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Oberhausen

18.04.2019

Hier entsteht Oberhausens erste Tiefgarage

Wo einst zwei landwirtschaftliche Anwesen standen, werden derzeit drei Mehrfamilienhäuser mit einer Tiefgarage gebaut.
Bild: Annemarie Meilinger

Neben den Mehrfamilienhäusern in der Ortsmitte stehen in Oberhausen weitere Bauprojekte auf der Agenda. Eines davon entlastet Berufstätige mit Kindern.

Traditionell an den ersten drei Werktagen der Karwoche finden in Ober- und Unterhausen sowie in Sinning die jährlichen Bürgerversammlungen der Gemeinde Oberhausen statt. Bürgermeister Fridolin Gößl erläutert den interessierten Bürgern die Aktivitäten der Gemeinde im vergangenen Geschäftsjahr und die Planungen für die Zukunft.

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Die einschneidendsten Veränderungen wird es im Hauptort in Oberhausen geben, das ist derzeit schon unübersehbar. Mitten im Ort wurde nach dem Abriss von zwei Hofstellen ein großes Loch ausgehoben, darin entsteht Oberhausens erste Tiefgarage. Darüber sind Gebäude für Dienstleister und Wohnungen vorgesehen. In den kommenden Jahren wird im Ortskern noch einiges dazu gebaut werden: der neue Kindergarten mit Ganztagesbetreuung auch für die Schulkinder und einer Kreativwerkstatt im Untergeschoss, das neue Rathaus, Parkdeck und neue Zufahrten. Sieben Maßnahmen enthält allein der Bauabschnitt I. Schon in diesem Jahr soll mit einem vom Freistaat finanziertem Wohnprojekt begonnen werden, das zu zwei Drittel Flüchtlingen und zu einem Drittel Bedürftigen aus der Gemeinde zu gute kommen soll. Drei Millionen investiert Bayern in die zweigeschossige Anlage, die nach zehn Jahren in das Eigentum der Gemeinde übergehen könnte, wenn das Erbbaurecht ausläuft. Es könnte ein Vorzeigeprojekt werden wie die seit zehn Jahren bestehende Generationen-Wohnanlage Jung und Alt, die nahezu wöchentlich von Besuchergruppen besichtigt wird. Für nächste Woche hat sich eine Gruppe aus Taiwan angemeldet.

Darüber wurden in der Bürgerversammlung folgende Themen angesprochen:

