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Neuburg

16.05.2018

Eine Million für neue Leitungen

Für den Bau neuer Leitungen bekommen die Stadtwerke Neuburg eine Million Euro zusätzlich aus dem Wirtschaftsplan.
Bild: Dorothee Pfaffel (Archivfoto)

Den Stadtwerken fehlt das Geld für den Ausbau der Nahwärme im Bereich der Rohrenfelder Straße und St.-Andreas-Straße. Die Folge: Kunden müssen vertröstet werden.

Die Kunden stehen Schlange, können sich die Nahwärme aber nicht ins Haus holen, weil die Stadtwerke aus finanziellen Gründen die notwendigen Leitungen nicht verlegen kann. Ein Dilemma. Zum Hintergrund: Die Stadt hat dem Kommunalbetrieb angesichts von horrenden Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro einen harten Sparkurs auferlegt. Nun kommt sie ihm zähneknirschend entgegen und billigte im Stadtrat eine Finanzspritze von einer Million Euro.

„Die Nahwärme läuft richtig, richtig gut“, beteuerte Stadtwerke-Chef Richard Kuttenreich. Über 20 Bewerber warteten derzeit auf ihren Anschluss, müssten jedoch vertröstet werden, weil der Ausbau der Leitungen aus Geldmangel ins Stocken geraten ist. Mit Bedauern stellte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling fest: „Leider reichen die bisher ausgewiesenen Kreditsummen nicht aus.“ 5,7 Millionen Euro Kredit sind im Wirtschaftsplan der Stadtwerke für das laufende Jahr eingeplant. Nun hat der Stadtrat eine weitere Million im Nachtragshaushalt bewilligt – für den Ausbau von Wärmeleitungen im Bereich der Rohrenfelder Straße und der St.-Andreas-Straße.

„Wirtschaftlich und technisch wichtige Baumaßnahmen“

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Beide Stellen seien „wirtschaftlich und technisch wichtige Baumaßnahmen, die aufgrund des begrenzten Budgets nicht im Wirtschaftsplan berücksichtigt werden konnten“, sagt Ernst Reng, Leiter des Bereichs Technik, Leitung Stromnetze & Anlagen bei den Stadtwerken. Die Wärmeleitung in der Rohrenfelder Straße sei notwendig, um die überschüssige Abwärme aus dem Parkbad-Blockheizkraftwerk (BHKW) in das Wärmenetz im Ostend zu leiten und die dortigen Anlieger zu versorgen. Das habe mehrere Vorteile: Die BHKW-Laufzeiten erhöhen sich, es wird mehr Wärme und mehr Strom produziert. Auch die Überbrückungsversorgungen in der Rohrenfelder Straße fallen weg, das spart Kosten. Zudem steigt durch eine zweite Wärmequelle – Parkbad und Klärwerk – die Versorgungssicherheit im Ostend und mit ihr die Versorgungsleistung. Es können weitere Abnehmer angeschlossen werden.

Die Wärmeleitung in der St.-Andreas-Straße bis zur Krautgasse bindet das BHKW in der Krautgasse an das Wärmenetz Schwalbanger an. Dadurch erhöhen sich die Laufzeiten des großen BHKW am Schleifmühlweg im Sommerlastfall und es wird mehr Strom erzeugt. Außerdem kann in der Übergangszeit das BHKW Krautgasse in Volllast betrieben werden und überschüssige Wärme in das Wärmenetz ausgespeist werden. Und auch dort steigt die Versorgungssicherheit.

Offene Straßen sind ein Ärgernis

Ein Ärgernis, an dem sich in der Vergangenheit wiederholt Bürger wie Politiker gestört hatten, waren Straßen, die wegen des Leitungsbaus aufgerissen, dann aber aus unterschiedlichen Gründen nicht zeitnah wieder mit einer Teerdecke verschlossen wurden. Um dem zuvorzukommen, stellte Gmehling die alles entscheidende Frage: „Ist das Verschließen der Straße diesmal mit dabei?“ Reng versicherte: „Ja.“

In einigen Fällen sei es auch gar nicht die Schuld der Stadtwerke, dass der Straßenbelag nicht fertig gestellt wurde, sagte er. Etwa in der Bahnhofstraße, wo man erst warten wolle, bis die Stadt die Kanalsanierung in der Kolpingstraße fertigstellt, da nicht beide parallel gesperrt werden dürfen. Im August werde die Bahnhofstraße final angegangen. An anderen Stellen seien die Bauarbeiten bewusst zurückgefahren worden, um Geld zu sparen. „Das ist ärgerlich, aber es ist nun mal so“, sagte Reng.

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