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11.02.2015

Ladendieb muss ins Gefängnis

In Neuburg wurde ein Ladendieb verurteilt.
Bild: Carolin Kober, Symbolbild

Gericht verurteilt ihn zu einem Jahr und zwei Monaten - obwohl der Dieb wenig erfolgreich war.

Ein 25-jähriger in Neuburg lebender Mann wurde gestern als zweifacher Ladendieb verurteilt. Beide Diebstähle – verübt in Neuburger Supermärkten – verliefen aus Sicht des Beschuldigten wenig erfolgreich. Denn die Beute ist gleich Null. Umso höher allerdings ist die Strafe, die das Gericht über den Mann verhängte: Er muss für ein Jahr und zwei Monate ins Gefängnis. Es ist bereits die vierte Freiheitsstrafe, die er zu verbüßen hat – zwei Vorstrafen sind einschlägiger Natur. Der Mann ist wohl nicht zu belehren, wie Vorsitzende Richterin Celina Nappenbach glaubt. Er selbst hingegen sieht sich also Justizopfer und demonstrierte seine Wut darüber, indem er nach Prozessende dem Richtertisch einen Fußtritt versetzte.

Im vergangenen Oktober hat der Mann nach Überzeugung des Gerichts lange Finger gemacht. Der erste Vorfall passierte in einem Discounter im Neuburger Ostend. Dort standen er und ein Unbekannter gemeinsam in der Warteschlange an der Kasse. Mehrere Zeugen hatten den Eindruck, dass die beiden Männer zusammengehörten. Und der Angeklagte bestätigte auch, den anderen zu kennen – wenn auch nur mit seinem Spitznamen –, wollte ihn aber nur zufällig beim Einkaufen getroffen haben.

An der Kasse angekommen fiel der Verkäuferin auf, dass der Unbekannte eine prall gefüllte Tasche bei sich trug. Sie bat ihn, diese zu öffnen, doch der Mann ignorierte ihre Aufforderung. Als sie danach griff, kam es zum Gerangel. „Wir rissen beide am Henkel hin und her“, schilderte die Verkäuferin gestern im Zeugenstand, „dann hat der Mann meine Finger aufgebogen.“ Sie ließ los, auch deshalb, weil der Angeklagte sich zwischen sie und den Unbekannten drängte und dem Mann auf diese Weise zur Flucht verhalf. In der Tasche haben sich 20 Dosen Tabak im Wert von 300 Euro befunden.

Der jetzt Angeklagte floh nicht und als die Polizei später kam, stellte sie fest, dass er 20 Handykarten bei sich hatte, die nach Überzeugung des Gerichts aus den Beständen des Supermarkts stammen. Diese Karten waren wertlos, da ihr aufgedruckter Wert von jeweils 20 Euro erst beim Bezahlen aktiviert worden wäre.

Der zweite Vorfall war am 24. Oktober in einem anderen Markt derselben Discounter-Kette. Eine dortige Verkäuferin hatte gesehen, dass der Angeklagte eine Zigaretten-Schachtel im Wert von vier bis fünf Euro eingesteckt hatte. Als sie ihn an der Kasse dreimal aufforderte, diese zu bezahlen, warf er die Schachtel aufs Kassenband und ergriff die Flucht – wurde aber später von der Polizei gestellt.

Während Staatsanwältin Bianka Stadler und auch das Schöffengericht keinen Zweifel an diesem Sachverhalt hatten, plädierte Verteidiger Rechtsanwalt Richard Winter auf Freispruch. Wie er detailliert darlegte, sei in keinem der Punkte ausreichend festgestellt worden, dass sein Mandant einer Straftat schuldig sei. Er forderte für dessen 111 Tage Untersuchungshaft eine Entschädigung von 2775 Euro.

„Wir müssen nicht an alle Zufälle glauben“, entgegnete Richterin Nappenbach und erklärte den Angeklagten für schuldig des Diebstahls und der Beihilfe zum räuberischen Diebstahl. (wüb)

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