  • Oberhausen wächst weiter: Oberhausen ist im Wandel und die Gemeinde wächst. 2018 haben sich Geburten und Sterbefälle zwar die Waage gehalten, in den vergangenen Jahren hat die Gemeinde jedoch Zuwächse zwischen7,5 und 12 Prozent verzeichnen können – ganz wie in anderen bayerischen Boom-Regionen. Vergangene Woche konnte man den 3000. Oberhausener begrüßen – und es sollen noch mehr werden, denn in Unterhausen kann ab September auf dem „Baugebiet Hülläcker“ erneut mit verstärkter Bautätigkeit gerechnet werden. Derzeit wird in Unterhausen noch in der Erde gewühlt, am westlichen Rand des Dorfs werden alle Versorgungsleitungen neu verlegt und der Kanal erneuert. Ein neues Auffangbecken wurde schon angelegt, doch das geklärte Wasser aus der Teichkläranlage muss künftig entweder über eine lange Leitung in die kleine Paar abgeleitet oder nach Oberhausen in die Kläranlage gepumpt werden. Der Preisunterschied der beiden Lösungen beträgt 1,1 Millionen Euro, „deshalb werden wir uns für die 700.000 Euro teure Ableitung in die Kleine Paar entscheiden“, so Gößl. Die Einleitungsrechte gelten immer 20 Jahre lang, dann wird das Abwassersystem neu bewertet und neue Vorschriften werden wirksam. Die Einwohnergleichwerte für Unterhausen wurden auf zukunftsweisende 990 erhöht. In Sinning sind die Kanalsanierungen „größtenteils abgeschlossen“, so der Bürgermeister. Wie nach dem Wegfall der Anliegerbeteiligungen künftig die Instandhaltung der gemeindlichen Straßen finanziert werden soll, konnte Gößl noch nicht sagen. „Der Freistaat wird uns nicht mehr unterstützen, das ist sicher.“ Irgendwann werde das zu einer neuen Finanzierungsart führen, vermutet der Bürgermeister.
  • Ganztagsbetreuung ist die Zukunft: Auch die Finanzierung der Ganztagsbetreuung der Kinder ist noch nicht endgültig geklärt, bisher ist ein Defizit von über 25.000 Euro entstanden. 1,3 Millionen hat die Kinderkrippe in Sinning gekostet. Die ehemalige Schule wurde gründlich saniert und um einen Anbau erweitert. 130 Kinder besuchen derzeit in sieben Klassen die Grundschule in Oberhausen und 95 Kinder die vorschulischen Einrichtungen. „Wir brauchen für die Nachmittagsbetreuung Freibereiche und Räume, in denen die Kinder essen können.“ Die Zukunft ist die Ganztagsbetreuung, dafür muss der neue Kindergarten in der Ortsmitte ausgelegt sein. Gößl zeigte den Bürgern die Pläne dafür. Während die Unterhausener die Planungen nur über den Beamer projiziert sehen konnten, hatte man in Oberhausen Modelle und Pläne ausgelegt. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, sich die Planungen einmal genauer anzuschauen und mit den Gemeinderäten darüber zu diskutieren.
    In der Bürgerversammlung in Oberhausen konnten sich die Bürger unter anderem über den Ausbau des Kindergartens informieren.
    Bild: Annemarie Meilinger
  • Sonax lässt sich in Oberhausen nieder: Im Bereich der Gemeinde Oberhausen gibt es 553 Arbeitsplätze, 1168 pendeln zur Arbeit aus. Das könnte sich ändern, wenn die Firma Sonax im IVG-Gelände ihre Niederlassung fertig gestellt hat. 14,5 Hektar sind dafür als Firmengelände ausgewiesen. Im Gewerbegebiet Kreut dagegen kann nur noch wenig Gewerbe angesiedelt werden. Die Entwicklung des ehemaligen Kasernengebiets ist weitgehend abgeschlossen, so Gößl.
  • Die finanzielle Situation der Gemeinde: Die Erläuterung der Finanzen hat ein großes Gewicht in den Bürgerversammlungen. Oberhausen geht es finanziell gut. Der Verwaltungshaushalt schließt mit einer Einnahmesumme von 5,5 Millionen Euro, wobei im Jahr 2018 die Einkommensteuer mit 1,8 Millionen Euro und die Gewerbesteuer mit 946.000 Euro die am stärksten sprudelnden Quellen waren. Schlüsselzuweisungen konnte man zwar fast 600.000 Euro verbuchen, doch die Kreisumlage von 1,45 Millionen schmerzt den Bürgermeister. Die Steuerkraft pro Einwohner ist in den vergangenen Jahren stets angestiegen und liegt jetzt bei 800 Euro, eine Zuführung in den Vermögenshaushalt konnte im vergangenen Jahr mit 633.000 Euro getätigt werden. Die Summe des Gesamthaushalts liegt bei rekordverdächtigen 7,05 Millionen Euro.
  • Tierische Probleme: Unterschiedliche Tiere machen unterschiedliche Probleme in der Gemeinde Oberhausen. Der gefährliche Eichenprozessionsspinner machte schon vergangenes Jahr Ärger, die Bauhofmitarbeiter haben wegen der aufwendigen Beseitigung eine Schulung erhalten. Der Biber hat derzeit zwei Baustellen, auf die geschaut werden muss: Im Naturschutzgebiet ist durch den Aufstau ein beachtlicher See entstanden, und auch in einem Graben in Sinning richtet er weiterhin Schäden an. Die zahlreichen herrenlosen Katzen sollen mit Hilfe eines Vereins eingefangen und kastriert werden.

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