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Neuburg

22.10.2019

Schloßfest: Kockers sagt Steckenreitern Ade

Angela Kockers leitet seit 1988 die Städtische Schule für Tanztheater Neuburg. Von 2001 an hat sie mit ihren Schülern den Steckenreitertanz für das Neuburger Schloßfest einstudiert.
Bild: Xaver Habermeier

Plus Die Leiterin der Städtischen Schule für Tanztheater, Angela Kockers, wird den Steckenreitertanz künftig nicht mehr einstudieren. Welche Folgen das hat.

Der Steckenreitertanz ist das Herzstück des Neuburger Schloßfestes. Extra dafür hat der Stadtrat 1986 die Städtische Schule für Tanztheater gegründet. Zuvor war es nämlich immer schwieriger geworden, Kinder für den Steckenreitertanz zu gewinnen. Die Idee dahinter: Indem man den Kindern, die diesen Tanz alle zwei Jahre aufführen, auch abseits des Schloßfestes eine regelmäßige tänzerische Ausbildung zu Teil werden lässt, soll ihre Motivation aufrecht erhalten und die hohe Qualität der Aufführungen gewährleistet werden. Der Verkehrsverein, der das Schloßfest organisiert, will allerdings nicht, dass nur Schüler der Tanzschule beim Steckenreitertanz mitmachen dürfen. Die kleinen Tanzspiele hat der Verein heuer schon in Eigenregie durchgeführt. Nun hat Angela Kockers, die Leiterin der Dr.-Fritz-von-Philipp-Schule, auch die Einstudierung des Steckenreitertanzes abgegeben.

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Schloßfest: Kockers und der Verkehrsverein haben unterschiedliche Ansichten

Wie Kockers in der Stadtratssitzung am Dienstagabend erklärte, sei der Verkehrsverein grundsätzlich anderer Ansicht, was ihre konzeptionelle Arbeit angehe. Sie selbst will den Kindern und Jugendlichen in ihrer Schule eine kontinuierliche Grundausbildung bieten, eine Basis, die es ihnen dann ermöglicht, bei Tänzen für das Schloßfest mitzuwirken. Die Schüler sollen aber nicht nur auf einen einzigen Tanz hinarbeiten, sondern in den schloßfestfreien Jahren auch bei anderen Aufführungen auftreten. Den Steckenreitertanz mit einer gemischten Gruppe aus Tanzschülern und ungeübten Tänzern einzustudieren, wie sie es 1993 schon einmal gemacht hat, will Kockers nicht. Das sei organisatorisch nicht machbar und den regelmäßig trainierenden Kindern gegenüber nicht fair.

Friedhelm Lahn, der Vorsitzende des Neuburger Verkehrsvereins, sieht sich hingegen damit, die Aufführungen auch für Kinder und Jugendliche zu öffnen, die keine tänzerische Grundausbildung haben, auf dem richtigen Weg – ganz im Sinne eines „Fests von Neuburgern für Neuburger“, wie er erklärt. Auch ohne Angela Kockers. Er will die Kinder nicht an die Tanzschule, sondern ans Schloßfest binden, sodass sie später auch bei anderen Gruppen aktiv werden.

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Stadtrat bedauert, dass Kockers Steckenreitertanz nicht mehr einstudiert

Sowohl Oberbürgermeister Bernhard Gmehling als auch einige Stadtratsmitglieder drückten bei der Sitzung ihr Bedauern darüber aus, dass die Leiterin der Tanzschule den Steckenreitertanz in Zukunft nicht mehr einstudieren werde. Kulturreferent Markus Haninger lobte ausdrücklich die pädagogische Arbeit von Angela Kockers. Für das Verhalten des Verkehrsvereins zeigte der Stadtrat wenig Verständnis. Das Gremium beschloss einstimmig, die Schule – unabhängig vom Steckenreitertanz – als städtische Einrichtung weiterzuführen, zu förden und die Benutzerordnung anzupassen. „Die Schule hat sich weiterentwickelt. Dort tanzen viele junge Menschen, die Freude an der Bewegung haben – das gehört unterstützt“, befand der OB. Auch Kockers sieht die Zukunft der Tanzschule nicht in Gefahr, denn finanziell trage die Schule sich selbst und es gebe eine lange Warteliste mit interessierten Kindern, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Die Leiterin will die Eltern in den kommenden Tagen per Brief über die Änderung informieren. Angela Kockers sieht ihre Aufgabe nun darin, die Schule „zum Wohle der Kinder und zum Wohle Neuburgs fortzuführen“.

Am Steckenreitertanz können 2021 nun alle Kinder und Jugendlichen teilnehmen, sagt Lahn. Natürlich auch die Schüler aus der Städtischen Tanzschule, wenn sie möchten. Dass die Qualität des Steckreitertanzes leidet, befürchtet Lahn nicht. „Die Choreographie steht. Es wird anders werden. Es wird lockerer werden.“ Am wichtigsten sei, dass die Kinder und Jugendlichen „den Spaß am Tanzen rüberbringen“. Perfekt müssten die Darbietungen nicht sein. Fehler würden den Aufführungen schließlich erst einen gewissen Charme verleihen.

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