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Neuburg

28.11.2019

Florian Herold: „Ich will diesen Job!“

Im orangefarbenen Einklang: Die Freien Wähler Neuburg haben am Mittwoch Florian Herold (vorne Mitte) zu ihrem OB-Kandidaten gewählt. Um ihn herum haben sich die Bewerber um ein Stadtratsmandat aufgestellt. 
Bild: Martin Slovacek

Die Freien Wähler haben Florian Herold nun auch offiziell zu ihrem OB-Kandidaten ernannt. Wo die Reise mit dem 40-Jährigen hingehen könnte.

Als die Stimmzettel ausgezählt waren und das Ergebnis verkündet wurde, brandete im Bootshaus Applaus auf. Die Neuburger Freien Wähler feiern sich und ihren OB-Kandidaten, den sie selbst soeben offiziell auserwählt haben. Die rund 50 Gäste erheben sich von ihren Plätzen, jubeln, klatschen und beglückwünschen Florian Herold, der für die Freien Wähler in den Kommunalwahlkampf treten wird. Dabei war das Ergebnis wenig überraschend: Von den 36 Stimmberechtigten, die am Mittwochabend an der Nominierungsversammlung teilnahmen, haben 36 Florian Herold ihr Vertrauen ausgesprochen. 100 Prozent Zustimmung – mehr geht nicht.

Dass es Herold ernst mit seiner Kandidatur ist, hat er wenige Minuten zuvor noch einmal klar gemacht. Als Wahlleiterin Christiane Heyne die Wahlberechtigten zur Abstimmung bittet, schnappt er sich als Erster einen Stimmzettel und sagt: „Damit das keiner anzweifelt: Ich möchte diesen Job!“ Dafür gibt der 40-Jährige im Augenblick ordentlich Gas: Unzählige Nächte, so erzählt er, habe er in den vergangenen Wochen damit verbracht, Veranstaltungen vorzubereiten, Konzepte zu erarbeiten und Strategien zu planen. Strategisches Denken ist dabei ein Steckenpferd von ihm: Florian Herold entwickelt in seiner Freizeit Spiele, hat erst kürzlich ein neues herausgebracht. Diese Fähigkeit käme ihm auch als Oberbürgermeister zugute, sagte er in der Versammlung.

Florian will Wohnen in Neuburg für alle finanzierbar machen

Wenn Herold mit Menschen ins Gespräch kommt, dann höre er immer wieder dasselbe: Bürger würden sich durch die aktuelle Politik nicht mitgenommen fühlen, es fehle an einem „Pro Neuburg“-Gefühl. Diese „Lücke“ will Herold schließen. „Ich möchte, dass der Euro und die Leute in Neuburg bleiben.“ Letzteres sei nicht immer der Fall. Er erzählt von einem bekannten Ehepaar, beide berufstätig, die sich ein Haus in Neuburg nicht leisten konnten und deshalb in eine Umlandgemeinde zogen. Geht es nach der Vorstellung von Herold, dann muss sich daran etwas ändern. Jeder Neuburger, der sein eigenes Geld verdient, müsse sich in Neuburg auch ein Eigenheim leisten können. Und in diesem Heim soll es dann auch einen 100 Mbit-Internet-Anschluss geben. Denn einen solchen würde er flächendeckend in den nächsten fünf Jahren für Neuburg umsetzen wollen.

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Wie genau er all das realisieren möchte, ließ Herold in der Versammlung offen. Details zu seinen Ideen soll es ab Dezember geben. Dann will er jede Woche ein anderes Thema auf seiner Homepage (fwherold.de) veröffentlichen, das er als Oberbürgermeister anpacken würde. Acht solcher „Bausteine“, wie er sie nennt, soll es insgesamt geben.

Die Stadtratsliste der Freien Wähler ist auch eine Familienliste

So einig sich die Freien Wähler bei ihrer Wahl des OB-Kandidaten waren, so geschlossen zeigten sie sich auch bei der Stadtratsliste. Unter den 30 Bewerbern sind 15 Frauen, die jüngste Kandidatin ist 28 Jahre, der älteste Kandidat ist 71. Die Freien Wähler präsentieren sich auf der Liste auch als Familie: So ist etwa Florian Herolds Ehefrau genauso mit im Boot wie Sissy Schafferhans und ihre Tochter sowie Hans Habermeyer samt Tochter und Schwiegersohn.

Aus der Familie der Neuburger Freien Wähler haben sich dagegen zwei Personen zurückgezogen: Klaus Brems und Roland Weigert. Beide waren sie am Mittwoch nicht bei der Versammlung dabei – kein Wunder, schließlich haben beide unumwunden wissen lassen, dass sie mit der Wahl von Florian Herold nicht einverstanden sind. Wohl auch aus diesem Grund zieht sich Klaus Brems nach 18 Jahren im Stadtrat zurück. Der 70-Jährige tritt ebenso nicht mehr an wie seine Parteikollegin Christiane Heyne. Auch für den Kreistag wird Brems nicht mehr kandidieren.

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