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10.01.2019

Fit für die neue Wohnung

Mietqualifizierung für Flüchtlinge mit Bleiberecht

Flüchtlinge mit Bleiberecht haben jetzt erfolgreich an Kursen zur Mieterqualifizierung teilgenommen. Wer heutzutage eine Mietwohnung sucht, benötigt nämlich einen langen Atem: Zunächst gilt es Immobilien-Angebote zu finden und einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Ist der Vertrag unterschrieben, ist der Mieter gefordert: Er muss sich an die Hausordnung halten, die Abfalltrennung umsetzen und die Wohnung sauber halten.

Um Migranten fit für den Mietmarkt zu machen, bieten die Integrationslotsen am Landratsamt regelmäßig Kurse zur Mieterqualifizierung an. Unter der Leitung von Integrationslotsin Manuela Hollinger haben Flüchtlinge mit Bleiberecht soeben einen Kurs abgeschlossen. „In fünf Unterrichtsmodulen haben die Integrationslotsen des Landratsamtes Neuburg-Schrobenhausen Basiswissen mit den Kursteilnehmern erarbeitet. Die schriftliche Lernzielkontrolle bildete den Abschluss der Qualifizierung“, erklärt Manuela Hollinger. Mit vielen praktischen und interaktiven Übungen bereitete sie die Kursteilnehmer auf den Test vor. Unter anderem übten sie Gesprächssituationen mit dem Vermieter und beschäftigten sich mit Inhalten eines Mietvertrags. Sie lernten, wie Mülltrennung funktioniert und auf den Brandschutz zu achten. Als Ergebnis des Kurses erstellten die Flüchtlinge eine eigene Bewerbungsmappe, die sie auf zukünftige Besichtigungstermine mitnehmen.

Die Mieterqualifizierung basiert auf dem sogenannten Neusässer-Konzept, das aus einer ehrenamtlichen Initiative entstand, um Flüchtlingen mit Bleiberecht bessere Chancen auf dem Wohnungsmarkt zu eröffnen. Denn nach der Anerkennung ihres Status sollen die „Fehlbeleger“ die Unterkünfte verlassen, um auf dem freien Markt eine Wohnung zu finden. Ein anderes Hindernis seien bisweilen auch Vorbehalte der Vermieter gegenüber den Flüchtlingen. „Mit ihrer Bewerbungsmappe können die Wohnungssuchenden ihrem potenziellen Vermieter vorweisen, dass sie mit ihren Rechten und Pflichten als Mieter vertraut sind. Das baut Hürden ab und schafft Vertrauen“, weiß Hollinger. Trotzdem sei ein rascher Erfolg bei der Wohnungssuche nicht immer garantiert, aber die Unterlagen würden zumindest eine Erleichterung bieten, wie Hollinger einräumt: „Es ist eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Die Integrationslotsen unterstützen in der Theorie. Bei der Wohnungssuche müssen die anerkannten Asylbewerber aber selbst aktiv werden“, fasst Hollinger zusammen. (nr)

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