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23.05.2012

Zwölf Apostel gründen einen Verein

Die Vereinsmitglieder haben künftig viel Arbeit vor sich: Auch der „Kerkerheiland“ (hier im Bild seine Hand) wartet noch auf seine Restaurierung.

„Freunde des Klostermuseums Elchingen“ wollen die Einrichtung fördern und Objekte restaurieren

Elchingen Sie waren Gefolgsleute des Herrn. Aber sie gaben unter anderem auch einem Berliner Pizza-Bäcker und einem Gasthof in Altötting ihren Namen: die zwölf Apostel. Und wenn man ihren Titel richtig übersetzt, dann sind sie Sendboten von etwas Neuem.

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„Zwölf Apostel“ könnte man deshalb auch die Gründungsmitglieder des „Vereines für die Freunde des Klostermuseums Elchingen“ nennen. Vereinsziele sind die Förderung des Museums und seiner Objekte und deren systematisches Konservieren und Restaurieren. Bei der Auswahl der Objekte sollen das Landesdenkmalamt und die betreuenden Restauratoren beratend zur Seite stehen. Vereinsaufgaben sind unter anderem auch die Suche von Sponsoren für Restaurierungsmaßnahmen, die Erforschung der Geschichte Elchingens anhand der Objekte des Museums, die Mithilfe bei der Ausarbeitung eines Museumskonzeptes oder das Erarbeiten von Ausstellungen.

Schon jetzt können die Freunde des Klostermuseums Elchingen mit Stolz auf die einmalige museale Einrichtung auf dem „Heiligen Berg“ hinweisen. Erst kürzlich stellte der Vorsitzende Gührer drei wertvolle Klosteransichten aus den Jahren 1619, 1684 und 1773 vor, die mehr sind als bloße Ausstellungsobjekte. Schwabens großer Kirchenmaler Josef Wannenmacher (1722-1780) berichtet zum Beispiel auf einem der Bilder in künstlerischer Ausführlichkeit über die Welt des 18. Jahrhunderts.

Zwölf Apostel gründen einen Verein

Im Museum erfährt man zum Beispiel auch, dass der „Kerkerheiland“, eine Holzskulptur mit beweglichen Gliedern und Originalkleidung aus dem 17. Jahrhundert, der gleichnamigen Kapelle hinter dem Gnadenaltar der Klosterkirche ihren Namen gab.

Bewegliche Glieder hat auch die wertvolle Holzstatue des „Elchinger Jesuskindes“, ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert.

Kaiserliche und königliche Geschenke erinnern daran, dass die ehemalige Reichsabtei Elchingen in ihrer Blütezeit über ein großes Gebiet verfügte, dass sie aber trotzdem zu den ärmeren Klöstern zählte. Das lag daran, dass sie oftmals Staatsgäste mit ihrem hundertfachen Anhang von Mensch und Tier beherbergen und verpflegen mussten. An einer Museumswand grüßen die von einem flämischen Maler angefertigten Porträts des Klosterkonventes.

Letzter erhaltener Raum könnte Schaudepot werden

Vom freundlichst dreinblickenden Mitglied ist bekannt, dass er das Klosterbier am meisten genoss. Thesenbilder, auf denen man die gesamte Geschichte Elchingens finden könnte sind genauso unter den Exponaten, wie seltene Heiligenfiguren oder Hausaltäre.

Wenn es gelänge, das Kleinod der „Alten Handwerkerfahne von Josef Wannenmacher“ zu restaurieren, könnte man den letzten original erhaltenen Raum der Abtei Elchingen als Schaudepot öffnen. Die zwölf Apostel haben einiges zu tun. Wer sie bei der Vereinsgründung erlebt hat, spürt, dass sie das Klostermuseum zum Leuchten bringen werden.

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