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Heiligen-Serie

04.11.2017

Ein Bischof, der sich um die Pestkranken kümmerte

Karl Borromäus wird in der Bergener Kirche als Kardinal von Mailand präsentiert, der das Kreuz der Fürsorge für die Pestkranken auf sich geladen hat.
Bild: Manfred Veit

Carl Borromeo opferte seine Gesundheit zum Wohl seiner Mitmenschen. Sein Bild ziert unter anderem die Bergener Kirche

Die Familie der Borromäer brachte große Namen hervor. Offiziere, Banker und Politiker zählt das italienische Adelsgeschlecht „Borromeo“ in seinen Reihen. Darunter findet sich auch ein wichtiger Kirchenmann, der unter anderem in der Bergener Kirche verewigt wurde.

Die Familie stammt aus der Gegend des Lago Maggiore, in dessen Südteil die nach der Familie benannten Borromäischen Inseln mit der Isola Bella liegen. Carlo Borromeo wurde am 2. Oktober 1538 geboren. Seine Mutter Margaretha war eine geborene Medici. Auch wenn die Elterngeneration von Karl nicht gerade ein vorbildlich christliches Leben führte, so waren sie doch große Mäzene der katholischen Kirche, die sie wiederum machtpolitisch in einer Art Symbiose unterstützte. Daher wurde Sohn Karl auch zum geistlichen Beruf bestimmt.

Bei dem Pfründewesen der damaligen Zeit setzte man ihn schon mit zwölf Jahren als Abt des Benediktinerklosters seines Heimatortes Arona ein. Mit 14 Jahren begann er das Jurastudium in Pavia, das er 1559 mit der Promotion zum Doktor beider Rechte beendete. Im gleichen Jahr wurde der Bruder seiner Mutter als Pius IV. zum Papst gewählt. Jener Pius berief Carl Borromeo zu seinem Geheimsekretär sowie zum Verwalter des Bistums Mailand. Sein gottgefälliges Leben und seine Pflichterfüllung fielen in seinem Umfeld besonders auf.

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In der Endphase, der letzten Sitzungsperiode des Konzils von Trient war es Karls Aufgabe, die Kardinäle zu koordinieren. Er war so etwas wie der erfolgreiche Motor des Konzils, das die katholische Kirche reformieren sollte. Zu dieser Reform verfasste Karl auch den bis 1992 gültigen Katechismus. 1563, im letzten Konzilsjahr, wurde er zum Priester geweiht, kurz darauf zum Bischof, zum Kardinal und schließlich zum Erzbischof von Mailand ernannt.

Er lebte bescheiden und fromm und war nach heutigen Erkenntnissen für sein Bistum ein großer Wohltäter. Die religiöse Erziehung der Kinder lag ihm besonders am Herzen, damit erneuerte er die Kirche von Jugend auf.

Während der großen Mailänder Pest 1576 bis 1578 blieb Karl als einer der wenigen Größen in der Stadt und versorgte die Kranken mit den nötigsten materiellen Dingen, kümmerte sich um sie aber auch seelsorgerisch. Er wurde damit zum Retter und Tröster der Leidenden. In dem zu seinem Bistum gehörenden Teil der Schweiz verbreitete sich die Lehre Calvins recht schnell. Karl versuchte energisch, dies zu verhindern, konnte sich aber gegen die weltliche Macht nicht durchsetzen.

Seine asketische Lebensweise und sein großer Arbeitseifer ruinierten seine Gesundheit. Karl Borromäus starb 1584 mit nur 46 Jahren. Er wurde im Mailänder Dom beigesetzt, 1602 selig und 1610 heiliggesprochen. Er gehört zu den großen Heiligen der frühen Neuzeit.

In der Bergener Wallfahrtskirche ist er im Fresko unter der Orgelempore abgebildet, in der Neuburger Hofkirche steht seine Skulptur als Namenspatron von Kurfürst Karl Theodor hoch oben im Chor, neben dem Hauptaltar.

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