1560 Frauen und Männer haben in diesem Jahr in Oberbayern die Meisterprüfung bestanden, darunter auch der Mechanikermeister für Reifen- und Vulkanisationstechnik Philipp Lichtenstern aus Neuburg.
Im Zuge der Novelle der Handwerksordnung war 2004 in 53 Gewerken die Meisterpflicht abgeschafft worden. Dass dieser Fehler jetzt in zwölf Gewerken korrigiert wird, ist für den Kammerpräsidenten Franz Xaver Peteranderl Beleg dafür, dass sich engagierte handwerkspolitische Interessenvertretung auszahlt. „Deshalb ist es unverzichtbar, dass wir dranbleiben und nie den Glauben verlieren, etwas verbessern zu können. Denn nur, wenn wir uns einmischen und unsere Überzeugungen deutlich machen, können wir etwas verbessern“, warb Peteranderl bei den Meisterinnen und Meistern auf Deutschlands größter Meisterfeier im Handwerk in München für Engagement in den Handwerksorganisationen oder in der Politik.
„Viele Jahre lang galt das Studium als Königsweg, die berufliche Bildung dagegen als zweitklassig. Dass der Erfolg im Leben und die Leistungen für die Gesellschaft in der Regel nicht von akademischen Weihen abhängen, wurde ignoriert“, sagte Peteranderl mit Blick auf die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Inzwischen hat sich vieles verbessert, zum Beispiel bei der finanziellen Förderung der Fortbildung. So können Meisterschüler das sogenannte „Meister-BAföG“ beantragen, das mit der vierten Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes noch einmal verbessert wird. Darüber hinaus wurde in Bayern 2013 der „Meisterbonus“ eingeführt, der inzwischen 2000 Euro beträgt. Der Kammerpräsident: „Das ist sehr erfreulich. Unser Ziel ist aber natürlich, dass die berufliche Bildung genauso intensiv gefördert wird wie die akademische Bildung und berufliche Weiterbildungsabschlüsse für die Teilnehmer genauso kostenfrei sind wie ein Studium.“
Deutliche Fortschritte gab es in den vergangenen Jahren auch bei der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung. So können Meister heute uneingeschränkt studieren.
Für kurzweilige Unterhaltung sorgte der Kabarettist und gelernte Schreinermeister Stefan Kröll. (nr)