Mit die größte Ausnahmesituation, die eine Familie erleben kann, ist die Behinderung oder eine schwere Krankheit ihres Kindes. Familien leben dann häufig ein Leben weit weg von Normalität. Die Eltern und auch die Geschwister brauchen Unterstützung jenseits von finanzieller Hilfe. Sie brauchen Kraft, Mut, suchen Trost und Hilfe. Sie gehen nicht selten einen schweren Weg. Und auf diesem Weg unterstützt der Neuburger Verein für Familiennachsorge Elisa nicht nur die kleinen Patienten, sondern auch deren Eltern und Geschwister. Nach personellen Engpässen vor drei Jahren reifte in Elisa-Geschäftsführerin Nadine Dier die Idee, in einem hauseigenen Lehrgang ehrenamtliche Familienbegleiter auszubilden.
2018 wäre ein ehrenamtlicher Familienbegleiter genau das Richtige für eine Familie gewesen, deren Kind palliativ versorgt wurde. Die Eltern wünschten sich, so viel Zeit wie möglich mit ihrem sterbenden Kind zu verbringen, das ebenso in der Familie lebende gesunde Geschwisterkind jedoch benötigte auch seinen Anteil an Aufmerksamkeit. So versuchte Elisa, eine geeignete Person zu finden, die in dieser schwierigen Zeit die Familie unterstützen konnte. Leider ohne Erfolg.
Neuburger Verein Elisa bietet Unterstützung für Familien
Helfen hätte ein ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienste können. Doch einen solch spezialisierten Dienst gab es in der Region 10 nicht. So fasste Nadine Dier den Entschluss, einen solchen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst selbst zu gründen. Elisa begann ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zu akquirieren. Fünf konnten 2019 bei einem befreundeten Dienst an der gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildung teilnehmen. Am Samstag nun konnten neun Absolventen des ersten eigenen Lehrgangs nach einem halben Jahr voller Widrigkeiten und Online-Treffen ihr bundesweit geltendes Zertifikat in Empfang nehmen.
Bevor die Absolventen des Kurses ihre Zeugnisse erhielten, dankte Nadine Dier vor allem ihrer Koordinatorin Iris Modl, die die Hauptarbeit während der Ausbildung geleistet hatte, und den Sponsoren. Ohne die Gelder von Audi und dem Rotary Club Ingolstadt wäre diese Ausbildung nicht möglich gewesen.
Die Familienbegleitung gibt es in der Region rund um Neuburg
Wer von Elisa zur Familienbegleitung ausgebildet werden sollte, musste zuerst einmal einige Hürden überwinden. Die Bewerberinnen und Bewerber wurden sehr eingehend darüber befragt, wieso sie diese Tätigkeit machen möchten.
Eine von ihnen ist Isabella Löffelmann. Mit 22 Jahren noch sehr jung, überzeugte sie die Vereinsleitung durch einen gefestigten Charakter und sehr realistischen Vorstellungen von ihrer zukünftigen Aufgabe. Sie möchte sich in eine zutiefst sinnvolle und wertvolle Arbeit einbringen, so ihr Beweggrund. Die neun Ehrenamtler werden ab sofort in der ambulanten Familienbegleitung eingesetzt.
Mit ihnen ist nun die ambulante Kinder- und Jugendhospizhilfe von Elisa Familiennachsorge ins Leben gerufen. Sie unterstützt Familien, die mit ihrem kranken, früh- oder risikogeborenen Kind den Weg aus der Klinik nach Hause antreten. Mit Hilfe vieler unterschiedlicher Fachabteilungen werden alle Familienmitglieder dabei unterstützt, damit das Leben daheim mit einem kranken Kind gelingen kann.
Elisa hilft kranken Kindern und deren Familien
Die neuen ehrenamtlichen Familienbegleiter und Begleiterinnen sind Wolfgang Zwack, Rosmarie Vogler, Isabella Löffelmann, Claudia Forster, Kristin Müller, Andrea Schwander, Sabine Schmidhofer, Stefanie Laukes und Alessandra Orthmann.
Übrigens, Elisa sucht noch einen Namen für diesen ambulanten Hilfsdienst. Vorschläge werden gerne per E-Mail an info@elisa-familiennachsorge.de entgegengenommen. Bis Ende Juli werden die Vorschläge gesammelt. Eine Jury wird dann den Namen festlegen.
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