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12.09.2007

Geschwader 74 erweist Fritz Wegner letzte Ehre

Mit einem militärischen Trauerzeremoniell ist auf der Luftwaffenbasis Zell des am 1. September verstorbenen ersten Kommodores des Jagdgeschwaders 74 und Generals des Luftflottenkommandos, Generalleutnant a.D. Fritz Wegner, gedacht worden.

Von Volker Möller, Neuburg/Zell

Mit einem militärischen Trauerzeremoniell ist gestern auf der Luftwaffenbasis Zell des am 1. September verstorbenen ersten Kommodores des Jagdgeschwaders 74 und ehemaligen Kommandierenden Generals des Luftflottenkommandos, Generalleutnant a.D. Fritz Wegner, gedacht worden. In bewegenden Worten schilderten der Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik und Generalleutnant a.D. Peter Vogler als Präsident der Gemeinschaft der Flieger Deutscher Streitkräfte, Leben und Wirken des Piloten und späteren Pioniers der Bundeswehr.

Das Protokoll für die Trauerfeier eines solch hohen Militärs ist genau festgelegt und ein vergleichbares hat es in der reichen Garnisonsgeschichte Neuburgs wohl noch nicht gegeben: Gegenüber den Gästen Kränze, ein Ordenskissen, der mit der Bundesflagge verhüllte und mit einem Stahlhelm versehene Sarg, sechs Oberste halten die Ehrenwache, getragene Musik spielt das Luftwaffenmusikkorps 1 Neubiberg unter Oberstleutnant Hans Orterer, ein Ehrenzug mit Truppenfahne.

45 Minuten dauert das Zeremoniell, bei dem die Tochter des Verstorbenen, Ulrike Wegner, von Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik und Kommodore Oberst Rudolf Klein an ihren Platz geleitet wird. Unter den zahlreichen Gästen: Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und Landrat Richard Keßler, viele aktive und pensionierte Generäle sowie mehrere ehemalige Kommodores.

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"Fritz Wegner hatte in der Bundeswehr einen herausgehobenen Platz", bescheinigte der Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik. Als Oberleutnant war er Jagdflieger in Zweiten Weltkrieg, dann mühsamer Aufbau einer zivilen Existenz, sofort bei der Gründung der Bundeswehr dabei, acht Jahre erster Kommodore des neuen Allwetterjagdgeschwaders 74, gehobene Stabsverwendungen, als Brigadegeneral Kommandeur des deutschen Luftwaffenausbildungskommandos in Fort Bliss/Texas, Kommandeur der 1. Luftwaffendivision in Meßstetten und schließlich Kommandierender General der Luftflotte und damit Chef aller Einsatzverbände.

Weitblickend und entschieden sei er stets neue Wege gegangen, dabei habe Wegner manche Hindernisse überwinden müssen Er sei ein mutig-besonnener Spitzenpilot gewesen und habe bis zu seiner Pensionierung Jet-Flugzeuge gesteuert, als Vorgesetzter habe er schnell die Herzen der Soldaten gewonnen, gradlinig, zupackend, optimistisch und truppennah sei er gewesen. Seine Tüchtigkeit wurde anerkannt: Spätestens mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Ähnliches bescheinigte der Präsident der Gemeinschaft der Flieger Deutscher Streitkräfte, Generalleutnant Peter Vogler, der auch für den Vorsitzenden der Mölders-Vereinigung Oberst a.D. Helmut Ruppert sprach. Vogler unterstrich, dass die Bundeswehr einen allseits geachteten Streiter für den geraden Weg verloren habe. Helmut Ruppert ließ ausrichten, dass Wegners Beispiel an sozialer Kompetenz stets beeindruckt habe. Der erste Kommodore habe unabhängig vom Dienstgrad immer das Gespräch gesucht, um aus fachlicher Sicht die aktuelle Entwicklung der Jagdfliegerei weiter zu verfolgen. Seine Hilfsbereitschaft sei sprichwörtlich gewesen. Die Zusammenführung von aktiven und ehemaligen Fliegern der Neuburger Geschwader und eine zeitgemäße Traditionspflege seien Wegner ein großes Anliegen gewesen. Tradition habe für ihn bedeutet, aus der Vergangenheit Bewährtes zu übernehmen und weiter zu entwickeln, aber Fehlentwicklungen und Irrwege zu erkennen und deren Wiederholung zu verhindern.

Ein Vorgesetzter, bei dem man immer wusste, woran man war

Für Generalleutnant a.D. Peter Vogler war Fritz Wegner immer ein Vorgesetzter, bei dem man wusste, woran man war. Er habe Zeit seines Lebens den aus seiner Sicht zeitlosen Wertekanon, der, so sagte Vogler, die Grundlage des Soldatentums bilde und der sich im Soldatengesetz und in menschlichen Vorbildern aus deutscher Militärgeschichte wieder- finde, verteidigt.

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