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Buchpatenschaft

22.05.2015

Lebenselixier für eine Paracelsus-Schrift

Daniela Ditta und Dr. Ivo Henrichs unterstützen Buchpatenschaften.
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Daniela Ditta und Dr. Ivo Henrichs unterstützen Buchpatenschaften.
Bild: wüb

Die Schlossfest-Gruppe „Parcella Paracelsica“ stiftet 1150 Euro, um einen wertvollen Band vor dem Verfall zu retten

Er war ebenso streitbar wie umstritten, ein Universalgelehrter der Medizin, Alchemie, Astrologie, Mystik, Theologie und Philosophie und zu seinen Anhängern gehörten auch Ottheinrich und Philipp Ludwig. Die Rede ist von Paracelsus (geboren um 1493, gestorben 1541), der vielleicht nie einen Fuß auf Pfalz-Neuburgischen Boden gesetzt hat, von dem es aber noch heute Spuren im modernen Neuburg gibt.

Dazu gehört ein Sammelband mit einer Originalhandschrift des Paracelsus, der eigentlich zu den Beständen der historischen Provinzialbibliothek zählt, derzeit aber im Tresor der Münchner Staatsbibliothek schlummert. Sein beklagenswerter Zustand ist der Grund dafür: verschlissene, kaum noch lesbare Buchdeckel, vergilbte, zerfranste Seiten mit Stockflecken und Schimmel, eine gelockerte Bindung der Seiten. Doch da soll jetzt Abhilfe geschaffen werden. Es hat sich nämlich eine Kooperation ergeben zwischen der Schlossfest-Truppe „Parcella Paracelsica“ und dem Verein „Freunde und Förderer der staatlichen Bibliothek“.

„Unsere Gruppe hat sich beim Schloss als Anhänger des Paracelsus präsentiert, die dessen Lehren den Neuburgern näher bringen wollte“, erzählt Initiatorin Daniela Ditta. „An unserem Stand gab es chemische Experimente zu bestaunen und gegen Spenden erhielten die Besucher ihre persönliche Dosis Medizin und konnten sich zusätzlich an Schautafeln über Paracelsus informieren.“ Das war in den Jahren 2011 und 2013. Rund 900 Euro kamen auf diese Weise zustande, die die Gruppe jetzt mit privaten Mitteln auf 1150 Euro aufstockte, um genau den Betrag zusammen zu bekommen, den es kostet, die Paracelsus-Handschriften restaurieren zu lassen.

Das freut vor allem auch Dr. Ivo Henrichs, den Vorsitzenden der „Freunde und Förderer der Provinzialbibliothek“. Der Verein rührt seit Jahren schon die Werbetrommel für Buchpatenschaften, um ein Werk nach dem anderen vor dem Verfall zu bewahren. „Bisher haben wir knapp 51000 Euro aufgebracht, mit denen wir sowohl den historischen Bibliotheksbestand sichern, als auch die Staatliche Bibliothek (SBND) als modernes Informationszentrum unterstützen“, so Henrichs. Die SBND ist mit über 55000 Bänden eine über den Landkreis hinaus bedeutende Adresse für historische Quellenforschung. Rund 23000 Bücher stammen aus der Zeit vor 1800, 35000 bis 1900. Die Bibliothek besitzt 440 Inkunabeln (Drucke bis 1500). Als Sonderbestand verfügt sie über die Bibliothek des berühmten Augsburger Humanisten Hieronymus Wolf (1516-1580) mit etwa 600 Bänden. Und jedes Jahr kommen zirka 500 neue Medien in die SBND.

Der Verein freut sich über neue Mitgliedschaften, aber auch über Buchpaten, die die Restaurierung vom Verfall bedrohter historischer Bände mitfinanzieren. Kontakt unter Telefon

08431/9106 (Bibliotheks-Leiter Gerhard Robold).

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