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17.08.2009

Er hat Neuburg nach vorn gebracht

Neuburg Am 22. November 1914 in Neuburg geboren, blieb er trotz zwischenzeitlicher 27-jähriger Abwesenheit stets ein überzeugter Ottheinrichstädter. Als der Sohn des Justizrates Theodor Lauber am Karlsplatz A 14 in der Oberen Altstadt aufwuchs und 1933 am Huma-nistischen Gymnasium sein Abitur ablegte, konnte freilich noch niemand ahnen, dass er von dem zur elterlichen Wohnung benachbarten Rathaus aus einmal für den langen Zeitraum von 24 Jahren als Oberbürgermeister über seine Heimatstadt "regieren" würde.

Die Rede ist von Alt-OB Theo Lauber, der heute vor zehn Jahren verstorben ist. 1933, als das Landgericht in Neuburg aufgelöst wurde, siedelte er mit seinen Eltern nach Augsburg, wo er nach Studium und Kriegsteilnahme von 1946 bis 1960 als Rechtsanwalt wirkte. Anfangs 1960 holten die Neuburger den damals 45-Jährigen in seine Heimat zurück und kürten ihn, Kandidat der Freien Wähler, zu ihrem Stadtoberhaupt. Bis 1984 wurde er immer wieder im Amt bestätigt und schied dann nur deshalb aus, weil er altersbedingt nicht mehr kandidieren durfte. Dafür ließ er sich noch bis 1990 in den Stadtrat und in den Kreistag wählen.

Welch außerordentliche Verdienste sich Theo Lauber um Neuburg erwarb, erhellen neben vielen anderen diese drei Auszeichnungen: 1983 ehrte ihn der Bundespräsident mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse, 1984 verlieh ihm der Stadtrat die Bürgermedaille und 1992 die Ehrenbürgerwürde.

Theo Lauber hatte sich in einem NR-Gespräch im Sommer 1999 noch so sehr auf seinem 85. Geburtstag gefreut, den er im November gefeiert hätte. Da löste ein häuslicher Unfall plötzlich den schnellen Tod des noch vitalen Mannes aus. In der Trauerfeier der Stadt am 14. September arbeitete OB-Nachfolger Hans Günter Huniar die enormen Leistungen Laubers heraus, der mit seinen Mitstreitern auf vielfältige Weise die Stadt vorangebracht habe. Er würdigte aber auch dessen humorvolles, weltoffenes und liberales Wesen und seine Kommunikations- und Integrationsfähigkeit, die ihn zur Vaterfigur für die Neuburger gemacht hätten.

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Zahlreiche Verdienste und Erfolge

Erfolgs-Schwerpunkte in der Ära Lauber waren, um nur einiges zu nennen, die Erschließung von Industriegebieten im Grünauer Stadtwald und bei Feldkirchen, sowie von Gewerbegebieten, die Annsiedlung von Betrieben wie Eternit, Europa-Carton und Ruhrglas, die Innenstadtsanierung, die Eingliederung der Bundeswehr nach Schaffung des Standortes 1960 in die Bevölkerung, die Bewältigung der Gebietsreform mit dem Verlust der Kreisfreiheit und der Eingemeindung von Stadtrandgemeinden.

Von 1960 bis 1984 wuchs Neuburg um 7000 Einwohner auf rund 24 000 (heute 28 000). Ebenso konnte Lauber eine wesentliche Verbesserung des Bildungswesens erreichen, genauso wie er etwa zahlreiche kulturelle Initiativen (Stadttheater, Schlossmuseum, Schlossfest) förderte. Am Grab des Alt-OB auf dem Alten Friedhof Franziskanerstraße wird die Stadt heute um 11 Uhr eine kleine Gedenkfeier halten. Für einen Mitbürger, der wohl nie in Vergessenheit geraten wird.

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