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Theater Burgheim

07.11.2017

Ein bisschen grotesk und vor allem geistreich

Karin Feurer, Sabine Faller, Yvonne Katzenberger, Fred Braumandl und Richard Stautner (von links) überzeugten auf der Bühne mit ihrem schauspielerischen Können.
Bild: Bauch

Wie die Schauspielgruppe des Pfarrgemeinderats mit dem Stück „Der Himme wart net“ überzeugen kann

Die Theatergruppe des Burgheimer Pfarrgemeinderats hat sich für die mittlerweile achte Theatersaison ein Stück ausgesucht, das viel von Gefühlen und Stimmungen geprägt war: „Da Himme wart net“ von Markus Schebe und Sebastian Kolb. Jeder einzelne Akteur konnte die Besucher in seinen Bann ziehen. Die Gruppe zeigte ganz großes Theater.

In dem Stück geht es um den verstorbenen Polizisten Stelzl, der noch einen Job auf Erden erledigen muss, um endlich in den Himmel eingelassen zu werden. Er soll den soeben verstorbenen Schreinermeister Bömmerl in den Himmel bringen. Doch dieser an sich leichte „Laufburschenjob“ entpuppt sich als schwieriger, als gedacht. Die beiden müssen einige Hindernisse meistern, bis Stelzl und Bömmerl doch noch rechtzeitig die Himmelspforte durchschreiten dürfen. Stelzl, gespielt von Richard Stautner, ist von der Leichtigkeit seiner Aufgabe überzeugt, muss aber immer wieder seinen „Geistpartner“ überzeugen, dass er tot ist und in die Entwicklungen nicht eingreifen kann. Doch jede Aufforderung „Bömmerl komm, der Himme wart net“ stößt beim Bömmerl auf taube Ohren. Denn Bömmerl, gespielt von Fred Braumandl, kann nicht gehen – er hat zu Lebzeiten viele wichtige Dinge vergessen, die er jetzt unbedingt noch nachholen will. Diese Zerrissenheit – zwischen Mut, Hoffnung und Verzweiflung – stellt Braumandl so gekonnt und facettenreich dar, dass sich jeder in seine Lage versetzen kann. Bömmerls Tochter Anna (Sabine Faller) bringt den Schmerz ihrer Trauer so überzeugen auf die Bühne, dass sich einige Besucher die Tränen aus den Augen wischen mussten. Mit von der Partie sind außerdem die Froschmeiers, gespielt von Manfred Braun und Bianca Schneider. Sie mimen die bucklige Verwandtschaft, die sich wie Schmarotzer einnisten, um ihren Vorteil zu suchen und zu nutzen. Beide agierten so gekonnt, dass man wirklich keine Sympathien für die beiden entwickeln konnte. Und da ist noch die Haushälterin Finni, gespielt von Karin Feurer, die ein Faible für Groschenromane, mit viel Herz, Schmerz und Geister hat und gerne den Schreinergesellen Emmeran für sich gewinnen würde. Doch Emmeran (Ralf Beßle) ist durch und durch ein anständiger Kerl, der zu Bömmerls Tochter steht und ihr den Rücken stärkt. Wer nicht fehlen darf, ist Yvonne Katzenberger als Resi Schellenberger, die aber nur „Himbeer-Resi“ genannt wird, da sie eine Vorliebe für Himbeergeist hat.

Während Finni mit Emmeran versucht, auf groteske Weise Kontakt zum verstorbenen Bömmerl aufzunehmen, ist es Resi, die durch ihren Schnapskonsum Stimmen in ihrem Kopf hört und irgendwann merkt, dass sie als einzige mit Stelzl und Bömmerl Kontakt hat. Und es ist ein wahrer Genuss, Katzenberger als Schnapsdrossel zu erleben, mit all ihrer Naivität und Genialität. Am Ende ist es Resi, die mit Hilfe der beiden Geister alles klären kann, Finni den entscheidenden Tipp zum Thema „Emmeran“ geben kann und Bömmerls geheimsten Wunsch erfüllt und seine Gefühle zu seiner Tochter endlich ausgesprochen werden. Besonders erwähnenswert ist auch die Maske von Marion Böhm und Bettina Dachwitz, die die beiden Geister geschickt geschminkt haben, und natürlich die Bühnentechnik. Herwig Badstieber, Daniel Popanda und Markus Braun haben sich mit dieser Inszenierung wahrlich übertroffen. Alleine das, was sie zur Geisterstunde auf die Bühne gezaubert haben, ist äußerst sehenswert.

Die beiden Spielleiterinnen Silke Braun und Christa Baumgartner haben es erneut geschafft, ein sehr gutes Stück auf die Bühne zu bringen und den Spaß und das Engagement der Laienschauspieler für jeden sichtbar zu machen. Die zweistündige Spielzeit der drei Akte mit Pausen ist im Flug vergangen. Einer der Gäste meinte am Ende: „Das war von den Gefühlen und Stimmungen wie Allerheiligen, Weihnachten und Fasching auf einmal und wurde beeindruckend auf die Bühne gebracht.“

Wer sich dieses Stück nicht entgehen lassen will, kann noch wenige Restkarten für die Vorstellung am Donnerstag, 9. November, und Freitag, 10. November, in der Bäckerei Käs erwerben.

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