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Soziales

14.11.2019

Lebenshilfe: Aus zwei mach eins

Seit vielen Jahren arbeiten Behinderte aus der Wohnstätte der Lebenshilfe in Neuburg in den Werkstätten der Lebenshilfe der Region 10, wie hier in der im Gewerbegebiet Grünau in Neuburg.

Zusammenschluss der Wohnstätte für Behinderte in Neuburg mit der Lebenshilfe der Region 10 geplant

Seit fünf Jahren herrscht Ruhe bei der Kreisvereinigung der Lebenshilfe, die auch Träger des Maria-Weigl-Hauses, der Wohnstätte für Behinderte in Neuburg, ist. Mit der Wahl einer komplett neuen Vereinsführung mit Peter Wiedemann an der Spitze wurde Ende 2014 ein klarer Schnitt vollzogen. Die heftigen, internen Auseinandersetzungen waren damit beendet. Nun steht die Lebenshilfe erneut vor einer möglichen, strategischen Weichenstellung. Geplant ist der Zusammenschluss der Wohnstätte mit der Lebenshilfe der Region 10.

Für den ehrenamtlich tätigen Vorstand gibt es mehrere Gründe, warum er den Vorschlag auf der Mitgliederversammlung am 23. November (13.30 Uhr im Gasthaus Pfafflinger, Neuburg) unterbreiten und mit den Anwesenden diskutieren möchte. Beschlossen werden soll ein möglicher Zusammenschluss erst im kommenden Jahr.

In einem Schreiben an die Vereinsmitglieder erklärt der Vorstand seine Beweggründe für den geplanten Schritt, der die Bewohner in eine gut gesicherte Zukunft führen soll. So würden die Anforderungen an eine professionelle „Lebenshilfe“ für Menschen mit geistiger Behinderung stetig steigen. Gesetzliche Auflagen, die allgemein steigende Bürokratisierung sowie hohe Regelungs- und Dokumentationsanforderungen würden, so Peter Wiedemann, Vereinsführung und Mitglieder immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Die Bedürfnisse vieler Bewohner würden sich im Laufe der Jahre verändern. Persönliche Individualität und Privatsphäre, attraktive Freizeitangebote und für die schnell größer werdende Gruppe unserer Rentner eine strukturierte und sinnvolle Tagesbetreuung würden zusehends an Bedeutung gewinnen. Parallel mehrten sich gesundheitliche Einschränkungen der Bewohner, die neue fachliche und methodische Kompetenzen im Haus erforderten. Die Folge sei, neben erheblichem Investitionsbedarf bei Gebäude und Ausstattung, intensiver Schulungs- und Fortbildungsbedarf für die Mitarbeiter.

Lebenshilfe: Aus zwei mach eins

Die Lebenshilfe Kreisvereinigung gehört mit ihren 50 Betreuungsplätzen zu den kleinsten Einrichtungen in der bayerischen Behindertenhilfe. Der ehrenamtlich tätige Vorstand des Vereins unterstützt nach Kräften das Personal bei der Aufgabe, den Anforderungen gerecht zu werden. „Die zunehmend erforderliche Spezialisierung und die wachsende Breite der an die Einrichtung gestellten Aufgaben zeigen unserer Lebenshilfe Vereinigung jedoch immer häufiger Grenzen auf“, schreibt der Vorsitzende.

Traditionell würde zwischen der Wohnstätte und den Werkstätten der Lebenshilfe der Region 10 eine enge Verbindung bestehen. „Die allermeisten unserer Bewohner sind oder waren bei den Werkstätten in Neuburg beschäftigt und – so wie wir meinen – sehr gut betreut“, erklärt Wiedemann. Seit 2014 seien die Kontakte intensiviert worden. Die Einrichtung sei kompetent und leistungsfähig und biete mehr als 900 Menschen mit geistiger Behinderung Arbeit und/oder Wohnung sowie rund 350 Mitarbeitern einen attraktiven Arbeitsplatz mit guten Sozialleistungen an den Standorten in Ingolstadt, Gaimersheim und Neuburg. Der Vereinsvorstand sei sich sicher und „zu 100 Prozent davon überzeugt“, dass ein Zusammenschluss die regionalen Kräfte der Lebenshilfe-Einrichtungen bündeln und stärken würde. Standort und die Wohnstätte Neuburg sollten dadurch gestärkt und ausgebaut werden. Alle Bewohner sollen dort auch wohnen bleiben und die Mitarbeiter ihre sicheren Arbeitsplätze behalten können. (nr/mari)

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