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Neuburg-Schrobenhausen

30.11.2020

Der Schnee soll kommen: Ist der Neuburger Bauhof gerüstet?

Schneefräsen wie auf diesem Bild zu sehen, kommen im Landkreis eher selten zum Einsatz. Vorbereitet ist man bei den städtischen Betrieben und den staatlichen Straßenmeistereien aber auch auf einen sehr harten Winter.
Foto: Winfried Rein

Plus Stadt und Straßenmeistereien in Neuburg-Schrobenhausen sind bestens vorbereitet. 10.000 Tonnen Salz sind im Lager und neue Fahrzeuge erweitern die Flotte.

Der Schnee kann kommen – zumindest wenn es nach Ralf Fellner geht. Der Leiter der Städtischen Betriebe hat sein Personal in den vergangenen Wochen auf den Winterdienst eingeschworen. Seine 40 Mitarbeiter wissen, was zu tun ist, wenn der angekündigte Schnee wirklich kommt. Auch der Fuhrpark ist einsatzbereit. Im vergangenen Jahr schaffte der Bauhof zwei neue Fahrzeuge an, sogenannte Salz-Sole-Maschinen. „Das Streusalz wird angefeuchtet, bevor es auf den Asphalt ausgebracht wird. Damit wirkt es sofort und kann zielgerichteter eingesetzt werden“, erklärt Fellner. Das bedeutet weniger Salz in Wiesen und Äckern und einen geringeren Verbrauch.

Apropos Verbrauch: 1000 Tonnen Streusalz hat der städtische Bauhof eingelagert. „Wir gehen bei den Planungen auch Worst-Case-Szenarien durch“, sagt Fellner. „Auch auf einen extrem harten Winter sind wir vorbereitet.“ Allerdings rechnet der Leiter des Bauhofs eher mit einem milden Verlauf. „Ich vermute, dass nicht viel Schnee fallen wird und der auch relativ schnell wieder schmilzt.“ Eine größere Herausforderung sei erfahrungsgemäß die Glatteisbekämpfung. Auf Rund 230 Kilometern Straße und 120 Kilometern Fuß- und Radwegen sind Fellner und sein Team für den Winterdienst verantwortlich. Dazu sind neun Großfahrzeuge und vier Kleinfahrzeuge im Einsatz.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hat 10.000 Tonnen Streusalz gebunkert

Fellner erinnert sich, dass im vergangenen Jahr nur sehr wenige große Einsätze nötig waren. Gut für ihn, denn jeder Einsatz bedeutet Überstunden, die seine Mitarbeiter im Sommer abfeiern. Aber auch wenn dieser Winter ähnlich mild werden sollte, Langeweile kommt nicht auf. Die Mitarbeiter unterhalten unter anderem auch die Jogging- und Nordic-Walking-Strecken und kümmern sich um Waldwege. „Das sind alles Arbeiten, die wir nur machen können, wenn der Boden nicht gefroren ist.“

Auch Bernhard Strehle, Chef der staatlichen Straßenmeisterei im Landkreis, sieht dem winterlichen Wetter gelassen entgegen. 10.000 Tonnen Streusalz hat seine Mannschaft zusammen mit der Stadt und dem Kreisbauhof gebunkert, die Lkw-Flotte steht mit zehn Fahrzeugen bereit. Montagfrüh rückten die ersten Streuer aus, der Reif war „heruntergefallen“ und hatte die Straßen weiß gemacht. Solche Entwicklungen sehen die „Späher“ voraus. Sie durchstreifen nachts das Straßennetz und berichten dann der Frühschicht, wo sie überall hin muss. Die „Streuer“ sind heute weitgehend „Sprüher“. Die Mannschaften arbeiten mit Salzlösung, die sie in Tanks auf ihren Lastwagen mitführen. Reines Streu- und Feuchtsalz verliert an Wirkung, wenn bereits Glatteispanzer die Straßen überzogen haben. Die Salzlösung sei aber nach sechs Stunden noch weitgehend wirksam, ergaben Messversuche der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Ihre ersten Einsätze in dieser Saison haben die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Neuburg bereits hinter sich.
Foto: Bernd März, dpa

Deshalb führen die „Combi Streuer“ neben fünf Kubikmeter Streustoff noch sieben Hektoliter Salzlösung für den Einsatz mit. Zwölf exakt gesteuerte Strahldüsen verteilen die Sole zentimetergenau auf die Bundes- und Staatsstraßen. Die anderen Maschinen feuchten das Salz auf dem Streuteller an. Die Salzlösung wird präventiv ausgebracht. Wenn das Internet und die Melder Frost ansagen, rückt die Frühschicht aus, noch bevor die Straßen vereisen. „Diese vorbeugende Methode ist erprobt und verspricht größeren Erfolg“, weiß der Leiter der Straßenmeisterei.

Für die 330 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen haben die Winterdienstler in Neuburg und Schrobenhausen jeweils vier eigene Streuwagen und sechs Fremdfahrzeuge parat. In der ganzen Region rücken mehr als 30 Lkw-Fahrer aus. Über 60 Kräfte kümmern sich beim Staat um den Winterdienst. Es wird „grenzüberschreitend“ kooperiert. Die staatlichen Fahrzeuge betreuen zum Beispiel Kreisstraßen zwischen Joshofen, Unterstall und Attenfeld. Dafür übernimmt der Landkreis die Staatsstraße Richtung Rohrbach, Ammerfeld und Blossenau. An dieser „windigen“ Jurastrecke werden kommende Woche Schneezäune gegen Verwehungen aufgestellt.

Spezielle Wettervorhersagen erleichtern die Arbeit

Kreisbauhof und Straßenmeisterei teilen ihre Truppen heuer in kleine Personalblöcke ein, damit im Falle von Covid-19-Infektionen nicht die komplette Mannschaft ausfällt. Die Fachleute nutzen spezielle Wettervorhersagen im Internet. An neuralgischen Stellen wie am Burgwaldberg oder im Jura bei Kienberg haben sie Messstationen platziert, die Temperaturabfall und Eisbildung per Funk weitergeben. Wenn sie heuer wenig Glatteis und einen milden Winter melden, so Bernhard Strehle, „dann ist uns das auch recht.“

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