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Luftwaffe

09.11.2016

Neuburger Geschwader sichert Luftraum über Baltikum

Die Alarmrotte des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 fliegt im Baltikum.
Bild: Bundeswehr/Gygas

Das Neuburger Luftwaffengeschwader versetzt vor allem russische Maschinen regelmäßig in Alarmbereitschaft. Bei eisigen Temperaturen sorgen sie für Sicherheit über dem Baltikum.

Mit einer zusätzlichen Alarmrotte unter Nato-Kommando ist die Luftwaffe derzeit für die Sicherheit über dem Baltikum verantwortlich. Mit bis zu sechs Eurofightern und 130 Soldaten stellen die Angehörigen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg den größten Teil des Kontingents der insgesamt 200 Soldaten, die seit Ende August in Estland stationiert sind. Im litauischen Siauliai stehen vier französische Jets vom Typ Mirage, als zweite Nato-Alarmrotte im Baltikum, rund um die Uhr bereit.

Russische Militärmaschinen im internationalen Luftraum

Während in Deutschland die Alarmrotte, oder im Nato-Jargon Quick Reaction Alert, kurz: QRA, überwiegend wegen fehlender Kommunikation zwischen Linienflugzeugen und Bodenstationen aufsteigt, ist es in Estland anders. Neben Funkkontakt müssen Flugzeuge aller Art, die im Internationalen Luftraum fliegen, einen Flugplan aufgeben und ein Transpondersignal senden. Mit dem Signal gibt sich ein Flugzeug der Flugsicherung zu erkennen.

Nachdem die Verantwortung über den baltischen Staaten und den angrenzenden internationalen Luftraum übernommen wurde, musste bereits am ersten Tag eine russische Tupolew 134 identifiziert werden, weil sie eines dieser Kriterien nicht erfüllt hatte. Bei den meisten Einsätzen handelt es sich um russische Militärmaschinen im internationalen Luftraum. Diese Flugbewegungen finden meist von Russland in die Enklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen statt.

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Auf diesem Weg kreuzen die Flugzeuge unter anderem die Luftstraße zwischen Helsinki und Tallinn. In spätestens 15 Minuten müssen die Maschinen in der Luft sein. 13 Minuten war bis jetzt die längste Zeit, die bis zu einem Start vergangen ist. Je nachdem wie weit der Radarkontakt entfernt ist, schaffen es die Neuburger Jets in wenigen Minuten zum Ziel. Wenn keine Gefahr mehr für die internationale Luftfahrt besteht oder Alarmrotten anderer Anrainernationen die Begleitung übernehmen, geht es für die Deutschen zurück nach Ämari.

Bei Minus 40 Grad in Estland

Ein Großteil der Soldaten darf nun zurück nach Deutschland. Nicht ohne einige Auszeichnungen zu verteilen: Feldwebel Stephan Stölzle wurde zum Oberfeldwebel im Shelter der QRA befördert, der im Moment eine Ausbildung zum Hochfrequenz-Techniker in Neuburg durchläuft. Für die „Neuen“ beginnt nun die zweite Hälfte im winterlichen Ämari mit Temperaturen bis - 40° C.

Noch bis Januar werden die Neuburger im Baltikum stationiert sein. Abgelöst werden sie Anfang 2017 von ihren Kameraden des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ aus Wittmund in Ostfriesland. Ende April wird die Luftwaffe die Aufgabe an die nächste Nation weitergeben. AZ

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