Newsticker
Pfizer kann nicht so viel Impfstoff liefern wie zugesagt
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. So war das Jazz-Dozentenkonzert der Sommerakademie

Kultur in Neuburg

05.08.2020

So war das Jazz-Dozentenkonzert der Sommerakademie

Die Dozenten aus Jazz, Pop und World der Sommerakademie überzeugten bei ihrem Konzert.
Bild: Julia Abspacher

Plus In der zweiten Woche der Sommerakademie in Neuburg dreht sich alles um Jazz. Beim ihrem Konzert überzeugten die Dozenten mit einer Mélange aus verschiedenen Musikstilen.

Die zweite Woche der Sommerakademie hat begonnen, und nach Alter Musik und Klassik dreht sich nun alles um den Jazz. Nun zogen die Dozenten aus den Bereichen Jazz, Pop und World das Publikum ins Stadttheater. Zu siebt überzeugten sie in wechselnden Besetzungen und wussten dabei jeweils eine ganz eigene Stimmung zu erzeugen: mal feurig, mal romantisch, dann wieder beschwingt oder melancholisch. Zu altbekannten Standards gesellten sich zahlreiche Eigenkompositionen, die in modernen und gar avantgardistischen Gefilden unterwegs waren, sich aber nie zu weit aus dem Fenster lehnten.

Sommerakademie Neuburg: Sängerin Esther Kaiser war schon öfter dabei

Während Sven Faller (Bass), Tino Derado (Klavier) und Guido May (Schlagzeug) noch in klassischer Klaviertrio-Besetzung starteten und mit traditionellen, zauberhaften Klängen überzeugten, änderte sich spätestens mit dem Dazustoßen von Roland Peil die Klangfarbe deutlich. Der Perkussionist brachte mit diversen Schlaginstrumenten eine Latin-Note in die Kombo und eröffnete rhythmisch neue Klangwelten, die weniger trennscharf klaren Stilen folgten.

Marcelo Mercadante brachte das Konzert mit seinem Bandoneon zurück zur Weltmusik.
Bild: Julia Abspacher

Sängerin Esther Kaiser war wie viele ihrer Kollegen bereits des Öfteren bei der Sommerakademie zu hören und schaffte es ein ums andere Mal gekonnt den Bogen zwischen ausdrucksvollen, vollmundigen Liedern und modernen, staccatoartigen Interpretationen zu spannen. Gleich zwei Uraufführungen hatte sie diesmal im Gepäck, beides Kompositionen von Derado, zu denen sie den Text verfasst hatte.

Fast gespenstisch singulär, nur mit minimalen instrumentalen Zwischenrufen hallte da etwa zu Beginn von „The Lament of the King’s Wife“ ihre Stimme durch das Theater. Nach und nach bauten die Musiker das Stück immer mehr auf, bis sie letztlich alle zu einem harmonischen modernen Ganzen zusammenfanden.

Zurück Richtung Weltmusik trieb das Konzert Marcelo Mercadante auf seinem Bandoneon. Der schmeichelnde Klang von Bass, Klavier und Perkussion harmonierte gekonnt mit dem doch durchdringenden Klang des Bandoneons und nahm ihm etwas von seiner Schärfe, ohne ihn aber zu überwältigen. Durch das Cajon wurde der lateinamerikanische, zuweilen auch militärische Ausdruck verstärkt.

Dozentenkonzert Jazz: Pianist Wolf Mayer hatte ein Schmankerl dabei

Ein besonderes Schmankerl hatte schließlich Pianist Wolf Mayer dabei: In „Boston Summer“ wurde es richtig rasant. In der puristischen Besetzung aus Piano, Bass, Schlagzeug und sonstiger Perkussion konnte sich die Rhythmussektion wahrlich austoben und trieb dem Publikum mit ihrem Tempo trotz herbstlich kühler Temperaturen im Theater den Schweiß auf die Stirn.

Getrieben und trotzdem strukturiert ließen die vier Musiker nichts anbrennen, besonders faszinierend war das Wechselspiel zwischen May und Peil, die sich mit schepperndem Schlagzeug und handgetrommelten, hölzernen Congas gegenseitig hochschaukelten und sichtlich Spaß an der Sache hatten.

Rasante Klänge kamen unterdessen von Wolf Mayer mit dem Stück „Boston Summer“.
Bild: Julia Abspacher

Als Zugabe hatten sich die Dozenten mit „Blue Monk“ noch einmal einen wahren Standard aufgehoben. Sie interpretierten ihn zum Teil ganz im Sinne und Stil des Erfinders, zum Teil als modernes Katz und Maus-Spiel, bei dem sie sich gegenseitig herausforderten und alle noch einmal schillern konnten.

Lesen Sie auch:

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren