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800 Jahre Ehekirchen

05.05.2014

130 Musiker erwärmten die Herzen der Gäste

Höhepunkt und Finale des opulenten Sternmarsches in der Jubiläumsgemeinde Ehekirchen war der eindrucksvolle Instrumentalgruß aller Musikanten, die sich nach dem Sternmarsch aus allen Himmelsrichtungen zum Schluss an zentraler Stelle getroffen hatten.
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Höhepunkt und Finale des opulenten Sternmarsches in der Jubiläumsgemeinde Ehekirchen war der eindrucksvolle Instrumentalgruß aller Musikanten, die sich nach dem Sternmarsch aus allen Himmelsrichtungen zum Schluss an zentraler Stelle getroffen hatten.
Bild: Foto: Michael Geyer

Nach einem Sternmarsch zum Jubiläum gab es ein Gemeinschaftskonzert der Blaskapellen

„Werd scho’ durchhalt’n!“ – Besorgt ging der Blick des Vorsitzenden Joachim Schmalbach nach oben, wo sich dunkle Wolken über dem Ehekirchener Abendhimmel zusammenbrauten und so gar nicht zum heiteren Anlass – der 800-Jahr-Feier des Ortes – passen wollten. Eigentlich sollten die Instrumente der über 130 Musikantinnen und Musikanten in der Abendsonne blinken, stattdessen war der optische Glanz der Trompeten, Hörner und Tuben im einsetzenden Nieselregen stumpf. Dafür aber wussten die fünf Kapellen umso mehr akustisch zu glänzen. Und schließlich verzog sich der Regen auch wieder. Da möchte man doch glatt an die Kraft der Musik glauben, die ja nachgewiesenermaßen auch schlechte Laune vertreiben kann.

Mit dem Schlag der Kirchturmuhr um 18 Uhr hatte Moderatorin Lucia Schmalbach-Müller für die erste Kapelle des Sternmarsches den Start freigegeben und die Burgheimer Marktmusikkapelle marschierte von der Dr.-Müller-Straße her mit dem San-Carlo-Marsch ein. Ein imposanter Anblick und ein prächtiger Hörgenuss, der sich noch stärker ausbreitete, als die 41 Aktiven der Kapelle den kurzen Anstieg von der Kirche her geschafft hatten und sich auf dem Platz gegenüber dem Rathaus postierten.

Mit dreifachem Trommelschlag ließ die Dirigentin den Marsch abreißen, was zugleich für die Blaskapelle Rohrenfels bedeutete, von der anderen Seite her loszugehen. Zahlenmäßig war die Kapelle von Dirigent Albert Paula zwar mit 18 Musikern die kleinste unter den fünf Blaskapellen, aber sie beeindruckten mit dem Schönfeldmarsch ebenso gut.

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Den bekannten Ruetz-Marsch hatte Dirigent Kurt Lausmann für seine Weicheringer Unterviertelmusik für den Einmarsch ausgesucht und sie brachte ihr Musikstück ebenso professionell zu Gehör wie die Blaskapelle Sinning mit Dirigent Wolfgang Artner, die den Gruß aus Würzburg mitgebracht hatte.

Den krönenden Abschluss des Sternmarsches durften die einheimischen Musiker selbst übernehmen, die auf ihrem Weg von der Kinderkrippe her zum Festplatz den Erzherzog Albrecht Marsch spielten. 18 Jungmusiker marschierten vorne weg. Für das Mitspielen reicht zwar ihr Können noch nicht ganz, aber die Ehekirchener dürfen zu Recht stolz auf ihren hoffnungsvollen musikalischen Nachwuchs sein.

Mit einem Standkonzert, bei dem jede Kapelle einen weiteren Marsch spielte, ging es weiter. Das Publikum freute sich, dass auch weniger bekannte Kompositionen zu Gehör kamen, so der Olympiade-Marsch der Burgheimer, der österreichische Militärmarsch „Unter dem Grillenbanner“ oder der Flying-Eagle-Marsch der Weicheringer. Die Sinninger stellten „Schönes Prag“ vor und die Ehekirchener den Königsgrätzer Marsch, eine musikalische Besonderheit im für einen Reitermarsch typischen Sechs-Achtel-Takt. Der preußische Militärmusiker Gottfried Piefke soll angeblich diesen Marsch noch auf dem Schlachtfeld nach dem Sieg der preußischen Truppen über die Österreicher in der Schlacht bei Königsgrätz am 3. Juli 1866 komponiert haben.

Den Höhepunkt des musikalischen Abendtreffens bildete der Gemeinschaftschor, bei dem sich die Musiker registerweise unter den großen Bäumen aufstellten und unter der Leitung von Dirigent Klaus Hörmann mit dem Radetzky-Marsch und dem Kaiserjäger-Marsch an die glorreiche Marschtradition der österreichischen Nachbarn erinnerten.

Bayerisch ging das Standkonzert zu Ende: Was würde da besser passen als die Bayernhymne, zu deren zwei Strophen sich die Zuhörer gerne zum Mitsingen animieren ließen. „Die Instrumente hoch!“ hieß es zum Schluss und unter dem Beifall des begeisterten Publikums ließen die gut 130 Akteure ihre goldglänzenden Instrumente im Blitzlichtgewitter der Fotografen blitzen.

Damit war aber mit der Musik noch lange nicht Schluss, denn in der Mehrzweckhalle der Gemeinde hatten die fünf Kapellen beim jeweils etwa eine halbe Stunde dauernden Werbespiel auch Gelegenheit, ihre anderen musikalischen Seiten vorzustellen.

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