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Rohrenfels-Wagenhofen
06.10.2021

Wo Sonnenenergie für 30 Haushalte gespeichert wird

Thomas Schäfer (r.) und Michael Segeth vor den Speichermodulen, in die bis zu 99 Kilowatt Strom geladen werden können.
Foto: Dittenhofer

Die Firma Spantec in Wagenhofen setzt auf die Sonne als Energielieferant – und nimmt damit den bislang größten Stromspeicher im Kreis Neuburg-Schrobenhausen in Betrieb.

Strom vom eigenen Dach – das ist nicht nur für viele private Hausbesitzer eine immer interessanter werdende Überlegung. Auch Unternehmen denken zunehmend über die eigene Energieversorgung nach. Deshalb steht Nachhaltigkeit auch bei Thomas Schäfer, Chef der Firma Spantec, die Spann- und Ankerprodukte herstellt, ganz oben auf der Agenda. So wurde das Dach der neu errichteten Halle am nördlichen Rand vom Rohrenfelser Ortsteil Wagenhofen mit Solarmodulen bestückt – und damit der bisher größte Stromspeicher im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen in Betrieb genommen.

Erst im Januar nahm Spantec in Wagenhofen die Produktion an dem neuen Firmensitz auf. Zur gleichen Zeit ging die erste Photovoltaik-Anlage mit einer Nennleistung von 100 Kilowatt peak (kWp) in Betrieb, die zum größten Teil für den Eigenverbrauch Strom produziert. Nun wurden die zweiten 100 kWp zugeschaltet, denn auf dem Hallendach ist noch reichlich Platz. Diese zweite Photovoltaikanlage speist unter anderem einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 99 Kilowattstunden. Die größte Speichereinheit, die es laut Michael Segeth bisher im Landkreis gibt. Und die er mit seinem Handwerksbetrieb Elektro Segeth bisher errichtet hat. „Damit könnte man 30 klassische Haushalte durch die Nacht bringen.“ Ein Leuchtturmprojekt für die Solarfirma in Kreut. Und hoffentlich wegweisend, so Segeth. Denn mit den Speichern würden sich auch Unternehmen unabhängiger von den Strompreisen machen, die nur eine Richtung zu kennen scheinen: höher und immer höher.

Die Firma Spantec in Wagenhofen will ihre PV-Anlage noch erweitern

Mit ein entscheidender Grund für Thomas Schäfer, auf die Speicher zu setzen, war der überbordende Bürokratismus und das langsame Reagieren der Stromkonzerne auf die Anschlussgesuche des Unternehmens. Die zweiten 100 kWp hätten einfach zu viel Zeit in Anspruch genommen. Da kam dem gebürtigen Rohrenfelser die Idee mit den Speichern. Da die Firma Segeth bereits mit der PV-Anlage auf dem Dach beauftragt war, holte der Unternehmer bei dem Handwerker eine erneute Expertise ein. Und startete einen „Feldversuch“, wie er es nennt. „Wir haben, da es die Produktion in Wagenhofen erst so kurz gibt, keine wirklich verbindlichen Verbrauchsdaten. Aber wir werden nun sehr genau auf unseren Verbrauch schauen und sehen, wie viel wir durch die Speicher an Zukauf von Strom sparen.“

Auf dem Hallendach der Firma Spantec im Rohrenfelser Ortsteil Wagenhofen arbeiten zwei Solaranlagen mit jeweils 100 kWp Leistung. Eine dritte Anlage ist bereits in Planung.
Foto: Dittenhofer

Schäfer denkt langfristig und ökologisch. Betriebswirtschaftlich? Das hofft er sehr und will einfach mal abwarten. „Wir brauchen rund 500.000 Kilowatt Strom pro Jahr“, schätzt der Unternehmer. Da auf dem Dach noch reichlich Platz ist, will er nächstes Jahr eine weitere PV-Anlage mit noch einmal 100 kWp auf das Hallendach setzen lassen. Er hofft, dieses Jahr zwischen 15 und 18 Prozent der Kosten durch die Stromersparnis wieder hereinzuholen. Damit könnte sich die Anlage nach sieben Jahren schon amortisieren.

Michael Segeth ist Spezialist für Photovoltaikanlage im Raum Neuburg

Bei der Beantragung und der Berechnung der richtigen Speichergröße hat Michael Segeth geholfen. Der Spezialist für PV-Anlagen mit den dazu passenden Stromspeichern achtete auch bei Spantec auf die richtige Balance zwischen der Speichergröße, dem Verbrauch und der Wirtschaftlichkeit. „Die grobe Richtung hatten wir aus dem ersten halben Jahr Betrieb hier in Wagenhofen.“

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Nun hofft Schäfer auf einen ordentlichen Stromertrag, um so weit wie möglich nicht mehr von den großen Stromkonzernen abhängig zu sein. Der Einsatz regenerativer Energien ist auch immer mehr seiner Kunden wichtig. „Vor allem in den skandinavischen Ländern spielt Nachhaltigkeit in der Produktion bei Ausschreibungen eine immer größere Rolle.“ Dieser Trend setzt sich mittlerweile auch in anderen Ländern und in Deutschland durch.

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