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24.07.2010

Die Hauptschule als Lebensprojekt

Hermann Nieswohl hat in seiner Zeit als Schulleiter der Neuburger Hauptschule viele Ziele verwirklichen können. Besonders stolz machen ihn auch Schülerprojekte wie der neu erbaute Brunnen beim Schulteich. Foto: Anna Rössler
Bild: Anna Rössler

Neuburg Einen so rasanten Aufstieg in die schulische Chefetage hatte sich Hermann Nieswohl, der Schulleiter der Neuburger Hauptschule, der am Ende dieses Schuljahrs in Ruhestand gehen wird, nicht träumen lassen. Bereits 1968 wurde der frischgebackene Lehrer an seiner ersten Schule in Mittelfranken mit gerade mal 21 Jahren, wegen Personalmangels, zum Direktor ernannt.

"Aus der Universität zu kommen und ohne Einführung als Schulleiter arbeiten zu müssen, war gewöhnungsbedürftig", schätzt Nieswohl die damalige Situation rückblickend ein. Bis er vor 14 Jahren die Schulleitung an der Neuburger Hauptschule übernahm, durfte Nieswohl jedoch auch seinem Beruf als "ganz normaler Lehrer" nachgehen, so zum Beispiel an der Volksschule Peutenhausen oder der Hauptschule in Schrobenhausen. Durch seine Mitarbeit in der Stundenplankommission eignete er sich jedoch während seiner Amtszeit als Lehrer auch die Grundvoraussetzungen an, die er in seinem späteren Tätigkeitsfeld als Schuldirektor gut gebrauchen konnte.

Eine Vielzahl an verwirklichten Zielen

In seinem Amt als Schulleiter konnte Hermann Nieswohl eine Vielzahl an Zielen verwirklichen, auf die er heute sehr stolz ist. So meisterte er nicht nur die Einführung er M- und P-Klassen, sondern entwickelte auch ein Ganztagsprogramm für die Neuburger Hauptschule, das es seit 2008 gibt. Aber auch Schülerprojekte wie der neu gebaute Brunnen freuen den Schulleiter sehr. Bei all seinen Bemühungen rund um die Hauptschule, ist ihm vor allem eines wichtig: "Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass die Hauptschule die Anerkennung erhält, die sie auch verdient. Die Hauptschule ist für einen Schüler nicht das Ende der Fahnenstange, sondern oftmals nur eine Zwischenstation, über die er alles erreichen kann." Dass einer seiner ehemaligen Schüler nun Arzt ist und eine weitere Schülerin Musik studiert, macht den 64-Jährigen besonders stolz.

Die Hauptschule als Lebensprojekt

Hermann Nieswohl war seit Beginn seiner Karriere Lehrer aus Leidenschaft. Lediglich die Tatsache, dass er gerade Fächer wie Deutsch und Mathematik, die er besonders gerne unterrichtete, aufgrund seiner Verwaltungsaufgaben aber nur noch sehr selten lehren konnte, empfindet er als schade. "Da ich als Rektor des Öfteren aus dem Unterricht geholt werde, fände ich es den Schülern gegenüber unfair ihnen Fächer zu unterrichten, bei denen es auf jede Stunde ankommt", erklärt er seine Situation.

Bei den Schülern war seine lockere und verständnisvolle Art jedoch stets beliebt: "Ich habe meine Schüler und ihre Probleme immer ernst genommen und war allzeit bereit mit ihnen zu diskutieren, wenn sie zum Beispiel verschiedene Punkte in der Schulordnung nicht nachvollziehen konnten." Und auch sein ausgefallener Kleidungsstil entlockte den Schülern durchwegs positive Resonanzen. "Viele meiner Schüler finden es 'cool' wie ich mich kleide. Ich trage jedoch immer nur das, was mir gerade gefällt, sei es nun lila oder grün", erläutert Nieswohl.

Sein guter Draht zu den Schülern hat dem Hauptschulrektor auch immer dabei geholfen, die Probleme verschiedener Schülergenerationen zu verstehen und Lösungen dafür zu finden. Seiner Meinung nach haben sich die Sozialkompetenzen seiner Schützlinge in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Probleme bereiten den Schülern heutzutage aber vor allem die veränderten Familienstrukturen, mit denen die Jugendlichen besonders in der Pubertät zu kämpfen haben.

Auch in der schultechnischen Ausstattung ist Nieswohl stets mit der Zeit gegangen. So führte er zum Beispiel vor einigen Jahren an der Hauptschule die sogenannten "active boards", eine elektronische Tafel, über die alle Funktionen eines Computers genutzt werden können, ein. Neue Lehrmedien heißen für Nieswohl aber auch, dass sich die Lehrer selbst auf die neue Technik einstellen müssen.

Dass Hermann Nieswohl nun nach 42 Jahren Lehrtätigkeit am Ende des Schuljahrs in Ruhestand gehen wird, betrachtet er selbst mit Wehmut. Schließlich war die Schule, neben seiner Familie, immer seine Priorität Nummer eins. In seinem wohlverdienten Ruhestand wird er jetzt aber das nachholen, was er die vergangenen Jahre über versäumt hat. Nach 23 Jahren wird er das erste Mal wieder in Urlaub fahren.

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