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Jazztage in Ingolstadt

13.11.2018

Jazztage: Caro Emerald macht den Festsaal zur Disco

Mit ihrem ersten Album „Deleted Scenes From The Cutting Room Floor“ aus dem Jahr 2010 verkaufte Caro Emerald fast zwei Millionen Platten weltweit. Ihr Sound hat verschiedene Einflüsse – darunter Swing, Pop, Jazz und Mambo.
Bild: elisa

Wie die niederländische Musikerin Caro Emerald die Besucher im Stadttheater Ingolstadt während der Jazztage zum Tanzen bringt.  

Wäre Musik ein Kleiderschrank, Carol Emerald wüsste genau, die Shirts und Hosen, den Pop und Swing miteinander zu kombinieren, um dann mit einem stimmigen Klang-Outfit vor dem Spiegel zu stehen. Nun trat die niederländische Künstlerin bei den Jazztagen im Ingolstädter Stadttheater auf – und brachte ein sitzendes Publikum zum Tanzen.

Die sieben Musiker stehen bereits auf der Bühne, als Caro Emerald an diesem Abend die Bühne betritt. Der Saal ist dunkel, die Szene bleibt bis auf spärlich eingesetzte Lichtprojektionen schlicht. Der Gesang der 37-Jährigen steht besser für sich. Nicht viele Lieder sind notwendig, um die Zuhörer in ihre Welt zu locken, in der die Grenzen zwischen den Genres fließend sind. Während etwa der Titel „Absolutely Me“ vor Hip-Hop-Elementen nur so strotzt, zeigt das Stück „Mambo Shuffle“ eine klassische Mambo-Version mit Karibik-Stimmung. Kurz darauf schiebt die Frau mit dem Bleistiftrock und der gelben Retrobluse eine Balladen ein: „Tahitian Skies“ ist reduziert, fast futuristisch, mit Potenzial zum nächsten James-Bond-Soundtrack.

Caro Emerald ist nur für die Jazztage nach Deutschland gekommen

 Nur für ein Konzert ist Caro Emerald in diesem Jahr nach Deutschland gekommen. Trotzdem sind viele Stühle im Festsaal des Stadttheaters nicht besetzt. Schade. Und so klaffen an einigen Stellen Lücken zwischen den Gästen. Für die Sängerin und ihre Crew kein Problem – sie fordert ihr Publikum auf, das zu diesen Zeitpunkt noch verhalten mit dem Fuß wippt, aufzustehen und mitzutanzen. Keine zwei Titel später hat der Festsaal im Stadttheater etwas von einer Diskothek.

Während die Gäste also feiern, hüpfen auch Bandmusiker wie Gummibälle über die Bühne. Immer wieder greifen sie zu speziellen, ungewöhnlichen Instrumenten. Bei „Tangled Up“ ist zum Beispiel die Blasharmonika zu hören, bei „I Know That He’s Mine“ ein Akkordeon. In „My 2 Cents“ erklingt die kubanische Gitarre – dazu beeindrucken Trompete, Saxofon, Keyboard, Gitarre, Bass und Percussions wiederholt durch Soloparts. Die Boxen pumpen, die Band hat Spaß.

In Ingolstadt singt Caro Emerald neben eigenen Songs auch ein Cover

Sängerin Caro Emerald, die ihr erstes Album 2010 veröffentlichte, beschwört an diesem Abend mit dem Song „Excuse my French“ die 20er Jahre und vertont in „Liquid Lunch“ die Musikrichtung Ska. Demgegenüber erscheint „Back It Up“ mit Scratching-Komponenten wieder moderner. Neben diesen vielen eigenen Liedern singt die Künstlerin auch ein Cover: „Havanna“ von Camila Cabello, einer kubanisch-US-amerikanischen Sängerin und Songwriterin – der am schwächsten performte unter den sonst einwandfreien Titeln.

Dann die Zugabe. Mit „Stuck“ und „A Night Like This“ wählte die Band dafür die beiden populärsten Songs der Künstlerin. Die Menge applaudiert, verlangt nach mehr. Damit geht ein hochpolierter Auftritt zu Ende, für die Kritik eine untere Schublade wäre – zumal die Sängerin musikalisch sowieso in keine passt.

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