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14.06.2017

Anfänge der Schallplatte

Ausstellung an der Universität Eichstätt

Eine Ausstellung in der Staats- und Seminarbibliothek der Katholischen Universität am Eichstätter Hofgarten beschäftigt sich mit den Anfängen der Schallplatte. Zu sehen ist sie bis Mitte Oktober.

Die gesamte private Musik- und Hörbuchsammlung passt heutzutage dank MP3-Format bequem auf das Smartphone, sodass sie jederzeit ganz selbstverständlich verfügbar ist. Dabei begannen die Speicherung von Klängen und die Massenproduktion von Tonträgern erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Untrennbar verbunden mit dieser Entwicklung ist Emil Berliner, der als Erfinder der Schallplatte und des Grammophons gilt. Seine ersten Produkte stehen im Zentrum der Ausstellung mit Exponaten aus dem Bestand der Seminarbibliothek.

Zu sehen ist die wohl weltweit größte Sammlung von Platten aus der Frühphase der Tonträger – die 31 Raritäten stammen aus der Zeit zwischen 1890 und 1893. Es handelt sich dabei um einseitig bespielte Platten aus Hartgummi, die eine Abspielzeit von etwa einer Minute haben. Die Besitzer der damaligen Wiedergabegeräte brauchten selbst musikalisches Gespür, denn der Plattenteller musste in gleichbleibendem Tempo per Hand angekurbelt werden.

Die ausgestellte Sammlung stammt aus dem Eichstätter Priesterseminar und wurde 1983 in den Bestand der Seminarbibliothek übernommen. Der auf Tonträger spezialisierte Berliner Restaurator Stephan Puille hat die Platten in diesem Frühjahr in Augenschein genommen. Nach seiner Einschätzung handelt es sich „mit großer Wahrscheinlichkeit um die größte derartige Sammlung weltweit“. Seine Kommentare finden sich bei den einzelnen Exponaten.

Besucher der Ausstellung können auch einige Klangproben hören: Das Deutsche Rundfunkarchiv überspielte die Platten zunächst auf Band – ein mittlerweile ebenfalls historischer Tonträger. Inzwischen liegen diese Aufnahmen auch in digitaler Form vor, sodass man sich an einem Tablet einen persönlichen Eindruck von Stücken wie „An der schönen blauen Donau“ oder der englischen Nationalhymne „God save the Queen/King“ machen kann. (nr)

Die Ausstellung ist voraussichtlich bis Ende Oktober in der Staats- und Seminarbibliothek (Hofgarten 1, Eichstätt) zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, 8.30 bis 18 Uhr (bis Mitte August), danach 8.30 Uhr bis 17 Uhr.

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