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Thalfingen

04.02.2015

„Waldfüchse“ bleiben im Revier

Auch wenn die Sonne nicht scheint, sind die „Waldfüchse“ in ihrem Revier unterwegs.
Bild: Deger

Kindergarten im Auwald darf auf unbestimmte Zeit bleiben. Auch die Jäger können nun mit den neuen Bewohnern leben.

„Ein Leben wie Hänsel und Gretel“ befürchtete eine junge Mutter für ihre Kinder, als der Elchinger Gemeinderat vor zwei Jahren wegen fehlender Plätze im Kindergarten St. Laurentius in Thalfingen der Einrichtung eines „Waldkindergartens“ zustimmte. Die Mutter konnte beruhigt werden. Kein Lebkuchenhaus, keine böse Hexe. Im Gegenteil. Die Betreuerinnen des Waldkindergartens brachten ihren Schützlingen die Tiere, Bäume und Pflanzen näher. Die „Waldfüchse“ wollen ihr Revier nicht mehr verlassen. Müssen sie auch nicht, denn der Gemeinderat entschied in seienr jüngsten Sitzung, dass der Vertrag unbefristet verlängert wird.

Der Betrieb der Waldgruppe wurde damals auf die Dauer von drei Jahren begrenzt. Nun wurde der Verlängerung mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr für beide Parteien zugestimmt. Die Einrichtung sei von großem pädagogischem Wert und zudem noch kostengünstig, betonte Gemeinderat Franz Willbold (DGO). Es gebe keinen besseren Lehrmeister als die Natur, die man im Waldkindergarten mit allen Sinnen erleben könne. Die Waldgruppe sei eine Bereicherung der Elchinger Kindergarteneinrichtungen, meinten auch Johann Gröger (FWE) und Karin Batke (UFWG).

Letztere freute sich mit Ratskollege Reinhard Rothermund darüber, dass auch die Jäger inzwischen mit den „Waldfüchsen“ leben könnten. Die Jagdgenossenschaft stellte zwar eine vermehrte Abwanderung des Rotwildes in den östlichen Teil des Auwaldes fest. Statt vier Stück Rotwild wurde im Gebiet des Waldkindergartens in der vergangenen Jagdsaison nur ein reviertreuer Bock erlegt. Doch die Jagdgenossenschaft wird, wie bereits berichtet, mit 1022 Euro dafür entschädigt. Karin Batke schlug eine Gemeinschaftsaktion der Kinder mit den Jägern vor, die den Waldfüchsen die jagdlichen Aufgaben der Hege und Pflege näher bringen könnten.

Die Gemeinde erkennt für den Waldkindergarten einen Bedarf von bis zu 30 Plätzen an. Für bis zu zwölf Kinder können zwei, bis 23 Kinder drei und bis 24 Kinder vier Fachkräfte eingesetzt werden.

Bauwagen und Tennisheim als schützende Bleibe

Und diese – Kinder, Betreuer und Eltern – fühlen sich wohl im Wald. Außer dem gut eingerichteten und beheizbaren Bauwagen steht den Kleinen auch in einem Raum des angrenzenden Tennisheimes eine schützende und warme Bleibe zur Verfügung. Die Nachmittage verbringen die Kinder im Kindergarten „St. Laurentius“. Im Waldkindergarten wird jeden Vormittag neu entschieden, in welches Waldstück die Kinder aufbrechen, um dort „Natur pur“ zu erleben. (mde)

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