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19.06.2009

Erhitzte Gemüter

Eichstätt "Nie war es dringender, sich zu positionieren: Mache ich Journalismus, mache ich Public Relations (PR) oder lasse ich zu, dass sich beides vermischt?", wetterte Journalistik-Dozentin Kathrin Krauß. Zustimmendes Gemurmel und Klopfen auf einigen Tischen. An der Frage, ob in der Journalistik-Ausbildung die Öffentlichkeitsarbeit Gegenstand sein sollte, schieden sich am Dienstagabend die Geister.

Hochkarätige Besetzung

Rund vierzig Studierende und Dozenten hatte die Diskussionsveranstaltung "Krieg der Welten?" angelockt. Und auch fachkundige Gäste aus PR und Presse gaben sich an diesem Abend in Eichstätt die Ehre. Unter ihnen waren Jens Schröter, Leiter der Burda-Journalistenschule, der freie Journalist Tom Schuler und Matthias Mehlen, Pressesprecher einer internationalen Fastfoodkette. Journalistik-Professor Klaus-Dieter Altmeppen, ebenfalls im Podium, musste im Laufe der Veranstaltung einige Vorwürfe über sich ergehen lassen. Er sprach sich klar für einen geringen PR-Anteil im Journalistik-Studium aus. Damit stieß er bei einigen Anwesenden auf wenig Zustimmung.

"Warum gibt es hier Veranstaltungen, in denen man lernt, wie man PR macht und weniger solche, in denen man sie kritisch betrachtet?", fragte ein Student. Und auch der freie Journalist Tom Schuler wich nicht von seinem Standpunkt ab: "Journalisten machen keine PR. Punkt." Aufmerksam verfolgte das Publikum die Veranstaltung. Auf flammende Plädoyers folgte Applaus, für zynische Spitzen zwischen den Diskussionspartnern gab es johlendes Gelächter.

Erhitzte Gemüter

Johlendes Gelächter für zynische Spitzen

Dass es im Journalismus um die Übermittlung von objektiven Informationen geht und die PR eher eine interessengeleitete Kommunikation ist, darin waren sich alle Anwesenden einig. Ob eine Vermischung beider Berufe zu einem Verlust von Glaubwürdigkeit führt, war dagegen eine weitere Kontroverse an diesem Abend.

Der Moderator, der sich am Anfang der Veranstaltung das Motto "Hart aber fair" auf die Fahne geschrieben hatte, kam kaum hinterher, die vielen Meldungen aus dem Publikum zu berücksichtigen. Immer wieder musste er zurück auf das Podium verweisen und griff die wichtigste Frage des Abends auf: Sollte es PR in der Journalistenausbildung geben?

Am Ende stand es unentschieden für die beiden "Welten". Klaus-Dieter Altmeppen wartet schon auf eine Fortsetzung des Schlagabtauschs.

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