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Konzert

09.01.2020

So überzeugen zwei Chöre das Publikum der Hofkirche

Starker Klangkörper: Die Chöre Leuchtfeuer und Quarterpast mit Dirigent Ulrich Höfle in der Hofkirche.
Bild: Peter Abspacher

Eine mitreißende Veranstaltung der Sänger von Quarterpast und Leuchtfeuer zum Dreikönigstag

Was für ein Schlusspunkt einer ganzen Reihe von Konzerten um die Weihnachtszeit in Neuburg und dem Landkreis! Die altehrwürdige Hofkirche in Neuburg gefüllt, eine glänzend disponierte, 50-köpfige Sängerschar aus den Chören Leuchtfeuer aus Neuburg und Quarterpast aus Augsburg, ein kleines, aber feines Orchester und ein Dirigent Ulrich Höfle, der bei der Programmauswahl eine Menge Mut bewies und seinen beachtlichen musikalischen Apparat souverän und inspiriert durch fast eineinhalb Stunden führte.

Am Ende gab es Juchzer und Jubelschreie aus dem Publikum, die nach einem geistlichen Konzert zwar eher ungewöhnlich sind, die in diesem Fall allerdings eine vollkommene Berechtigung hatten. Bei manchen Songs herrschte selbst im Chor eine heitere, beschwingte Stimmung, die die Sängerinnen und Sänger gelegentlich zum Schunkeln brachte – in einer eleganten Art und Weise. Auch das ist nicht gerade die Regel, wenn es um geistliche Lieder geht.

„Exultate, jubilate“ lautete das Motto dieses Konzerts. Damit war, wie Stadtpfarrer Herbert Kohler bemerkte, im Grunde alles gesagt. Freut euch und jubelt – das war die Botschaft als eine Antwort auf das Geheimnis der Weihnachtszeit. Ebendiese wurde auch überzeugend umgesetzt, und zwar in einer gewaltigen Bandbreite: Die Musiker und Sänger ließen mitreißende, regelrecht swingende Songs von sich hören, darunter etwa „Ding dong merrily on high“, „Born is the light“ und „Carol to the bells“. Im mutigen Kontrast dazu erklangen betörend schöne Choräle („Ich steh an deiner Krippen hier“) und der höchst anspruchsvolle Chorsatz „Denn es ist uns ein Kind geboren“ aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“, im englischen Originaltext.

So überzeugen zwei Chöre das Publikum der Hofkirche

Oder auch das innige Kirchenlied „Adeste fideles“, das um die Weihnachtszeit oft genug zu hören ist – selten aber in einer Qualität erklingt, wie sie besagten Akteuren in der Hofkirche gelang. Ulrich Höfle forderte die Besucher auf, hier mitzusingen, allerdings taten das nur wenige. Vielleicht auch, weil sie spürten, dass normaler Volksgesang diesen samtenen Sound ein wenig stören könnte.

Man sollte nach diesem Konzert nicht viel herausheben. Der Gesamtklang der vereinten Chöre war blitzsauber, in Tempo und Rhythmus präzise (auch bei ziemlich verrückten Einfällen des Komponisten John Rutter) und vor allem in der Artikulation überzeugend. Da wurden lange Bögen gestaltet, nicht nur einzelne Töne aneinandergereiht. Piano und Forte kamen an den ausgewählten Stellen jeweils zu ihrem Recht. Über allem schwebte eine fröhliche Leichtigkeit.

Nur auf diese Weise konnte der Händel-Chorsatz mit seinen sehr fordernden Läufen in einem flotten, fast gewagten Tempo gemeistert werden. Keine Schärfe in der Höhe, keine Schwere in der Tiefe, stattdessen klare Stimmführung. Dazu ein hellwaches Orchester, das den Chor animierte, was er auch umgekehrt tat. Dass in den wilden Sechzehntelpassagen eine der vier Chorstimmen kurzzeitig nicht ganz dabei war, fiel kaum auf. Diese Grundqualität trug auch bei den „wilden“ Jazzeinlagen in manchen Rutter-Songs, bei rhythmischen Klippen, über die man durchaus hinunterstürzen konnte. Und, wieder ganz anders, beim wunderbaren Choralsatz „Ich steh an deiner Krippen hier“.

Solistisch gab es zwei kleine Auftritte von Birgit Rein (Sopran) und Benedikt Machel (Bass), die sich bestens in den Gesamteindruck fügten. Beide schenkten den Zuhörern einen noblen, sanften und unforcierten Gesang – ein Quell der Freude, sollte man das Motto des Exultate ernst nehmen wollen.

Eines aber hat bei diesem Konzert gefehlt. Bei insgesamt 20 Programmpunkten wäre ein Info-Zettel für das Publikum von Nutzen gewesen. Man konnte auch so mit Genuss zuhören, aber hätte doch zwischendurch gerne gewusst, was gerade geboten wird.

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