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Ingolstadt

14.01.2020

Mit der Axt ins Ingolstädter Rathaus: 53-Jähriger muss ins Gefängnis

Immer und immer wieder war ein Mann im Ingolstädter Rathaus vorstellig geworden. Dann kam er bewaffnet.
Bild: Harry Jung

Ein Ingolstädter wollte keine 160 Euro strafen zahlen. Er marschierte ins Rathaus um sich zu beschweren. Mit dabei hatte er eine Axt und ein Messer.

Vor einem Dreivierteljahr war ein Ingolstädter mit einer Axt und Messern im Ingolstädter Rathaus aufgetaucht, hatte einem Mitarbeiter mit „Mord und Selbstmord“ gedroht. Jetzt hat er die Quittung für diese Tat bekommen. Richter Konrad Kliegl hat ihn am Dienstag am Landgericht zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung.

Der Angeklagte war im Ingolstädter Rathaus als schwieriger Kunde bekannt

„Es war ein verdammt gefährliches Geschehen, das Gott sei Dank glimpflich verlaufen ist“, fasste Kliegl die Vorgänge vom April des vergangenen Jahres zusammen. Der Angeklagte war im Rathaus bereits als „schwieriger Kunde“ bekannt. Immer wieder war er auf verschiedenen Ämtern und Behörden erschienen, um sich zu beschweren. Wie auch an jenem Freitag. Zuerst tauchte er im Vorzimmer des Oberbürgermeisters auf, dann im Vorzimmer des Rechtsreferenten. Schließlich bei seinem ihm fest zugewiesenen Ansprechpartner im Beschwerdemanagement. Diesmal ging es um einen Bescheid des Straßenverkehrsamts. Er sollte 160 Euro zahlen, weil er sein Auto nicht versichert hatte. Doch dazu sah sich der Mann, dessen Frau erst wenige Tage zuvor gestorben war, nicht in der Lage. Er wollte eine Ausnahmegenehmigung für ihn als Staatenlosen erwirken.

Der Angeklagte drohte im Ingolstädter Rathaus mit Mord und Selbstmord

War das Gespräch zwischen dem 53-Jährigen und dem Beschwerdemanager anfangs noch friedlich und konstruktiv verlaufen, so sei die Stimmung plötzlich gekippt. So schilderte es der städtische Mitarbeiter vor Gericht. Plötzlich drohte der Angeklagte „erst mit Mord, dann mit Selbstmord“, wenn der Oberbürgermeister nicht binnen zehn Minuten sein Problem lösen werde. Da habe er sich durchaus bedroht gefühlt, berichtete der Beschwerdemanager. Vor allem deshalb, weil er im Vorfeld eines der Messer in der Hosentasche des Mannes sowie eine Axt in dessen Umhängetasche entdeckt hatte. Der Mann, der in den 80ern im Afghanistan-Krieg gekämpft hatte, stand dann plötzlich auf, kündigte an, zu rauchen und bald wiederzukommen. Doch statt zu rauchen, präparierte er draußen auf dem Rathausplatz sein Messer, band eine Schlaufe und hängte es sich um. Das alles zeigen Videoaufnahmen. Als er wieder zurückkehrte, hatten die Mitarbeiter die Türen bereits abgesperrt. Der 56-Jährige machte kehrt und entsorgte die Axt und das Messer im Papierkorb der Herrentoilette des Alten Rathauses. Er ging raus, setzte sich auf die Stufen des Rathauses und da kam auch schon die Polizei. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Vor Gericht hat der Mann alles zugegeben und sich beim Beschwerdemanager entschuldigt. Allerdings ist er kein unbeschriebenes Blatt, bereits 36 Vorstrafen – zum Teil einschlägig wie Diebstahl mit Waffen – hat er bereits angesammelt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (rilu)

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