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Rennertshofen

09.07.2020

Rennertshofen: Warum das Trinkwasser schon wieder gechlort wird

Im Wasser der Heimberggruppe wurden coliforme Bakterien gefunden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die Heimberggruppe kämpft mit einem veralteten Leitungsnetz. Das Wasser muss wohl bis Ende des Jahres behandelt werden.

Warum bekommt die Heimberggruppe die Verkeimung nicht in den Griff? Die Frage brannte bei der Verbandsversammlung am Dienstag nicht nur den Verbandsräten auf den Nägeln, sondern auch den Zuhörern. Konkrete Antworten gab es an diesem Abend allerdings nicht. Die NR hat deshalb beim Leiter des Gesundheitsamtes Neuburg, Johannes Donhauser, nachgefragt.

Seit vergangener Woche wird das Trinkwasser wieder gechlort. Und das wird wohl noch längere Zeit so bleiben. Donhauser rechnet mit Blick auf den bisherigen Verlauf mindestens bis Jahresende. „Die Anlage ist in die Jahre gekommen, das wissen alle“, sagt er, „das System ist nicht mehr völlig geschlossen, es besteht eine gewisse Dynamik.“ Größere Probleme ließen sich leichter identifizieren und beheben. Doch danach sieht es bei der Heimberggruppe nicht aus.

Coliforme Keime in vier von insgesamt 20 Proben

Nachdem kleinere Schäden am Hochbehälter Treidelheim beseitigt worden waren, war am 18. Juni die Chlorung ausgesetzt worden. Begleitend wurde engmaschig getestet und bei der dritten Probennahme fanden sich coliforme Keime in vier von insgesamt 20 Proben. Eine Kammer des Hochbehälters Treidelheim enthielt wie zwei Proben aus dem Netz je einen Keim pro 100 Milliliter, die vierte Probe zwei. Was nicht unbedingt eine direkte Gesundheitsgefahr bedeutet – vielmehr sind Fäkalkeime Indikatoren für eine Verunreinigung. Da die verunreinigten Proben sich über das Netz verteilen, spricht Donhauser von systemischer Kontamination. „Coliforme Keime gehören nicht ins Trinkwasser“, stellt er klar, „da hilft nur Chloren.“

Von einer Abkochanweisung wie im vergangenen September sieht er diesmal ab, weil coliforme Keime als weniger gefährlich als Enterokokken gelten. Die waren damals festgestellt worden. Eine Teilung des Netzes und somit eine nur teilweise Chlorung sei in dem teils noch aus den 1960er Jahren stammenden Leitungssystem nicht möglich.

Anwohner müssen wohl noch länger mit gechlortem Wasser leben

Die Einwohner von Ammerfeld, Asbrunn, Attenfeld, Bergen, Bertoldsheim, Burgmannshofen, Ellenbrunn, Erlbach, Joshofen, Hatzenhofen, Hütting, Kienberg, Mauern, Rennertshofen, Riedensheim, Rohrbach, Stepperg, Treidelheim, Trugenhofen und Unterstall müssen also wohl noch länger mit gechlortem Trinkwasser klarkommen.

Mittel- bis langfristig wird wahrscheinlich nur eine Sanierung des verzweigten und insgesamt 60 Kilometer langen Netzes helfen. Bis dahin muss der Wassermeister täglich bis zu zehn Proben an verschiedenen Stellen ziehen, insbesondere vor den ersten Abnehmern und an den Endstellen des Netzes, um sicherzustellen, dass die Chlorung funktioniert. Mikrobiologische Laboruntersuchungen erfolgen erst wieder, wenn der Zweckverband beschließt, aus der Chlorung zu gehen.

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