse.
Bild: Willi Baur (Archivfoto)

Die Bauarbeiten in der Lindenstraße sind ein Thema in der Pfaffenhofer Bürgerversammlung. Doch auch ein gefährlicher Schädling löst eine Diskussion aus.

Erst machte die Computerpräsentation Probleme, dann bekam Pfaffenhofens Bürgermeister Josef Walz noch Gegenwind von einem Teil der Bevölkerung. Bei der Bürgerversammlung in der Hermann-Köhl-Schule zeigte sich der ein oder andere Teilnehmer unzufrieden mit der Arbeit der Verwaltung der Marktgemeinde.

Rund eine Stunde lang präsentierte Bürgermeister Walz am Montagabend die Neuerungen des Jahres in Pfaffenhofen: Der Markt hat unter anderem flächendeckend einen Breitbandanschluss ausgebaut, die Straßenbeleuchtung auf energieärmere LED-Lampen umgerüstet oder das Feuerwehr-Gerätehaus in Balmertshofen renoviert.

Doch die Bürger beschäftigten andere Themen. Insbesondere die Erweiterung der Lindenstraße sorgte für Unmut. Die bislang durch ein großes Grundstück getrennte Straße wird nun zusammengeführt. In „zähen“ Verhandlungen hat die Gemeinde den Grundstückseigentümer überzeugen können, das Gebiet zu verkaufen, wie Walz sagte. Doch nun will der Besitzer der Immobilie, dass noch dieses Jahr umgebaut wird – „aus steuerrechtlichen Gründen“.

Viele Anwohner der Lindenstraße fühlen sich überrumpelt. Die Bauarbeiten laufen schon, aber sie wissen noch nicht, wie hoch ihr Anteil am Straßenerschließungsbetrag sein wird. „Die Bürger sollten schleunigst an den Tisch geholt und informiert werden“, sagte ein Mann und erhielt dafür Applaus.

Walz drückte sein Bedauern aus: „Normalerweise ist es nicht unser Stil, die Bürger so zu überrumpeln.“ Doch da momentan kein Personal im Rathaus arbeite, das die Kosten kalkulieren kann, sei noch keine Auskunft möglich. Nun soll ein externes Büro für die Berechnung der Beiträge beauftragt werden. „Wir werden die betroffenen Anlieger noch informieren“, versicherte der Bürgermeister.

Straßenerschließungsbeiträge waren bezüglich des Umbaus der Diepertshofer Ortsmitte ebenfalls ein Thema. Für einen Bürger war es unverständlich, weshalb bei dieser Umgestaltung die Anwohner keine Abgaben zu zahlen hatten. Walz stellte klar: „Für Verschönerungsmaßnahmen dürfen keine Straßenausbaubeträge verlangt werden.“

Damit war das Thema der neue Mitte Diepertshofen für diesen Teilnehmer der Bürgerversammlung nicht am Ende. Er ist der Ansicht, dass die Umgestaltung zu immens war. Sie könne kaum im Sinne des vor drei Jahren erstellten Klimaschutzkonzeptes sein. „Haben sie den Klimaschutzmanager nur eingestellt, um Zuschüsse zu bekommen?“, fragte der Mann. Der Bürgermeister wies dies zurück und erläuterte seine Sicht der Dinge. Zunächst sei nur der barrierefreie Zugang zur Kapelle St. Ulrich geplant gewesen. „Dann hat die Kommune geschaut, ob es dafür öffentliche Mittel gibt“, sagte Walz. Die Gemeinde war Teil eines europäischen Förderprojektes, das Zuschüsse für den Umbau des Ortszentrums bereitstellte. Zusätzlich zum barrierefreien Weg zur Kapelle wurde daher auch der Zugang zur Roth erneuert. „Ich habe damals mit den Anliegern gesprochen und die meinten alle, das wäre eine tolle Geschichte“, sagte Walz.

Das Thema Klimaschutz wurde auch bei einer weiteren Anfrage relevant. Eine Pfaffenhofer Bürgerin beschwerte sich über einen Baum, der auf Gemeindegrund steht. Denn an ihm befindet sich ein gefährliches Insekt: der Eichenprozessionsspinner. Ihre Tochter sei in eines der Nester des Schädlings getreten, berichtete die Frau. Ein Hautausschlag am ganzen Körper des Kindes sei die Folge gewesen. Doch Walz will den Baum nicht umfällen lassen – zum Schutze des Klimas. „Das ist vorsätzliche Körperverletzung, wenn man da nichts macht“, sagte die Bürgerin. Walz betont, dass seine Mitarbeiter den Baum regelmäßig kontrollieren. „Chemische Keulen“ will er nicht heranziehen, „das könnte für Mensch und Tier“ gefährlich werden.“

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