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Rohrenfels

20.11.2020

Damit der Kirchplatz in Wagenhofen „was hermacht“

Eine besondere Idee: Die im Boden eingelassene Sonnenuhr kann zu einem Stehtisch umfunktioniert werden.
Bild: Landschaftsbüro Herb

Plus Nach Rohrenfels soll auch der Kirchplatz in Wagenhofen verschönert werden. Welche Ideen die Arbeitsgruppe dafür gesammelt hat.

Ein asphaltierter Platz, der teilweise aufgerissen und ohne erkennbare Struktur ist – so sieht im Augenblick der Bereich zwischen der Kirche und dem St.-Martinsheim in Wagenhofen aus. „Er macht nix her“, sagt Franziska Burlefinger geradeheraus. Die Landschaftsarchitektin steht mit ihrer Meinung nicht alleine da. Auch viele Wagenhofener würden ihren Kirchplatz wohl nicht als „Schmuckstück“ bezeichnen und sich über eine Verschönerung freuen. Deshalb hat sich eine „rührige Gruppe“, wie Franziska Burlefinger in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Arbeitskreis lobend erwähnte, darüber Gedanken gemacht, wie der Platz aufgewertet werden könnte.

So sieht der Bereich zwischen Kirche und Martinsheim im Augenblick aus: Von Aufenthaltsqualität kann hier keine Rede sein.
Bild: Franziska Burlefinger

Zu allererst: Es muss mehr Grün her. Bislang gibt es kaum einen Baum oder eine bepflanzte Fläche, die „Asphaltwüste“ dominiert. Bäume sollen den Platz deshalb grüner und gefälliger machen. Und weil man dann gleich viel mehr Lust hat, sich dort aufzuhalten, soll es unterschiedliche Sitzgelegenheiten geben: Bänke mit und ohne Rückenlehne, solche, die unter einem Baum Schatten bieten, und solche, auf denen man die Sonne anbeten kann. Weil Kinder an einer Sitzbank im allgemeinen wenig Freude haben, wird auch an ihre Bedürfnisse gedacht. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe könnten sich beispielsweise eine Tischtennisplatte, ein bodentiefes Trampolin oder einen Spielturm vorstellen. Damit gäbe es für alle Altersschichten ein Angebot.

Der Kirchplatz in Wagenhofen soll eine Sonnenuhr kommen

Wenn es um einen Aufenthaltsbereich geht, dann kommt in der Regel stets ein Brunnen ins Gespräch. Auch in Wagenhofen wurde darüber gesprochen, allerdings haben sich die Ideengeber explizit gegen einen solchen ausgesprochen. Stattdessen hätten sie lieber eine im Boden eingelassene Sonnenuhr, die sich bei Bedarf zu einem Stehtisch hochkurbeln lässt. „Das ist etwas ganz Besonderes, das es sonst wohl nirgends gibt“, sagte Franziska Burlefinger den Gemeinderäten am Donnerstag.

Zuletzt wurde nach einer wind- und wetterfesten Möglichkeit gesucht, um draußen ein Fest feiern zu können. Der Anbau eines Pavillons ans Martinsheim schien dafür die geeignete Lösung. Das Zelt lässt sich nach Bedarf auf- und abbauen und ist trotzdem stabil verankert.

Eine Hockerrundbank wie diese könnten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe für den Platz vorstellen.
Bild: Runge

Die Neugestaltung des Kirchplatzes in Wagenhofen kostet viel Geld

All diese Ideen sind nicht ganz billig. Ohne Planung und Nebenkosten belaufen sich die Kosten geschätzt auf etwa 640.000 Euro brutto – wobei die Landschaftsarchitektin nachschob, dass sich diese Summe um bis zu 50.000 Euro reduzieren könnte, wenn die Baugrunduntersuchungen weniger aufwendig ausfallen, als gedacht. Ähnliche Erfahrungen hatte man nämlich bei der Neugestaltung des Kirchplatzes in Rohrenfels gemacht.

Die Ideen wurden von den Gemeinderäten weitestgehend kommentarlos aufgenommen. Klaus Seemeier äußerte lediglich Bedenken, dass die Sitzgelegenheiten aus Holz frühzeitig verwitterrn könnten, weil sie das ganze Jahr über Wind und Wetter ausgeliefert sind. Diese Sorge teilte Franziska Burlefinger nicht. Die von den Herstellern verwendeten Hölzer würden mit der Zeit ausbleichen, aber nicht morsch werden. Auch die variable Sonnenuhr wurde als kritisch angesehen, weil die Mechanik unter unsachgemäßer Handhabung, Schmutz und Feuchtigkeit leiden könnte. Eine Entscheidung wurde in der Sitzung am Donnerstag nicht getroffen. Die Umsetzung ist erst für 2022 geplant, nachdem die Kirchenstiftung im kommenden Jahr zunächst das Martinsheim sanieren wird.

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