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Kreis Neuburg-Schrobenhausen

22.02.2021

"Endlich wieder Schule": So lief der Neustart im Kreis Neuburg-Schrobenhausen

Freudig starten die Kinder der Englisch-Garten-Schule in die Pause. Nach zwei Monaten Zwangsstopp macht Schule wieder richtig Spaß.
Bild: Winfried Rein

Plus Fast 4000 Buben und Mädchen im Kreis Neuburg-Schrobenhausen gehen seit Montag wieder freudig in den Unterricht. Die Rektoren sehen „ein Stück Normalität“. Was sich verändert hat.

„Endlich wieder Schule.“ Rektorin Claudia Rischbeck kann sich nicht erinnern, dass sie an einem Morgen diesen Satz so oft gehört hat. Am Montag war das der Fall, denn nicht nur im Englischen Garten, sondern an allen 18 Grundschulen im Kreis Neuburg-Schrobenhausen ist der Unterricht für 4000 Buben und Mädchen wieder angelaufen.

Schulstart im Kreis Neuburg-Schrobenhausen: "Endlich wieder Freunde sehen"

„Endlich wieder Freunde sehen“ – Alina aus der dritten Klasse spricht das aus, was die Pädagogen schon lange als größtes Problem des Schul-Lockdowns genannt haben. „Die soziale Komponente hat gefehlt“, und das weiß Manfred Hiebl von seiner Ostendschule ganz genau. Manche Eltern hatten keinen Laptop zur Verfügung, manche wollten auch nicht, doch jetzt ist wieder Leben in der Schule. Schulleiterin Claudia Rischbeck jedenfalls versichert, dass sie morgens um acht Uhr „in strahlende Augen geblickt hat.“ Die Mädchen und Buben hatten sich auf diesen Moment gefreut, viele haben in den zwei Monaten Zwangsferien ihre Schulkameraden kaum gesehen. Den Lehrern geht es ähnlich. „Wir freuen uns, dass ihr wieder da seid“, das war gestern die erste Begrüßung. „Mir hat die Schule gefehlt“, antwortete Elias aus der zweiten Klasse.

Ohne Masken geht nichts, hier in der Maria-Ward-Realschule.
Bild: Winfried Rein

Vorerst ist nur die halbe Schule da. Die Klassen wechseln sich in der Präsenz ab. Deshalb kommen im Englischen Garten nur 180 Kinder gemeinsam in die Schule, 170 im Ostend und ähnlich viele in die neue Schwalbangerschule. Der Start des Vollunterrichts hängt von der Infektionsentwicklung ab.

Grundschule Englischer Garten: Viel Arbeit für den Hausmeister

Die Schulen nutzen den Lockdown für bessere Digitalausstattung. Am meisten ist wohl in der Grundschule Englischer Garten geschehen, der Standort ist von Firmen umfassend verkabelt und vernetzt worden. Hausmeister Josef Sinovic berichtet von einer arbeitsreichen Zeit: „Auch ohne Schüler war mehr zu tun.“ Die Stadt als Schulträger und der Freistaat investierten über 100.000 Euro. Das sogenannte Homeschooling mit der Plattform Mebis hat aus Sicht der Rektorin gut funktioniert. „Gestreamt“ wird jetzt in der Grundschule nicht mehr. Die Klassen erhalten in der Schule ausreichend Arbeitsaufträge, die sie am nächsten Tag zuhause abarbeiten können.

In den Abschlussklassen der Mittel-, Real-, FOS- und Berufsschulen ist das anders. Die Lehrkräfte unterrichten im Klassenzimmer, eine Hälfte ist vor Ort, die anderen lernen daheim am Laptop oder Computer mit. Vermutungen, die Lehrer und Lehrerinnen hätten im Fernunterricht mehr Freizeit, gehen total daneben, sagt Manfred Hiebl. Der Chef der Neuburger Grundschule Ost verweist nicht nur auf die zahllosen Elterngespräche, sondern auch auf die Notbetreuung, die parallel zum Unterricht läuft und auf die Nachmittagsbetreuung, die im Ostend – mit Mittagessen im Bürgerhaus – bis 15.30 Uhr angeboten wird. „Wenn ich es genau nehme“, so Manfred Hiebl, „dann haben wir mindestens 100 Prozent mehr Arbeit.“

Neuburg-Schrobenhausen: Im Schulbusverkehr war deutlich mehr los

Im Schulbusverkehr war am Montag deutlich mehr los, ohne das übliche Ausmaß zu erreichen. Die Busfahrer bedienten alle Linien, aber es blieben viele Sitze frei. „Sieben Schüler habe ich befördert“, sagte ein Fahrer und schüttelt den Kopf. Sein Kollege sammelte von Walda über Ehekirchen, Rohrenfels, Sinning und Oberhausen 22 Kinder und Jugendliche ein. An den Brennpunkten in der Stadt waren die Schulweghelfer ohne Extraaufforderung zur Stelle.

Der Schulbusverkehr ist noch relativ schwach ausgeprägt. Die Schulweghelfer und -helferinnen erschienen trotzdem an ihren „Arbeitsplätzen“.
Bild: Winfried Rein

Alle Beteiligten wünschen sich jetzt, dass „das Stückchen Normalität“ (Claudia Rischbeck) bald deutlich größer wird. „Einige Schüler waren gestern so aufgeregt, dass sie fast nicht schlafen konnten“, berichtete Sonja Kalisch, Chefin der Paul-Winter-Realschule. Von ihren 100 Schützlingen in vier Abschlussklassen kommt jeweils die Hälfte rein. Die Erleichterung sei ihnen anzumerken gewesen. „Ein realer Austausch ist halt ganz was anderes als social media“, findet Lukas, auf den Anfang Juli die Abschlussprüfungen warten. Die Paul-Winter-Schule selbst bereitet sich auf ein für sie historisches Ereignis vor: auf die Einweihung und den Einzug in die neue Schule am Hang des Kreuter Weges.

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