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Neuburg

16.03.2017

Neuburger will Wachstum in Neuburg

Das Verwaltungsgebäude der MMB im Neuburger Ochsengründlweg ist auch erst vor Kurzem entstanden. Dahinter baut Bernhard Stampfl eine neu Halle.
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Das Verwaltungsgebäude der MMB im Neuburger Ochsengründlweg ist auch erst vor Kurzem entstanden. Dahinter baut Bernhard Stampfl eine neu Halle.
Bild: Gloria Geissler

Vor zehn Jahren hat Bernhard Stampfl seine Firma MMB gegründet. Mit einer neuen Halle und einem Umzug kommen schon bald viele Arbeitsplätze hierher.

Mit größter Vorsicht platziert der Mitarbeiter den Sensor unter der Motorhaube. 10000 Euro kostet das Teil, das nicht größer ist als ein Fingernagel. Rund 100 davon sitzen in dem Fahrzeug, das wenig später mit voller Wucht zusammengeschoben wird. Der Sensor wird messen, ob und um wie viel sich die 100 Messpunkte verschoben haben, wie sehr sich die Fahrgastzelle verzogen hat und ob ein Mensch überlebt hätte, wenn er darin gesessen hätte.

Der Aufbau von Crashfahrzeugen ist nur eines von drei Hauptstandbeinen der MMB Engeneering Services. Gegründet hat sie vor zehn Jahren Bernhard Stampfl. Klein angefangen ist die MMB schnell gewachsen und inzwischen ein gutes Beispiel, was aus Neuburger Unternehmergeist erwachsen kann. Gerade wird eine neue Halle gebaut, um zum einen die Crashtest-Sparte zu erweitern und zum anderen die Komponentenerprobung auch für Dienstleister außerhalb der Audi AG anbieten zu können.

Das Gebäude steht bereits, Mitte Mai sollen die Prüfstände einziehen, Ende des Jahres wird eine Klimakammer folgen. Bisher findet die Komponentenerprobung in dem audi-eigenen Prüfcenter in Gaimersheim statt. Um das Prüfcenter betreiben zu dürfen, hat sich Stampfls MMB mit der Firma KSE von Karl Späth zusammengeschlossen zum SVZ, dem Systemvalidierungszentrum. Trotz dieser strategischen Partnerschaft bestehen die beiden eigenen Firmen weiterhin. Und Stampfl will wachsen. Deswegen hat er bereits im vergangenen Jahr mit dem Bau der Halle hinter seinem erst vor drei Jahren errichteten Verwaltungsgebäude im Neuburger Ochsengründlweg begonnen. Die Kundenakquise läuft. Schon bald sollen dort Außenspiegel durchgerüttelt und Tankdeckel auf ihre Stabilität hin getestet werden. Der Test soll zeigen, ob sich zum Beispiel der Rückspiegel auch dann nicht von alleine verstellt, wenn das Auto über das Kopfsteinpflaster der Neuburger Altstadt ruckelt, oder ob das Schloss des Handschuhfachs einem kräftigeren Ruck standhält. „Aber theoretisch könnten wir auch Medizintechnik testen“, erklärt der 47-Jährige. Sie seien zwar Experten im Bereich der Automobilindustrie, aber das Know-how und die Ausrüstung für andere Zweige sei vorhanden. Schon in wenigen Tagen wird die Abteilung der virtuellen Prozessabsicherung nach Neuburg umziehen. Zwölf Arbeitsplätze werden von Ingolstadt in die Ottheinrichstadt verlagert. Stampfl hat das leer stehende in der Nachbarschaft gelegene Bürogebäude der Firma WK Business gekauft und richtet es gerade her. Stampfl ist ein Neuburger, der zu seiner Heimat steht und ihr verbunden ist und dazu auch so manche Widrigkeit überwindet, wie zum Beispiel eine fehlende schnelle Internetverbindung, die er auf eigene Initiative ins Industriegebiet geholt hat. Er will mit seiner Firma heimatverbunden wachsen.

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