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Rohrenfels

11.12.2020

So unterstützt Rohrenfels seine Vereine

Die Vereinsförderung beschäftigte den Rohrenfelser Gemeinderat am längsten in seiner Sitzung am Donnerstagabend. Der SC Rohrenfels erhielt dann gleich einen zehnprozentigen Zuschuss für Rasenmähroboter und LED-Anzeige nach neuen Förderrichtlinien. 
Bild: Andrea Hammerl

Plus Die Gemeinde hat die Förderrichtlinien neu geregelt. Wie viel Geld Vereine ab sofort für welche Leistungen erhalten. 

Gerecht soll es zugehen in der Vereinsförderung. Deshalb hat die Gemeinde Rohrenfels ihre Vereinsförderrichtlinien neu geregelt beziehungsweise präzisiert. „Die Vereine sind maßgeblich am kulturellen, sportlichen und sozialen Leben und vor allem der Jugendarbeit beteiligt“, sagte Bürgermeisterin Manuela Heckl in der jüngsten Gemeinderatssitzung, was sich in der Förderung niederschlagen solle. Jedoch bestehe kein Rechtsanspruch, da „wir immer die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde im Auge behalten müssen“, betonte sie. Schließlich müsse es möglich sein, die Förderung zeitweise auszusetzen.

Seit 2002 hatten die Vereine einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 155 Euro sowie auf Antrag Jugendzuschüsse in Höhe von 7,70 Euro pro Jugendlichen und zehn Prozent Zuschuss auf Investitionsmaßnahmen erhalten. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den Sockelbetrag auf 200 Euro beziehungsweise auf 300 Euro für Vereine mit mehr als 100 Mitgliedern zu erhöhen und für aktive Jugendarbeit zehn Euro pro Jugendlichen bis 18 Jahre zu zahlen.

Vereine in Rohrenfels bekommen 15 Euro Zuschuss pro Jugendlichen

Nach langem Ringen um die Stichwörter Gleichbehandlung und Gerechtigkeit wurden es am Ende 15 Euro pro Jugendlichen, wie Rupert Omasreiter vorgeschlagen hatte. Im Gegenzug meinte er, könne der Sockelbetrag weniger angehoben werden, um die Quasi-Verdoppelung der mitgliederabhängigen Jugendförderung gegenzufinanzieren. Wigbert Kramer widersprach Omasreiter zunächst in Bezug auf den Sockelbeitrag, unterstützte aber den Vorschlag, 15 Euro pro Jugendlichen zu zahlen. „Vereine leisten einen unwahrscheinlichen Beitrag zum Gemeinwohl.“

Länger diskutiert wurde die Investitionsförderung. Sie sollte laut Verwaltungsvorschlag ab einem Mindestbetrag von 2500 bis 9999 Euro lediglich fünf Prozent betragen, ab 10.000 Euro zehn Prozent. Hintergrund ist, dass es zuletzt Zuschussanträge gegeben hatte, in denen Materialkosten aufsummiert worden waren. Genau an dem Mindestbetrag entzündete sich die Diskussion zunächst. „Was machen wir mit der Blaskapelle, deren Instrumente keine 2500 Euro kosten?“, mahnte Christoph Müller an, so entstehe Ungleichbehandlung, wenn ein Fußballtor mehr wert sei als eine Klarinette. Und was passiere, wenn der Schützenverein mehrere Gewehre auf einmal kaufen würde, weil die Kosten für ein Gewehr nicht für die Förderung ausreichten, gab Kramer zu bedenken.

Wenn Vereine in Rohrenfels investieren, bezahlt die Gemeinde zehn Prozent

Müllers Vorschlag lautete, Beträge unter 2500 Euro mit zehn Prozent zu fördern, höhere Kosten sogar mit 15 Prozent. Soweit wollte Bürgermeisterin Manuela Heckl allerdings nicht mitgehen, zehn Prozent ab 2000 Euro seien für sie noch akzeptabel.

Am Ende wurde beschlossen, selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter (einschließlich Mehrwertsteuer, Versand- und sonstiger Nebenwirkungen) ab 1000 Euro mit zehn Prozent zu fördern. Baumaßnahmen werden ebenfalls mit zehn Prozent gefördert, aber erst ab 2500 Euro. Anträge sind bis Ende November des Vorjahres anzumelden, damit die Kommune sie in den Haushalt aufnehmen kann. Grundsätzliche Voraussetzung für die Vereinsförderung ist, dass der Verein gemeinnützig und mindestens drei Jahre im Vereinsregister eingetragen ist oder seit drei Jahren Aktivitäten im Gemeindebereich anbietet.

Die Richtlinien wurden sofort auf den Zuschussantrag des SC Rohrenfels angewendet. Er erhält 1880 Euro für einen Rasenmähroboter, der 18.802 Euro kostet, und weitere 286 Euro für die 2868 Euro teure LED-Anzeigetafel.

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