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Oster-ABC

20.04.2019

Alles, was Sie zu Ostern wissen müssen

Prall gefüllt sind an Ostern vielerorts die Nester. Die Deutschen geben dabei Millionen für Ostersüßigkeiten aus. Wir haben mit drei Pfarrern gesprochen, worauf es an Ostern wirklich ankommt.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Worum geht es an Ostern gleich noch? Wir haben bei drei Menschen nachgefragt, die es wissen müssen. Stadtpfarrer Herbert Kohler sowie seine evangelischen Kollegen Jürgen Bogenreuther und Steffen Schiller klären auf

Ostern – das bedeutet für viele bunt gefärbte Eier, Osterlämmer und Schokohasen. Von denen werden mittlerweile sogar mehr verkauft als von ihren Verwandten – den Schokonikoläusen. Das Osterfest entwickelt sich immer mehr zum Kommerz. Doch was genau beschert Schülern und Arbeitnehmern denn ein paar freie Tage. Stadtpfarrer Herbert Kohler, Jürgen Bogenreuther und Steffen Schiller präsentieren ihr Oster-ABC:

Auferstehung. Der Glaube an die Auferstehung Jesu ist der Kern des Osterfestes. Die Jüngerinnen und Jünger mussten den schrecklichen Tod ihres Meisters am Kreuz erleben. Alle ihre Erwartungen waren zerstört. Bis zu dem Morgen, an dem sie das Grab leer fanden. In den darauf folgenden Tagen erfuhren sie Jesus ganz lebendig in ihrer Mitte. Das brachte sie dazu, seine Sache, seine Botschaft zu der ihren zu machen und weiterzutragen.

Blütenpracht. Ostern feiern wir im Frühjahr, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht. Dort, wo wir nichts erahnen, sprießen plötzlich bunte Blumen und Blüten. So war es auch am ersten Ostersonntag. Leben ist erwacht, wo niemand damit rechnete. Am Grab.

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Christus. Aus dem Handwerkersohn Jesus von Nazareth wird durch Ostern Jesus, der Christus. Christus ist griechisch und bedeutet: der Gesalbte. Dieser Ausdruck steht für einen Menschen, an dem Gottes Wirken sichtbar wird. Für die ersten Jünger macht die Auferstehung Jesus zu einem Menschen, durch den Gott gewirkt hat, durch den er den Tod besiegt hat.

Der dritte Tag. Am dritten Tag nach der Kreuzigung entdeckten die Frauen am Ostermorgen, dass das Grab Jesu leer war. Statt des toten Jesus fanden sie den auferstandenen Christus. Daran erinnert noch heute der Abschnitt des Glaubensbekenntnisses, in dem es heißt „am dritten Tage auferstanden von den Toten“.

Emmaus. Eine der schönsten Ostererfahrungen wird von zwei Jüngern berichtet, die von Jerusalem in ein Dorf namens Emmaus laufen. Sie sind wie die anderen völlig frustriert. Auf dem Weg kommt ein Unbekannter, der mit ihnen über alles spricht. Am Abend laden sie ihn in Emmaus zum Essen ein. Als er ein Stück Brot bricht, erkennen sie in dem Unbekannten plötzlich Jesus, der beim letzten Abendmahl das Gleiche tat.

Feste. Christen feiern das Osterfest. Schon viel länger aber begehen Juden fast zur gleichen Zeit das Passahfest. So auch heuer vom 20. bis 27. April. Sie erinnern sich an Gottes befreiendes Eingreifen beim Auszug aus Ägypten. Das haben sie Jahrtausende lang nicht vergessen.

Grab. Beim Hügel Golgotha gab es fertige Steingräber, dort wurde Jesus eilig beigesetzt.

Halleluja. Dieses hebräische Wort bedeutet ins Deutsche übersetzt „Lobet den Herren“. Am Ostermorgen erklingt es überall auf der Welt und lädt alle ein, in den Jubel und die Freude dieses Tages mit einzustimmen.

INRI. Das ist die Aufschrift, die Pontius Pilatus auf das Kreuz schreiben ließ. Sie bedeutet: I = Jesus, N = Nazareth, R = König (lateinisch: rex) und I = Juden. Jesus von Nazareth, der König der Juden. Die Aufschrift wurde in den Sprachen hebräisch, griechisch und lateinisch verfasst.

Jubel. „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“ Das ist der Osterjubel. Der Jubel darüber, dass das Unmögliche möglich geworden ist.

Kuss. Ausgerechnet mit einem Kuss liefert Judas Jesus an die Schergen aus. Der Kuss ist ein Zeichen von Liebe, Vertrauen und Nähe. In dieser Situation wird er zum Zeichen des Verrats. Es liegt eine große Tragik über der Gestalt des Apostels Judas, weil er vermutlich Jesus dazu zwingen wollte, seine Macht zu demonstrieren.

