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Neuburg

12.05.2019

Konzertverein: Ein besonderer Abend mit Simone Kermes

Glanzvoll und höchst präsent: Simone Kermes (Sopran) und das Alliage -Quintett.
Bild: Johannes Seifert

Die Sopranistin Simone Kermes und das Alliage-Saxofon-Quintett beweisen in Ingolstadt, dass der Konzertbetrieb Programmpunkte wie diese braucht.

Was wurde über Simone Kermes schon alles geschrieben: „Crazy Queen des Barock“, „Primadonna assoluta“, „exzentrische Belcanto-Lady“ oder gar „ungestüme Operndiva“. Nun, eines muss man ihr – große Erfolg hin oder her – wirklich anerkennen: Das ist der herausragende Klang ihrer so unnachahmlichen Sopranstimme.

Klar hat sie als gefragte Künstlerin in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen gemacht, durch vielfach risikofreudige, fast schon spektakuläre Auftritte. Und so verwundert es auch nicht, wenn sie sich beim umjubelten Konzert im Theaterfestsaal vom in jeder Hinsicht glanzvollen Alliage-Saxofon-Quintett begleiten lässt.

Saxofonensemble und Sopranstimme, das ist in dieser Form wirklich ungewöhnlich und auch selten zu erleben. Somit war dieser Abend allein schon von der Besetzung her ein musikalisches Erlebnis, aufregend, mitreißend, klanggewaltig.

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Simone Kermes: „Die Musik ist der Spiegel meiner Seele“

Wer Simone Kermes etwas näher kennt, weiß, wie hart sie an Interpretationen arbeitet, wie professionell sie ans Werk geht und wie sehr sie ihre dargebotenen Werke bereits im Vorfeld ihrer Auftritte verinnerlichen konnte. „Die Musik“, so erzählte sie im Rahmen der Barockkonzerte in Neuburg vor einigen Jahren, wo sie bei zwei Konzerten begeisterte, sei „ein Spiegel ihrer Seele“. Der immer noch erstaunliche Tonumfang ihrer Stimme, die unvergleichbare Geläufigkeit ihrer Kehle und die vielfach angelegte Eleganz ihres Gesanges werden immer da, wo sie auftreten kann, zum Ereignis, so auch in Ingolstadt.

Auch in der Vergangenheit war sie überaus erfolgreich. Operngastspiele führten sie nach New York, Paris, Lissabon, Kopenhagen, Moskau, Peking und an die deutschen Staatsopern. Sie gab Solokonzerte und Liederabende nahezu in der ganzen Welt. Neben vielen Rundfunk- und Fernsehproduktionen hat sie zahlreiche CDs aufgenommen.

Die mehrfache Echo-Preisträgerin zeigt, wo und wie sich Gefühle aus übervollem Herzen in virtuosen Gesang verströmen. Es sind ihr Temperament und ihre so unnachahmliche Sinn- und Ausdruckskraft, die wirklich unvergleichbar scheinen. Dafür bekommt sie auch vom Publikum zu Recht lautstarken Beifall.

Auch die Musiker an Sopran (Daniel Gauthier), Alt (Miguel Vallés Mateu), Tenor (Simon Hanrath) und Baritonsaxofon (Sebastian Pottmeier) sowie am Flügel (Jang Eun Bae) agieren an diesem so besonderen Konzertabend mit wirklich großer Hingabe und höchster technischer Präzision. Beeindruckend ihr so ungemein stimmiger Gesamtklang sowie ihr so virtuoses Ausdrucksspektrum. Der Konzertbetrieb braucht genau solche Programmpunkte, weg von der „klangvollen, klassischen Idylle“ hin zu echter Kunst.

Dieses Konzert wurde vom BR aufgezeichnet und wird am 10. Juni um 16 Uhr gesendet.

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