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Sanierung

15.01.2021

Neuburg bekommt sein Kneipp-Becken zurück

2016 wurde das ehemalige Kneippbecken gereinigt und begrünt. Nun soll es wieder seiner ursprünglichen Nutzung zugeführt werden.
Foto: Gloria Geissler

Eröffnet werden soll das Tretbecken am Graben-Spielplatz zum 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp

Es war nur eine kurze Epoche, in der sich Neuburg einen Namen als Kneipp-Kurort machte. Auf Anregung von Unternehmer Franz Hoffmann entstand im Februar 1922 aus ehemals zwei Vereinen der Neuburger Kur- und Kneippverein. Ziel war es, die Ottheinrichstadt nach dem Ersten Weltkrieg wirtschaftlich zu stärken und Neuburg gemäß dem Vorbild Bad Wörishofen zu einem florierenden Kurort auszubauen. Die Macher legten sich mächtig ins Zeug und so entstand innerhalb kürzester Zeit ein Vereinsheim (Burgwehr), ein Schwimmbad am Längenmühlbach und später sogar noch ein Kneippheim mit rund 30 Betten.

Zentraler Treffpunkt war das Areal des heutigen Spielplatzes am Graben. Auf der damals freien Wiese hielt Kurarzt Dr. Spengler Vorträge, es fanden Leibesertüchtigungen statt und man schritt durch das kalte Wasser im eigens angelegten Tretbecken. Oberhalb des Beckens platzierte der Verein eine künstliche Felsenquelle sowie eine Büste des bekannten Gesundheitspfarrers Kneipp. Das Abbild in Stein stammt übrigens vom damals sehr bekannten und in Neuburg geborenen Bildhauer Georg Albertshofer.

Die Büste ist eine letzte Erinnerung an die Kneippschen Anwendungen dort, denn das Tretbecken ist längst verschwunden. Doch die Stadt möchte es wiederbeleben. Im Zuge der Sanierung des gesamten Areals sowie des Spielplatzes soll auch das Kneipp-Becken in frischem Glanz erstrahlen und wieder genutzt werden können. Doch bis es so weit ist, muss einiges an Vorarbeit geleistet werden. Zum Beispiel muss ein neuer Zähler- und ein Sickerschacht angebracht sowie ein Stromanschlusskasten zur späteren Beckenpflege mit einem Hochdruckreiniger installiert werden. Auch ein Baum muss gefällt werden. Die Gesamtkosten schlagen mit rund 60.000 Euro zu Buche, wovon aber ein Teil gefördert wird, sodass der Stadt Neuburg nur ein Eigenanteil von rund 24.000 Euro bleibt.

Eingeweiht werden soll das neue Kneippbecken dann am 21. Mai zum 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp.

Der nach dem Zweiten Weltkrieg von der Stadt angelegte Spielplatz hatte mit dem Becken damals eine echte Attraktion für heiße Tage. Und die soll es nun wieder werden. Um mögliche Gefahren für spielende Kinder auszuschließen, wird die Kneipp-Anlage einen 1,40 Meter hohen Zaun bekommen, der begrünt wird. Auch zwei Sitzbänke sowie ein Armbecken sind vorgesehen.

Sebastian Anton Kneipp (1821 -1897) war ein als die Kaltwassertherapie betreibender Hydrotherapeut und Naturheilkundler bekannt gewordener bayerischer römisch-katholischer Priester. Durch kurze Bäder in der Donau und kalten Wassergüssen heilte er sich selbst von einer Lungenkrankheit.

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