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Sommerakademie in Neuburg

29.07.2020

Sommerakademie: Mit Temperament und Stiltreue intonieren die Dozenten

Lustvoll und authentisch: Die Dozenten um die künstlerische Leitung Xenia Löffler (Oboe) intonierten Alte Musik erlesener Güte.
Bild: Johannes Seifert

Plus Die Dozenten der Sommerakademie 2020 boten zum Auftakt ihrer Konzertreihe im Stadttheater eindrucksvolle Vielfalt von Werken aus Frühbarock und Renaissance, schreibt unser Autor.

Es ist ein Novum in der Geschichte der Neuburger Sommerakademie, dass ein Dozentenkonzert, „Alte Musik“ oder besser „Musik gemäß historisch informierter Aufführungspraxis“ – wegen Corona – im Stadttheater dargeboten wurde.

Sommerakademie in Neuburg: Dozentenkonzerte im Stadttheater

Dennoch war die intonierte Musik, die sich natürlich im Kongregationssaal schon wegen der Akustik weitaus intensiver entfalten könnte, von Emma Kirkby (Sopran), Anna Fusek (Flöten), Friederike Heumann (Viola da Gamba), Georg Kallweit (Violine), Evangelina Mascardi (Theorbe), Marco Testori (Cello), Christian Beuse (Fagott), Xenia Löffler (Oboe )sowie der beiden Cembalisten Daniela Niedhammer und Gerhard Abe-Graf überaus vielseitig angelegt und in edler Manier kredenzt.

Die sogenannte „Alte Musik“, die auf keine Epoche beschränkt ist und die Zeiträume vom Mittelalter bis zur Romantik erfasst, bedeutet nach unserem Verständnis nichts anderes als eine neue, ja die innovative ästhetische Beerbung der Musiktradition.

Sommerakademie: Mit Temperament und Stiltreue intonieren die Dozenten

Besonders die Musik der jeweiligen Epochen aus Renaissance und Frühbarock wird im Rahmen der Sommerakademie seit vielen Jahrzehnten in besonderer Weise gefördert und gepflegt.

Xenia Löffler weiß als profunde und umsichtige künstlerische Leitung, wie sehr eine authentische Darbietung bei Notationen etwa von Georg Philipp Telemann, Marin Marais, Andrea Falconieri oder auch Biagio Marini, der in Neuburg an der Kirche St. Peter wirkte, von Nöten ist. So spürte man bei den intonierten Werken die Sorgfalt und enorme Kunst aller Akteure, ganz zur Freude eines von der Anzahl „frequentierten“ und begeisterten Publikums.

Sommerakademie Neuburg: Künstler bereichen das Kulturleben

Emma Kirkby erfreute mit Gesängen von Bach und Purcell.
Bild: Johannes Seifert

Im kurzweilig angelegten Programm (den Auflagen entsprechend genau 60 Minuten) erfreuten die Musiker bei der Sonata in G-Dur für Flöte, Oboe, Violine und B.C. von Telemann ebenso wie auch bei der Trio Sonata in d-Moll von Biagio Marini. Auch bei Domenica Gabrielli (Sonata in G-Dur) oder Andrea Falconieri (aus Il primo libro di Canzone) wurde mit Präsenz, Feingefühl für Klang, Textur und Gestus musiziert und dabei stets Mut zu charakteristischen Farben und fragilen Geweben der Musik gezeigt.

Emma Kirkby bereichert mit ihren so wundervoll lyrisch angelegten Gesängen seit vielen Jahren die Neuburger Sommerakademie. Die „Grand Dame“ der Alten Musik live zu erleben, ist immer ein besonderer Glücksfall. Bestens begleitet von Evangelina Mascardi (Theorbe) erfüllten ihre dargebotenen Lieder von Bach und Purcell in ganz bemerkenswerter und eindrucksvoller Weise Herz und Seele der Konzertbesucher.

Lustvoll, keineswegs erdenschwer und mit erstaunlicher Souveränität erfreuten die Musiker ebenso bei der bekannten Chaconne aus „The Fairy Queen“ von Henry Purcell. Ein sicherlich markanter Abschluss eines insgesamt überaus bemerkenswerten Konzertes

Hier in Neuburg, dies wurde einmal mehr deutlich, agieren im Rahmen der Sommerakademie, die vom Kulturamt so treffend vorbereitet ist, herausragende Künstler, die das Kulturleben – das wir alle gerade in diesen Zeiten so dringend benötigen – in ganz besonderer Weise bereichern und auch erfüllen.

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