Lachen. Früher gab es in den christlichen Gottesdiensten den Brauch des Osterlachens. Es wurde laut gelacht und so die Freude über den Sieg des Lebens über den Tod zum Ausdruck gebracht. Auch heute noch ist Ostern ein fröhliches Fest.

Maria von Magdala. Maria von Magdala oder auch Maria Magdalena gehörte zu den Frauen, die am frühen Morgen des Ostertages zum Grab gehen, um den Leichnam Jesu zu salben. Diese jüdische Sitte gehörte zu den Totenriten, die in der Eile der Bestattung nicht ausgeführt werden konnten. Nach dem Johannesevangelium war Maria Magdalena der erste Mensch, dem sich der Auferstandene gezeigt hat. Sie ist damit die erste Zeugin, die Apostolin der Apostel.

Nacht. Viele Christen beginnen den Ostersonntag bereits in der Osternacht. Obwohl es Mühe macht, stehen sie noch im Dunkeln auf, treffen sich in der Kirche und feiern Gottesdienst. Denn wenn man erlebt, wie in der Osternacht allmählich das Licht die Dunkelheit besiegt, versteht man Ostern ein Stück besser.

Osterfeuer und Osterkerze. Am Ostermorgen brennen vor den Kirchen die Osterfeuer. Sie erinnern an die Lagerfeuer der Wachen am Grab. Zu Beginn des Gottesdienstes entzündet der Priester die Osterkerze am Feuer. Das Licht steht für das Licht und Leben Gottes, das keine Dunkelheit besiegen kann.

Panik. Als die Frauen das leere Grab entdecken und von dem Engel hören, dass Jesus auferstanden ist, ergreift sie zunächst Panik. Hals über Kopf fliehen sie. Es braucht Zeit, bis sie glauben können, was sie gesehen und gehört haben. Gott schenkt Menschen auch heute noch Zeit, um zum Glauben zu kommen.

Quelle. In vielen Ländern gibt es den Brauch, sich an Ostern die Augen mit Wasser auszuwaschen. Dies macht man an Brunnen oder Quellen. Der Mensch soll dadurch neu sehen lernen.

Rituale. Zu Ostern gehören viele Rituale und Symbole. Ostereier, Osterhase und Osterfeuer wollen verdeutlichen, was geschehen ist. Doch wir müssen aufpassen, dass Ostern dadurch nicht zu begreifbar wird und wir dadurch das Staunen über das Unbegreifliche verlernen.

Salbung. In der ersten Zeit haben die Christen nur am Osterfest getauft, und auch nur Erwachsene. Bei den Taufen vollzogen sie die Salbung mit dem Chrisamöl, die eigentlich nur den Königen bei ihrer Einsetzung vorbehalten war. Die Christen sagten aber: Wir sind Kinder Gottes, Kinder des größten Königs, den es gibt. Wir haben dieselbe Würde.

Tod. Er hat seit dem Ostermorgen seine letzte Macht über uns Menschen verloren. Er ist nicht mehr das Letzte, das wir erwarten dürfen. Da kommt noch etwas für uns alle.

Unschuldig. Jesus ist unschuldig zum Tod verurteilt worden. Weil er selber unschuldig war, kann er die Schuld anderer auf sich nehmen. Darum bekennen die ersten Christen, dass Jesus für die Schuld der Welt gestorben ist.

Vater. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Das waren Jesu letzte Worte am Kreuz. Wer Gott Vater oder Mutter nennen kann, der ist nicht nur versöhnt mit ihm, der kann sich und sein Leben auch an ihn abgeben.

Wachsen. Ostern liegt in der Frühlingszeit, in der das Leben der Natur neu aufbricht und alles zu wachsen beginnt. Entsprechend sollen bei uns Menschen alle guten Kräfte, Hoffnung und Zuversicht wachsen.

XP. Das X ist kein X und das P ist kein P. Es handelt sich vielmehr um zwei griechische Buchstaben, die unserm „ch“ und „r“ entsprechen. Als Abkürzung stehen sie für „Christus“.

Ysop. Ein Ysopzweig wird Jesus am Kreuz gereicht. Ysop wurde im Judentum oft dazu verwendet, unreine Menschen oder Dinge zu besprengen. Er sollte die Qualen Jesu lindern.

Zukunft. „Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat“, schreibt Paulus. Seit Ostern gibt es eine Perspektive über den Tod hinaus. Zukunft geschieht nicht nur in dieser Welt, sondern auch und gerade außerhalb von ihr.

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