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Neuburg

08.11.2018

Schloss: Sanierung des Glockenturms dauert an

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Der Glockenturm des Neuburger Schlosses wurde abmontiert und steht derzeit im südlichen Schlosshof neben dem Amtsgericht. Dort trotzt er der Witterung.
Bild: Dorothee Pfaffel

Eigentlich sollte der Glockenturm des Neuburger Schlosses bis zum Herbst wieder instandgesetzt sein. Doch die Maßnahmen sind aufwendiger als gedacht.

Sorgsam bringt Spenglermeister Patrick Eisen das kupfer-glänzende Blech am zwiebelförmigen Dach des Glockenturms an. Deutlich hebt sich der neue vom alten und verwitterten türkisen Teil ab. Bereits seit dem Frühjahr wird der Turm des Neuburger Schlosses saniert. Dafür wurde der Bereich mit der Glocke im Juli in einer spektakulären Aktion vom Rest des Gebäudes abmontiert und von einem Baukran auf den Boden gesetzt. Im Herbst sollte die Sanierung eigentlich abgeschlossen sein, doch die Arbeiten ziehen sich länger hin als geplant.

Spenglermeister Patrick Eisen wird voraussichtlich bis Montag an dem Blechdach arbeiten. Noch glänzt es kupferfarben.
Bild: Dorothee Pfaffel

Die Holzbalken des Zwiebeldachs seien kaputt gewesen, erklärt der Spengler aus Wagenhofen, weil Feuchtigkeit eingedrungen war. Also musste er auf zwei Seiten das Kupferblech abnehmen. Den Rest des Dachs werde er lediglich ausbessern, um so viel wie möglich vom Original zu erhalten. Das neue Blech wird voroxidiert, damit es dunkler wird und sich nicht mehr so stark vom alten abhebt, erzählt Eisen weiter. Bis Montag will er mit diesen Spenglerarbeiten fertig sein.

Schloss Neuburg: Wann die Sanierung des Glockenturms abgeschlossen ist, ist noch unklar

Das bedeutet aber nicht, dass der Glockenturm dann schon wieder an seinen alten Platz zurückkehren kann. Derzeit und wohl noch bis ins neue Jahr steht die Holzkonstruktion des Turms samt Dach im Schlosshof, die zwei Glocken sind in einem Nebengebäude des Schlosses untergebracht, das einst als Garage genutzt wurde.

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„Die Schäden sind größer als ursprünglich angenommen“, erklärt Thomas Kürzinger vom Staatlichen Bauamt Ingolstadt die zeitliche Verzögerung. Und auch so sei noch einiges hinzugekommen. Die Glocken werden zum Beispiel gereinigt. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen soll die Oberfläche auf Haarrisse überprüft werden. Außerdem habe die Bayerische Schlösserverwaltung den Wunsch geäußert, dass alles dokumentiert werden soll. Dafür werden mit einer speziellen Apparatur Scans gemacht, die dann im Schloss gezeigt werden sollen, möglicherweise sogar als 3D-Drucke, erzählt Kürzinger.

Die Sanierung des Glockenturms von Schloss Neuburg wird rund 100.000 Euro kosten

Rund 100.000 Euro wird die Sanierung laut dem Mann vom Bauamt insgesamt kosten. 40 bis 50 Prozent der Holzkonstruktion des Turms werden am Ende vermutlich ausgetauscht sein. „Wir mussten historische Substanz opfern, um die statische Standsicherheit widerherzustellen“, sagt der Experte. Die Holzkonstruktion stammt aus dem Jahr 1680, die große Glocke von 1534. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Glockenturm schon einmal saniert. „Das ist aber in der Höhe passiert. Das wäre damals gar nicht anders möglich gewesen.“ Und auch vor elf Jahren war der Turm eingerüstet, um Uhrwerk und Zifferblatt zu restaurieren. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte man festgestellt, dass der Turm sich leicht in Richtung Westen neigt. Aber der Handlungsbedarf war noch nicht so akut wie jetzt. Erst bei der letzten Routineuntersuchung, die alle zwei Jahre stattfindet, stellte das Bauamt fest, wie ernst die Lage inzwischen geworden war.

So sieht der Blick von unten in den Glockenturm momentan aus.
Bild: Dorothee Pfaffel

Ursache für die acht morschen Holzständer am Turm ist vermutlich eine fehlende Belüftung. Der Glockenturm besteht aus zwei Teilen: Unten ist der rechteckige Teil, der mit drei goldenen Zifferblättern bedeckt ist, darüber befindet sich die sogenannte Laterne mit zwei großen Glocken im Inneren. Dazwischen befinden sich die Holzstreben. Regnet es, sammelt sich zwischen den Holzständern und dem unteren Teil des Turms wegen der fehlenden Lüftung Wasser – und das Holz wird morsch.

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