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Meisterportrait

12.07.2019

Der Aufstieg war Programm für Türkspor Neu-Ulm

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„Mission erfüllt“ steht auf den Shirts, die sich die Spieler von Türkspor Neu-Ulm nach der Meisterschaft übergestreift hatten. Tatsächlich waren die Meisterschaft und der Landesliga-Aufstieg in dieser Saison Pflicht.
Bild: Horst Hörger

Die Saison lief zwar alles andere als rund für Türkspor Neu-Ulm. Aber es gab dieses eine Spiel, das die Mannschaft zusammen geschweißt hat

Es war so etwas, wie ein programmierter Erfolg: Türkspor Neu-Ulm sicherte sich nach nur drei Jahren Zugehörigkeit den Titel in der Fußball-Bezirksliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Staffel 2 der württembergischen Landesliga.

Der Verein hat einen enormen Aufwand betrieben, der Aufstieg wäre deswegen eigentlich schon in der Vorsaison Pflicht gewesen. Doch der Druck war am Ende zu groß und schließlich stand den Neu-Ulmern auch noch der Grüne Tisch im Weg. Das souveräne 5:0 in Burlafingen war wegen der fehlenden Eintragung eines Spielers auf dem Spielbericht in ein 0:3 umgewandelt worden. Genau diese drei Zähler fehlten in der Endabrechnung. Der Lokalrivale TSV Neu-Ulm stieg auf, Türkspor scheiterte in der Relegation.

Im Frühjahr verließ Trainer Markus Deibler Türkspor Neu-Ulm

Auch in der abgelaufenen Spielzeit standen zahlreiche Hürden auf dem Weg zum Titel. Die erste wurde allerdings selbst aufgebaut: Trainer Markus Deibler, im Sommer zuvor erstmals direkt in die Kadergestaltung eingebunden, verkündete im Frühjahr seinen Abschied nach der Saison zum Bayernligisten Schwaben Augsburg. Fortan war Sand im Getriebe und Deibler konnte nicht mehr gegensteuern. Gipfel der negativen Entwicklung war das noch schmeichelhafte 3:4 gegen den FC Burlafingen. Es folgte die Trennung von Deibler. Co-Trainer Salih Altintas übernahm und hatte vom Start weg alle Hände voll zu tun.

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Drei Wochen später folgte am Ostermontag das denkwürdige Spitzenspiel bei der SSG Ulm. Drei Spieler von Türkspor wurden vom Platz gestellt, Sekunden vor Schluss erzielte die SSG nach einem fragwürdigen Eckball den 1:1-Ausgleich und übernahm vorübergehend die Tabellenführung. Diese Erlebnisse haben die Mannschaft des späteren Meisters zusammen geschweißt. Altintas sagt: „Nach diesem Spiel wusste ich sicher, dass wir Meister werden.“ Der Spieler Kevin Ruiz sieht es ähnlich: „Das Spiel bei der SSG hat uns noch einmal gepusht.“ Routinier Marc Hämmerle wir noch konkreter: „Ich hatte oft den Eindruck, dass es Leute gibt, die uns nicht in der Landesliga sehen wollen. Wir haben uns aber nicht aus der Ruhe bringen lassen und sind verdient Meister geworden.“ Am Ende waren es dann doch fünf Punkte Vorsprung vor der SSG Ulm.

Ruiz findet aber auch versöhnliche Worte in Richtung des einzigen Konkurrenten: „In anderen Ligen ist man 62 oder 63 Punkten sicher Meister. Wir mussten trotz unserer 72 Zähler bis zum letzten Spieltag kämpfen. Das spricht für die SSG.“ Am Ende knallten also doch die Korken bei Türkspor, die Mannschaft feierte den Aufstieg gebührend in einer Ulmer Szene-Disco.

Türkspor Neu-Ulm mit einem bekannten Neuzugang

Im Premierenjahr in der Landesliga kann das Ziel nur Klassenerhalt lauten. So sieht es jedenfalls der neue Trainer Ünal Demirkiran: „Wir müssen eine Schippe drauflegen und schnell umsetzen, was ich fordern werde. Ich kenne mittlerweile den Unterschied zwischen Bezirks- und Landesliga.“ Allerdings wird Kevin Ruiz, der nach Ehingen-Süd in die Verbandsliga wechselt, eine Lücke im Mittelfeld hinterlassen. Schließen könnte diese der bisher spektakulärste Neuzugang Alper Bagceci, der vom SSV Ulm 1846 Fußball kommt. Auch Simon Krumpschmid (zur SGM Aufheim/Holzschwang) und Serdar Özkaya (zu Olympia Laupheim) verlassen den Verein. Die Rückkehrer Özgür Sahin (SV Offenhausen) und Onur Alkan (SC Staig), Tekin Altun, Ahmet Gündüz (beide Olympia Laupheim), sowie Keeper Volkan Maden, Burak Tastan und Aydin Kayan (alle vom TSV Neu-Ulm) stehen neben Bagceci bislang als Neuzugänge fest.

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